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Abgas-Skandal wird noch größer
VW - jetzt auch 24 Benzin-Modelle unter Verdacht

VW-Abgasskandal: Diese Rechte haben Autofahrer
Wolfsburg. Bei 24 Fahrzeugmodellen mit Benzinmotor besteht ein Verdacht auf geschönte Abgaswerte. Dazu gehören VW Polo, Seat Ibiza, Seat Leon und VW Jetta. Das Kraftfahrt-Bundesamt muss jetzt prüfen.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen weitet sich offenbar erneut aus. Bei weiteren Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass womöglich mehr Benziner von falschen CO2-Angaben betroffen seien als anfangs angegeben, sagte ein VW-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des Wirtschaftsmagazins "Bilanz".

Aus einer von Volkswagen am späten Freitagabend verschickten Übersicht "kritischer CO2-Fahrzeuge" des Modelljahres 2016 geht hervor, dass insgesamt 24 Fahrzeugmodelle mit Benzinmotor betroffen sind. Bisher war nur die Rede von einem besonders sparsamen Benzinmotor mit Zylinderabschaltung gewesen, dessen CO2-Werte geschönt seien.

Volkswagen hatte Anfang November mitgeteilt, dass bei rund 800.000 Fahrzeugen falsche Kohlendioxid-Werte angegeben und damit zu niedrige Verbrauchswerte versprochen wurden. Dabei hatte es geheißen, betroffen seien überwiegend Diesel-Fahrzeuge.

Nun stellte sich heraus, dass auch die CO2-Werte des 1,0-Liter-TSI-Motors mit 95 PS im Seat Ibiza und im VW Polo betroffen sind. Auch der 1,0-Liter-Benziner mit 115 PS im Seat Leon und der 1,4-Liter-Motor im VW Jetta (125 PS) stehen im Verdacht geschönter Angaben.

Diese Marken gehören zu Volkswagen FOTO: dpa, woi vfd tmk

Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes sollen nun klären, ob die CO2-Werte tatsächlich höher sind. An der genannten Gesamtzahl von rund 800.000 betroffenen Fahrzeugen ändere sich damit aber nichts, betonte der VW-Sprecher. Er begründete dies damit, dass bei den internen Untersuchungen andere Fahrzeuge herausgefallen seien.

Volkswagen hatte im September die Manipulation von Abgaswerten bei elf Millionen Fahrzeugen weltweit zugegeben. Dabei ging es um die Manipulation von Stickoxid-Werten. Seinen Ausgang genommen hatte der Skandal in den USA.

Dort treffen sich Spitzenmanager von VW und Audi Insidern zufolge in dieser Woche mit Vertretern der US-Umweltbehörden. Dabei solle ein Plan vorgestellt werden, um die Abgasmanipulationen in den USA abzustellen, hieß es.

Die US-Umweltbehörde EPA verlangt technische Lösungen, wie die Manipulation von Stickoxidwerten bei fast 500.000 Diesel-Autos in den USA abgestellt werden soll. Weder Volkswagen noch die EPA bestätigten die Treffen. "Wir sind in laufenden Gesprächen mit VW über die nächsten Schritte", sagte eine EPA-Sprecherin lediglich.

Die kalifornische Umweltbehörde (CARB) hatte Volkswagen eine Frist bis 20. November gesetzt, um einen Plan zu präsentieren, wie der Betrug beendet werden soll. In den USA drohen Volkswagen Strafen von umgerechnet bis zu 16 Milliarden Euro.

Die Behörden werfen dem Konzern vor, eine illegale Software eingesetzt zu haben. Ein Programm in der Motorensteuerung erkennt, ob sich das Auto auf dem Prüfstand befindet und regelt die Abgaswerte so, dass Grenzwerte eingehalten werden. Im Normalbetrieb auf der Straße wird die Leistung nicht beeinträchtigt.

(rtr)
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