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Abgas-Skandal
VW kann mit Rückruf beginnen

Diese Marken gehören zu Volkswagen
Diese Marken gehören zu Volkswagen FOTO: dpa, woi vfd tmk
Düsseldorf. Es ist die endgültige Abkehr vom Prinzip Winterkorn: VW soll einen Generalbevollmächtigten für Forschung und Entwicklung geben. Dies berichtet das "Manager Magazin". Bis zu seinem Rücktritt im September hatte sich Ex-VW-Chef Martin Winterkorn persönlich um den Bereich gekümmert, ihn in Personalunion geführt.

Doch mit dieser Allmacht, die letztlich auch zu den Entwicklungen im VW-Abgasskandal beitrug, soll es erklärtermaßen unter Neu-Chef Matthias Müller vorbei sein. Er will den Volkswagen-Konzern dezentraler führen, die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen - in Zukunft wohl auch auf die von Ulrich Eichhorn. Der 54-Jährige soll den Bereich Forschung und Entwicklung konzernweit koordinieren und direkt an Müller berichten.

In Wolfsburg ist Eichhorn, momentan einer von drei Geschäftsführern des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), kein Unbekannter. Von 2000 bis 2003 war er Leiter der Konzernforschung bei VW.

Mit der Personalie schreiten die internen Aufräumarbeiten bei Volkswagen nach dem Abgas-Skandal weiter voran. Auch an anderer Stelle gibt es Fortschritte. Das Kraftfahrtbundesamt habe nun endgültig alle vorgeschlagenen Maßnahmen bewilligt, teilte VW gestern mit. Der Rückruf der 2,4 Millionen von den Software-Manipulationen betroffenen Fahrzeuge in Deutschland kann im Januar beginnen.

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Neuer Ärger droht unterdessen in China und Brüssel. In der Volksrepublik hat eine Umweltorganisation Klage gegen VW wegen des Abgas-Skandals eingereicht. In Brüssel hat das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung Ermittlungen aufgenommen.

In EU-Kreisen heißt es, es gehe um die Frage, ob VW Kredite von der Europäischen Investitionsbank zu Unrecht erhalten und EU-Gelder für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Parallel bereitet das EU-Parlament einen Untersuchungsausschuss zur Abgasaffäre vor. Er soll die Rolle der EU-Kommission und der nationalen Aufsichtsbehörden beleuchten.

Das Prinzip Winterkorn hat sich auch in Dresden überlebt: Dort wird die Produktion der Luxuslimousine Phaeton 2016 eingestellt. Stattdessen soll hier ab 2019 ein E-Phaeton mit vollelektrischem Antrieb vom Band laufen. Als die Idee vor Monaten bekannt wurde, hatte Winterkorn noch abgewunken: "Lohnt sich nicht, machen wir nicht."

(frin)
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