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Elektromobilität
Tesla will ein Auto für die Masse bauen

E-Auto-Hersteller Tesla will mit Model 3 ein Auto für die Masse bauen
Der US-Hersteller Tesla ist technologisch Vorreiter bei der Elektromobilität und will nun in den Massenmarkt vordringen. FOTO: dpa, jgm ms mbk htf
Düsseldorf. Der hohe Preis ist bei Elektro-Autos neben der Reichweite einer der Hauptgründe dafür, dass sich die E-Mobilität noch nicht in der Breite durchgesetzt hat. Das US-Unternehmen Tesla hat bisher mit Luxus-E-Autos von sich reden gemacht. Jetzt will der Branchenprimus einen Wagen für die Masse bauen. Von Henning Bulka

35.000 Dollar soll das Tesla Model 3 kosten, und damit nach aktuellem Kurs gut 31.000 Euro. Das hat Tesla-Chef Elon Musk kürzlich auf der jährlichen Konferenz des Edison Electric Institute noch einmal bestätigt. Die Reichweite des Model 3 soll bei 200 Meilen liegen. Das wären gut 320 Kilometer. Eine beispielhafte Autofahrt von Düsseldorf nach Frankfurt am Main wäre somit problemlos ohne Zwischenstopp möglich.

Neue Fahrzeugfamilie mit dem Namen Model 3

Das neue E-Auto von Tesla soll laut Musk Ende 2017 auf den Markt kommen und aus einer ganzen Fahrzeugfamilie von Sedan bis Crossover bestehen, wie die Fachzeitschrift Automobil Produktion berichtet. Es wäre dann das dritte Modell des US-Herstellers, das in Deutschland verkauft wird. Derzeit verkauft Tesla in Deutschland nur die Luxus-Limousine Model S, die in der günstigsten Ausstattung für knapp 80.000 Euro erhältlich ist.

Dafür erhalten Kunden ein reines Elektro-Auto mit gut 440 Kilometern Reichweite, 334 PS, einer Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer von 5,4 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 Stundenkilometern, schreibt Tesla auf seiner Website. Hinzu kommt eine Luxusausstattung mit 17-Zoll-Touchscreen und Ledersitzen. Ab Anfang 2016 soll dann außerdem das SUV Model X ausgeliefert werden. Es kann derzeit nur vorbestellt werden.

Das Model 3, das auf diese beiden Autos von Tesla folgen soll, wird laut Musk deutlich kleiner sein. Vermutlich wird es außerdem nicht ganz so luxuriös ausgestattet sein, sondern sich eher am Mittelklasse-Segment orientieren. Tesla dürfte mit dem neuen Model 3 versuchen, endlich Geld mit seinen Autos zu verdienen.

Bisher ist Musk, ein überzeugter Befürworter der E-Mobilität als Zukunftstechnologie, mit Verlusten unterwegs. So fiel im ersten Quartal bei Tesla ein Minus von 154 Millionen Dollar an. Gewinne will das Unternehmen laut dem Bericht von Automobil Produktion in Zukunft auch durch höhere Stückzahlen erreichen. Demnach plant Teslas Technikchef Straubel, den Absatz auf rund 500.000 Fahrzeugen zu steigern.

Tesla ist bei Reichweite und Infrastruktur Vorreiter der Branche

Technologisch gesehen ist das Unternehmen ein Vorreiter der E-Auto-Branche. Ähnlich hohe Reichweiten wie die Autos von Tesla erreicht kein anderer Hersteller im Massenmarkt rein elektrisch. Hinzu kommt die Lade-Infrastruktur des Unternehmens: Mit den derzeit 39 Schnellladestationen in Deutschland, den "Superchargern", lässt sich ein Model S in etwa einer halben Stunde wieder fast voll aufladen. Für Tesla-Kunden ist die Benutzung kostenlos.

In Deutschland sollen nach dem Ziel der Bundesregierung bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf der Straße sein. Bisher sind es allerdings gerade einmal 25000. Branchenkenner sehen die Gründe für diese geringen Zahlen vor allem in der nur sehr beschänkten öffentlichen Förderungen von E-Autos in Deutschland. Bisher sind diese auch weiter nicht in Sicht. Beim Gipfel für Elektromobilität hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nur vage neue Kaufanreize in Aussicht gestellt.

(RPO, HeBu)
 
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