| 20.11 Uhr

Projekt zum vernetzten Fahren
A9 wird in Bayern zur digitalen Teststrecke

Digitales Testfeld: Alexander Dobrindt macht A9 zur Versuchsstrecke
Verkehrsminister Dobrindt (l., mit VDA-Präsident Wissmann): 25 Millionen Euro für Teststrecke FOTO: dpa, kdg ink
Berlin. Die Autobahn A9 wird in Bayern zum Versuchslabor für das vernetze Fahren. Dazu bekommt die Fahrbahn eine spezielle Sensorik. Am "Digitalen Testfeld Autobahn" ist der Bund mit einem Millionenbetrag beteiligt. 

25 Millionen Euro - so viel ist dem Bund die Entwicklung einer Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren wert. In Bayern wird die Autobahn A9 dazu zwischen München und Nürnberg mit einer speziellen Fahrbahnsensorik ausgerüstet. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gab heute in Berlin den Startschuss zu dem Projekt. 

An dem "Digitalen Testfeld Autobahn" sind auch das Land Bayern, die Automobilindustrie und die IT-Wirtschaft beteiligt. Die Idee ist, dass das Auto der Zukunft Signale der Fahrbahn empfängt und so schon Kilometer im Voraus weiß, wo es nass oder glatt wird oder vielleicht etwas auf der Straße liegt.

Das soll Staus und Unfälle vermeiden helfen. Für die schnelle Übertragung der Daten soll die Strecke mit Hochgeschwindigkeits-Mobilfunk ausgestattet werden. Das Testfeld steht allen Unternehmen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland offen, die ihre Technik dort erproben wollen.

Erste Maßnahmen sind laut Dobrindt noch für dieses Jahr geplant. Einen Zeitpunkt, zu dem die Strecke fertig ausgestattet sein soll, wollte er nicht nennen. Es sei auch nicht absehbar, bis wann die Technik auf allen deutschen Autobahnen zum Einsatz kommen könne.

Dobrindt: Vom Erfinder der Gurkentruppe zum Minister FOTO: dpa, Maurizio Gambarini

Dobrindt sprach von einem "Meilenstein der Automobilentwicklung". Er zeigte sich zuversichtlich, dass es keine zehn Jahre mehr dauern werde, bis Technik vollständig die Steuerung unserer Autos übernimmt.

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, prognostizierte, dass in etwa drei Jahren 80 Prozent aller Fahrzeuge deutscher Hersteller vollständig vernetzt fahren werden - und nach 2020 immer mehr mit voll automatisierten Funktionen. Dobrindt verspricht sich von der Entwicklung auch große Verbesserungen im Stadtverkehr, etwa durch eine automatische Steuerung bei der Parkplatzsuche.

(dpa)
 
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