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Caravan Salon 2017
Die Neuheiten bei Reisemobilen und Wohnwagen

Caravan Salon 2017 - die Trends der Reisemobil-Messe
Caravan Salon 2017 - die Trends der Reisemobil-Messe FOTO: dpa, dy fpt
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Caravan Salon wächst und wächst. Die Schwerpunkte der Messe sind nach wie vor kompakte Kastenwagen, mehr Fahr- und individuellerer Wohnkomfort sowie vernetzte Fahrzeuge. Was es sonst noch an Neuigkeiten zu sehen gibt, zeigt unser Überblick.

Die ersten Serien-Reisemobile auf Basis des VW Crafter und der Knaus Deseo als nächste Caravan-Premiere mit der revolutionären Frame-Technik, gehören sicher zu den Highlights der breit gefächerten Neuheiten-Show auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon.

Neben dem anhaltenden Run auf die kompakten Fahrzeuge, speziell bei den ausgebauten Kastenwagen, zeichnen sich vor allem Komfort, Konnektivität und die zunehmende Bedeutung des Designs als Trends für den großen Branchengipfel vom 25. August bis 3. September ab.

Reisemobile eilen seit Jahren schon von Rekord zu Rekord. Aber auch die fast zwei Dekaden lang dahin dümpelnden Wohnwagen bereiten der Caravanbranche zunehmend mehr Freude.

Caravan Salon 2017 - die Trends bei Wohnmobilen FOTO: dpa, loe

Über 600 Aussteller in Düsseldorf

Der Mai etwa erbrachte in beiden Segmenten Zugewinne von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und bescherte der Wohnmobil-Sparte mit 6795 Zulassungen das beste Ergebnis, das jemals für den Wonnemonat registriert wurde. Und ein Absatzplus von 14,7 Prozent, das in den ersten fünf Monaten des Jahres schon wieder aufgelaufen ist, lässt für das Gesamtjahr 2017 bereits das nächste Rekordjahr erwarten.

Da auch die Wohnanhänger in der gleichen Zeit um 13,3 Prozent zugelegt haben und die Branche bei so viel Rückenwind eine offensive Produktpolitik betreibt, ist es nur logisch, dass auch der Caravan Salon wächst und wächst. "Bei der starken Nachfrage der Aussteller blieb uns gar nichts anderes übrig, unsere Ausstellungsfläche erneut zu erweitern", erklärt Messe-Geschäftsführer Joachim Schäfer.

Die weltgrößte Ausstellung für Reisemobile und Caravans expandierte schon in der vergangenen Saison um eine Messehalle, dehnt ihr Areal nun auf ein weiteres Gebäude (7a) aus und bietet nunmehr in 13 Hallen und auf dem Freigelände einen umfassenden Marktüberblick.

VW-Studie California XXL - Star des Caravan Salons 2017 FOTO: VW

Über 600 Aussteller laden die Besucher ein, mehr als 2100 Reisemobile, Caravans und Basisfahrzeuge von über 130 internationalen Marken zu entdecken und zu vergleichen. Das Spektrum der gezeigten Exponate reicht vom Mini-Camper im Caddy-Format bis zu Luxusmobilen auf Lkw- oder Bus-Chassis, tief in sechsstelligen Preiskategorien, wenn nicht gar jenseits der Millionenmarke.

Das Smartphone wird wichtiger

Und man sieht: Auch bei den meist recht unförmigen Fahrzeugen gewinnt das Thema Design an Bedeutung. Zwar sind die Möglichkeiten an der Außenhaut begrenzt, doch die Dekore werden schicker und der Einsatz von LED-Lampen geht in die automotive Richtung.

Innen wird mehr Wert auf wertigere Materialien gelegt und dass man zum Beispiel die Füllung Tanks oder diverse andere Funktionen per Fernbedienung auch über das Smartphone regeln kann, nimmt ebenfalls zu. In der Smartphone-Einbindung beim Infotainment-Navi sind die Reisemobil-Hersteller allerdings noch längst nicht so weit wie die automobile Konkurrenz.

Nach wie vor am besten laufen die Geschäfte bei den teilintegrierten Fahrzeugen, bei denen das Fahrerhaus des Basis-Modells vor der Wohnkabine komplett erhalten bleibt, und bei den ausgebauten Kastenwagen. Das Bestreben, dieser gerade auch für Neukunden wichtigen Kompakt- und Einsteigerklasse einen einladenden, eingängigeren Oberbegriff zu verpassen, führt mittlerweile schon wieder zu einem kontraproduktiven Wildwuchs.

Caravaning 2017 - das sind die aktuellen Trends bei Reisemobilen FOTO: dpa, loe

Hymer versucht es mit Camper-Vans, bei Bürstner hat man sich für Wohn-Vans entschieden, Travel-Van wurde gerüchteweise auch schon mal verbreitet und der Vorstoß von Knaus, die Kastenwagen in CUVs (Caravaning Utility Vehicle) umzutaufen, klingt etwas gequält. Vielleicht hätte man die Abkürzung vorher mal googeln sollen, dann hätte man entdeckt, dass es auch eine etwas schlüpfrigere Interpretation des Begriffs gibt.

Von 15.000 bis 1,5 Millionen Euro

Günstiges Campen für Einsteiger mit freiem Blick auf den Nachthimmel bietet etwa der slowenische Hersteller Adria: Der für 2018 überarbeitete Caravan "Adria-Action" zum Preis ab 15.999 Euro bietet bei zwei bis vier Schlafplätzen ein riesiges Panoramafenster mit viel Licht im Innenraum und auf Wunsch einen Außengrill am Fahrzeug. Der Adria-Caravan wendet sich klar an eine jüngere Käuferschaft und ist mit rund 1300 Kilogramm vergleichsweise ein Leichtgewicht.

Doch es geht noch leichter, wie Dethleffs mit seinem Caravan "Coco" beweisen will. Der 4,25 Meter lange Caravan wiegt 638 Kilogramm - das soll unter anderem Sprit sparen. Überschaubare Abmessungen und furchtloses Chauffieren in südeuropäischen Altstadtgassen versprechen sich die Käufer vor allem von ausgebauten Kastenwagen - wie der Studie "DuoCar" von Hymercar auf Basis eines Mercedes-Benz-Sprinters, zugeschnitten auf die Bedürfnisse eines Paares.

Es gibt Kunden, die nicht aufs Portemonnaie schauen müssen. Knaus Tabbert bietet etwa als Premiere eine hochwertig ausgestattete Version des VW Kleintransporters Crafter. Für hochwertigen Möbelbau, viele Fahrassistenzsysteme und ein gutes Fahrwerk muss der Käufer mindestens 75.000 Euro auf den Tisch legen, für weitere Wünsche und entsprechend höhere Preise ist reichlich Platz.

Knaus bekommt dabei Konkurrenz von VW selbst. Die Studie "California XXL" auf Crafter-Basis soll den Mythos der ausgebauten "Bullis" auf den neuen, größeren VW-Transporter übertragen. Preise wurden noch nicht mitgeteilt. Der normale "California" auf VW-Bus-Basis kostet zwischen 42.000 und knapp 60.000 Euro.

Das Gegenmodell zum handlichen Kastenwagen ist das Luxus-Straßenschiff - etwa das 12 Meter lange und 530 PS starke Reisemobil "Signature 1200" von Variomobil auf Mercedes-Basis.

Vario Signature 1200 Landyacht - Luxus-Wohnmobil FOTO: Vario

Ein exquisites Wohnzimmer mit Bar-Sitzgruppe, dimmbares Licht im Schlafzimmer, zahlreiche elektronische Helfer für den Fahrer und Platz für einen kleinen Mercedes-Roadster in der eigenen Pkw-Garage bietet das Riesenwohnmobil für mindestens eine dreiviertel Million Euro. Dafür könnte man sich auch eine Villa in guter Lage kaufen. Und das Luxussegment ist damit keineswegs ausgereizt, wie der zwölf Meter lange Volkner "Performance S" für rund 1,5 Millionen Euro beweist.

Anhaltender Besucher-Boom beim Caravan Salon

Zurück zum Caravan-Salon, der bereits im Vorjahr die 200.000er-Marke bei den Besuchern geknackt hat, als Folge des anhaltenden Booms aber auch diesen Bestwert wieder toppen dürfte. Die "Starter-Welt", die erneut als Entdeckungstour zum Thema Camping und Caravaning besonders für Neueinsteiger angeboten wird, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Im Traumtouren-Kino werden Filme zu besonderen Reisemobil-Destinationen gezeigt, wie etwa der zweimonatige Trip von Düsseldorf nach Peking, mit der eine Gruppe von Wohnmobil-Enthusiasten den Bogen von der Düsseldorfer Messe zum chinesischen Ableger "All in Caravaning" spannen wollte.

Besonders im Zubehör-Bereich drängen neue Anbieter aus Nordamerika, Asien und Osteuropa auf den hiesigen Mark. So entsteht auch ein "Zubehör-Paradies" ausschließlich für den Direktverkauf in der hinzu gekommenen Halle 7a.

Der Caravan-Salon ist vom 26. August bis 3. September fürs Publikum täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet online gebucht 14 Euro, sonst 18 Euro. Schüler, Studenten und Azubis zahlen 10 bzw. 14 Euro. Der 25. August ist Fachbesuchertag. Wer mit dem Reisemobil anreist, kann auf dem Messeparkplatz P1 übernachten, der zum größten Stellplatz Europas mutiert und rund 3000 rollende Eigenheime beherbergen kann.

(csr/dpa/SP-X)
 
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