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Manipulations-Skandal
Dobrindt lädt VW-Chef Winterkorn zum Gespräch

Dobrindt: Vom Erfinder der Gurkentruppe zum Minister
Dobrindt: Vom Erfinder der Gurkentruppe zum Minister FOTO: dpa, Maurizio Gambarini
Berlin. Während Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Abgas-Manipulationen des Volkswagen-Konzerns in den USA scharf kritisiert hat, wollen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und VW-Chef Martin Winterkorn  Regierungskreisen zufolge über die Manipulation sprechen.

Das Gespräch solle noch am Montag stattfinden, bestätigten zwei Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Daran solle auch der Präsident des Kraftfahrtbundesamtes (KBA), Ekhard Zinke, teilnehmen.

VW hatte eingeräumt, Abgaswerte von Diesel-PKW in den USA manipuliert zu haben. Das Verkehrsministerium äußerte sich zunächst nicht.

SPD-Chef Sigmar Gabriel: "Das ist schlimm"

Das ist Martin Winterkorn FOTO: dpa, ude arc lof

Derweil hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Abgas-Manipulationen des Volkswagen-Konzerns in den USA scharf kritisiert. Der Vizekanzler geht aber von keinem nachhaltigen Schaden für die deutsche Industrie insgesamt aus. "Dass das ein schlimmer Vorfall ist, ist, glaube ich, klar", sagte Gabriel am Montag in Berlin. 

Natürlich gebe es Sorge, dass der berechtigte, exzellente Ruf der deutschen Automobilindustrie und vor allem von Volkswagen darunter leidet: "Ich bin aber sicher, dass das Unternehmen schnell und restlos den Fall aufklären und die denkbar eingetreten Schäden wieder gut machen wird."

Der Fall sei aber nicht typisch. "Der Begriff "Made in Germany" ist weltweit ein Qualitätsbegriff." Deshalb müsse schnell aufgeklärt werden: "Aber ich glaube nicht, dass das ein dauerhafter und prinzipieller Schaden für die deutsche Industrie ist." Gabriel sprach sich dafür aus, Messfehler oder Manipulationen vielleicht einmal insgesamt zu überprüfen.

Ihre Rechte bei Auto-Rückrufen FOTO: Hersteller

Volkswagen hatte am Wochenende Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben, die dem Autobauer eine Milliarden-Strafe einbrocken könnten. Die US-Umweltschutzbehörde EPA verdächtigt VW, bei Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften umgangen zu haben.

VW-Aufsichtsrat will Mittwoch tagen

Unterdessen wird das oberste Kontrollorgan des Volkswagen-Konzerns nach Informationen aus Konzernkreisen am Mittwoch in einer Sitzung über die Abgas-Manipulationen bei VW-Modellen in den USA beraten. Für Mittwochabend sei ohnehin schon ein Treffen des Präsidiums zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzung am Freitag geplant gewesen, hieß es in Kreisen des VW-Konzerns. Am Vormittag werde es eine zusätzliche Sitzung des Präsidiums wegen der Vorwürfe in den USA geben, erklärte ein dritter Insider. Dem engen Führungszirkel im Aufsichtsrat gehören von der Arbeitnehmerseite der amtierende Aufsichtsratschef Berthold Huber und von der Eignerseite Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie Wolfgang Porsche für Familien Porsche und Piech an.

 

(REU)
 
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