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Elektroauto
Tesla meldet tödlichen Unfall mit Autopilot-Funktion

Tesla meldet ersten tödlichen Unfall mit der Autopilot-Funktion
FOTO: 3000
New York . Bei einer Fahrt mit der Autopilot-Funktion eines Tesla-Elektroautos ist erstmals ein Fahrer tödlich verunglückt. Der Zusammenstoß des selbstfahrenden Autos mit einem Lkw in den USA wird nun von der US-Verkehrssicherheitsbehörde untersucht.

Der Unfall ereignete sich nach Unternehmensangaben, als ein Lastzug im rechten Winkel vor dem selbstfahrenden Auto des Tesla-Modells S die Straße kreuzte. Möglicherweise habe der Autopilot die weiß gestrichene Seite des Lkw nicht von dem taghellen Himmel dahinter unterscheiden können. Die Bremsfunktion sei jedenfalls nicht ausgelöst worden.

Der Tesla sei dann seitlich in den Lkw gefahren, wobei seine Windschutzscheibe eingedrückt worden sei. Hätte sich das selbstfahrende Auto von vorne oder von hinten dem Lkw genähert, hätte sein eingebautes "Unfallvorbeugungssystems wahrscheinlich ernstere Verletzungen verhindert", hieß es in der Erklärung des Unternehmens. Das Unternehmen sprach von einem "tragischen Verlust". Es handle sich um den "ersten bekannt gewordenen Todesfall" bei einer Fahrt mit dem Autopiloten.

Tesla: Hände sollten am Steuer bleiben

Der 62 Jahre alte Fahrer und Besitzer des Lastwagens sagte, der Mann hinter dem Lenkrad des Unglückswagens habe zum Unfallzeitpunkt einen Harry-Potter-Film auf dem Fernsehbildschirm geschaut und sei sehr schnell unterwegs gewesen. Tesla erklärte jedoch, dass es nicht möglich sei, Videos auf dem Touchscreen des Modells S abzuspielen.

Der Tote war ein früherer langjähriger Navy Seal und Gründer einer IT-Firma. Im April noch hatte er das Autopilotsystem gelobt, nachdem es nach seinen Angaben einen Unfall mit einem Lastwagen auf einer Schnellstraße verhindert hatte. Er stellte damals ein Video von dem Vorfall online. Der Tesla S sei "das beste Auto, das ich jemals besessen habe", schrieb er.

Der Fahrzeughersteller bezeichnete ihn als "einen Freund" von Tesla und der Elektroauto-Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte das Unternehmen des Gründers Elon Musk, dass das neue System nicht perfekt sei. Fahrer müssten immer achtsam sein, hieß es in einer Erklärung. Die Hände sollten nicht vom Steuer genommen werden.

Behörde soll klären, ob die Technik funktioniert hat

Der Hersteller betonte, dass Tesla-Fahrzeuge bislang schon mehr als 200 Millionen Kilometer auf Autopilot zurückgelegt hätten, ohne dass es zu einem tödlichen Unfall gekommen sei. Im Durchschnitt aller Fahrzeuge in den USA komme ein tödlicher Unfall auf 145 Millionen gefahrene Kilometer, im weltweiten Maßstab auf 95 Millionen Kilometer.

Tesla betonte, dass die Prüfung der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA  zunächst nur vorläufigen Charakter habe. Ziel sei es festzustellen, ob das technische System planmäßig funktioniert habe. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, es sei ein Team von Sonderermittlern an den Unfallort entsandt worden. Die Prüfung ist der erste Schritt, bevor die NHTSA einen Rückruf anordnen könnte, wenn sie die Autos für unsicher hält. Davon könnten bis zu 25.000 Tesla-Wagen des Modell S betroffen sein.

Tesla hat das Autopilot-System im vergangenen Jahr vorgestellt. Es lässt Autos automatisch die Spur wechseln, die Geschwindigkeit verändern und die Bremse auslösen. Das Selbstfahrsystem kann aber jederzeit vom Fahrer überstimmt werden. Die Fahrer müssten auch bei Autopilot-Fahrten jederzeit die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

Tesla versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Autos pro Jahr bauen.

(rent/AFP/ap/reu)
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