| 06.25 Uhr

30 Jahre alt
Diese Autos bekommen 2018 das H-Kennzeichen

H-Kennzeichen 2018 - diese Autos bekommen es
H-Kennzeichen 2018 - diese Autos bekommen es FOTO: dpa, loe
Düsseldorf. 1988 war das Jahr der Sportwagen, viele Modelle kamen damals erstmals auf den Markt. Aber auch wichtige Kompakt- und Mittelklasseauto waren dabei, die nun - 30 Jahre später - erstmals als Oldtimer zugelassen werden dürfen. Diese Modele bekommen 2018 das von vielen begehrte H-Kennzeichen.

War es Fügung oder reiner Zufall? Ausgerechnet das Jahr 1988, in dem Enzo Ferrari 90-jährig in Modena starb, hielt eine Fülle an flotten neuen Autos bereit. VW kam mit dem Corrado um die Ecke, BMW renovierte den M5, Ford ließ ein neues Cosworth-Kapitel folgen. Als hätten die Hersteller dem Sportwagenpionier ihre Ehre erweisen wollen.

30 Jahre ist das her, und wer sich für Oldtimer näher interessiert, weiß sofort: Von diesem Alter an dürfen Autos ein steuervergünstigtes H-Kennzeichen tragen, das zudem die Fahrt in städtische Umweltzonen erlaubt, wie der ADAC erläutert.

Maßgeblich für die Erteilung sind nach Angaben des Bundesverbands für Clubs klassischer Fahrzeuge (Deuvet) das Datum der Erstzulassung sowie ein unverbastelter Zustand, der dem Original entspricht.
Allenfalls zeitgenössische Umbauten sind erlaubt.

Autojahr 2017 - diese Modelle bekommen das H-Kennzeichen FOTO: Hersteller

Die folgenden Modelle dürfen sich 2018 zulassungsrechtlich erstmals Oldtimer nennen und können mit H-Kennzeichen fahren. Darunter ist allerdings kein Ferrari. Mit Neuheiten pausierte der Rennwagenhersteller im Todesjahr des Firmengründers. Die genannten Richtpreise hat Classic Data für Autos mit Zustand 2 ermittelt, die mängelfrei sind und leichte Gebrauchsspuren zeigen.

  • VW Corrado G60

Als Nachfolger des Scirocco kam 1988 das beim Karosseriebauer Karmann in Osnabrück gefertigte Coupé auf den Markt, dessen Geheimnis im Kürzel G60 lag. Es bezeichnete einen mechanischen Spirallader (G-Lader), der die aus dem Golf GTI übernommene 1,8-Liter-Maschine zur Leistungssteigerung mit viel verdichteter Luft versorgte. Ergebnis: Der Corrado übertraf in Sachen Fahrleistungen den damaligen Konkurrenten Opel Kadett GSi. Richtpreis heute: 9500 Euro.

  • Jaguar XJ-S 5.3 Cabriolet

Wurzelholz fürs Interieur, ein Zwölfzylinder unter der langen Haube und ein elektrisches Verdeck - das war 1988 die neue Offenheit beim britischen Hersteller, der mit dem Cabrio dem ab 1981 gebauten Coupé ein so schnelles wie luxuriöses Fahrzeug folgen ließ. Das Cabrio trug maßgeblich zum Erfolg der Baureihe bei - anders als der targa-artige Vorgänger mit sehr breitem Überrollbügel. Die Leistungsdaten: 217 kW/295 PS aus einem 5,3 Liter großen V-Motor. Richtpreis: 24.200 Euro.

Ratgeber Oldtimer kaufen FOTO: dpa, loe
  • BMW M5

Gekürzte Federn, stärkere Stabilisatoren und gebaut bei der BMW Motorsport GmbH, so rollte der Dampfhammer auf Basis des 535i der neu eingeführten Baureihengeneration an die Startlinie. Aus 3,5 Litern Hubraum seines Reihensechszylinders bezog er 232 kW/315 PS und konnte damit in gut sechs Sekunden auf Tempo 100 rasen. Mit seiner Spitze von 250 km/h lag er auf dem Niveau des Vorgängers. Wer die auf 340 PS aufgebohrte Version mit H-Kennzeichen möchte, muss bis 2022 warten. Richtpreis: 24.400 Euro.

  • Audi V8

Auch die Ingolstädter brachten ein Auto für ambitionierte Hobbysportler heraus, das sich allerdings auch als Luxuslimousine verstand. Der kurz V8 genannte Wagen trat im leicht umgeschneiderten - und selbstverständlich vollverzinkten - Gewand des Audi 200 auf. Er hatte aber einen Achtzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen und 184 kW/250 PS aus 3,6 Liter Hubraum eingebaut bekommen. Der sorgte für bis zu 244 km/h. Allradantrieb setzte die Kraft gut um: In bestenfalls 7,9 Sekunden knackte der V8 die Tempo-100-Marke. Auch hier folgte 1992 eine stärkere Version. Richtpreis: 9500 Euro.

  • Mercedes 190 E 2.5-16V

Die Krönung des Baby-Benz! Als habe es die oft verspottete kleine Baureihe W 201 des bis dahin nur mit größeren Limousinen befassten Herstellers nötig gehabt, bekam sie eine Sportverkleidung mit Schwellern und Spoilern - zunächst in einer 2,3-Liter-Version, ab 1988 dann auch mit 2,5 Litern Brennkammervolumen und 16 Ventilen. Heute ist der auf 143 kW/194 PS erstarkte 190er ein gesuchter Klassiker, dessen Wert steigt.
Richtpreis: 22.700 Euro.

Autojahr 2016: Diese Modelle bekommen das H-Kennzeichen FOTO: Hersteller
  • Ford Sierra Cosworth

1987 wurde das Basismodell des Sierra geliftet, im Frühjahr des Folgejahres reichten die Kölner die Cosworth-Variante nach - 150 kW/204 PS stark, generiert aus einem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbomotor. Über fünf handgeschaltete Gänge bretterte die viertürige Limousine per Heckantrieb in 6,4 Sekunden auf Tempo 100, das Maximaltempo lag bei 242 km/h. Richtpreis: 19.600 Euro.

  • Opel Vectra A

Als neuer VW-Passat-Gegner eilte dem Nachfolger des Ascona ein guter Ruf voraus. Der Hersteller zählte 50.000 Vorbestellungen, bevor das neue Auto bei den Händlern eintraf. Als Stufen- und als Schrägheck (ab 1989) kam die Rüsselsheimer Mittelklasse zu den Kunden. Ihr Cw-Wert von 0,29 war damals eine Ansage. Es gab Vergasermotoren, Direkteinspritzer und einen ersten Diesel mit Turboaufladung. Ohne Beatmung kam der 1.7 D aber auf nur 42 kW/57 PS. Für den 2.0i als viertürige Limousine mit 85 kW/115 PS gilt ein Richtpreis von 2500 Euro.

  • VW Passat

15 Jahre nach dem Ur-Passat von 1973 rollte der B3 heran - als Stufenheck sowie als weitaus populärerer Kombi Variant. Im Vergleich zum Vorgänger handelte es sich um eine völlige Neuentwicklung, die als Raumwunder gepriesen wurde, was sich beim Variant in einem Kofferraumvolumen von 521 Litern bemaß. Topmodell war der Sechzehnventiler mit 100 kW/136 PS. Richtpreis für den Vierventiler 1.8 Variant mit 79 kW/107 PS: 2900 Euro.

  • Renault R 19

Der Golf-Konkurrent, der auch Fiat Tipo oder Toyota Corolla Marktanteile abjagen sollte, war eine Neuentwicklung - und dazu ein Designstück. Für die Karosseriegestaltung zeichnete der italienische Star-Designer Giugiaro verantwortlich. Mit fast 400 Litern Kofferraumvolumen und der umlegbaren Rückbank war der Franzose der Konkurrenz voraus. Das Stufenheck Chamade und die Cabrioletversion folgten 1989 und 1991. Die Oldie-Interessenten müssen sich bei ihnen also noch gedulden, während der Dreitürer zum Beispiel mit 54 kW/73 PS schon "H"-würdig ist. Richtpreis: 1800 Euro.

Nachfolgend die komplette Liste der neuen H-Kennzeichen-Kandidaten im Jahr 2018 in alphabetischer Reigenfolge:

Alfa Romeo Spider Kat., Aston Martin Virage, Audi Coupé, Audi Coupé quattro, Audi V8, 

Bitter Type 3 (Serienstart), BMW M3 Evolution (E 30), BMW M3 Cabriolet (E 30), BMW Z1 (Produktionsstart), BMW 5er (E 34), BMW M5 (E 34), Buick Regal und Riviera in Neuauflage,

Cadillac De Ville und Brougham in neuer Generation, Chevrolet Camaro Convertible, Chevrolet Corvette ZR1 32 V, Chrysler New Yorker/Landau, Chrysler's TC by Maserati (Serienstart), Citroen BX 4x4,

Daihatsu Feroza 4WD, Dodge Spirit, Donkervoort D10, Ecosse Signature, Excalibur Grand Limousine,

Fiat Tipo, Ford Thunderbird in Neuauflage, Ford Mustang III GT/LX 5.0 V8, Ford Probe, Ford Sierra Cosworth 4x4,

Honda Legend Coupé (Marktstart), Hyundai Sonata,

Infiniti M30 (Dezember), Infiniti Q45 (Dezember), Isuzu Gemini,

Jaguar XJ-S Cabriolet, Jaguar XJ 220 seriennaher Prototyp, Jeep Cherokee,

Kia Pride,

Lada Samara 5-türig, Lamborghini Countach 25th Anniversary, Lexus ES 250 (Dezember), Lexus LS 400 (Dezember),

Maserati Karif, Mazda 121, Mazda 626 Kombi, Mazda RX-7 Cabrio (Serienstart), Mazda MPV, Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 (W 201), Mercedes-Benz 560 SE/SEC (W 126), Mercury Cougar Neuauflage, MG Maestro/Montego 2.0 Turbo, Middlebridge Scimitar GTE, Mitsubishi Lancer Fließheck, MVS Venturi Cabriolet,

Nissan Pao, Nissan Maxima, Nissan Prairie (Neuauflage), Nissan 200 SX/Silvia (Neuauflage), Nissan Skyline GTS, Nissan Laurel (Neuauflage), Nissan Patrol GR, Nissan Terrano Europaversion,

Oldsmobile Cutlass Supreme, Opel Vectra,

Panther Solo (Marktstart), Panther Kallista 1.6 (Marktstart), Peugeot 405 Break, Pontiac Grand Prix (Neuauflage), Porsche 944 S Cabriolet/944 S2, Porsche 911 Carrera Speedster, Porsche 911 Carrera 4,

Range Rover 3.9 Liter, Reliant Scimitar 1.8 T.i., Renault 19, Renault 21 Nevada, Renault Espace Quadra, Rover 800 Fastback,

Saab 9000 CD Limousine, Skoda Favorit (Marktstart), Skoda 135 G Coupé, Subaru Rex Kompressor/Minijumbo, Subaru XT6, Suzuki Alto (Neuauflage), Suzuki Swift (Neuauflage), Suzuki Vitara,

Toyota Corolla RV 4WD (Tercel-Nachfolger), Toyota Carina II, Toyota Mark II/Camry (Neuauflage), Toyota Supra Turbo, Toyota Crown (Neuauflage), Toyota 4-Runner, TVR S 2.9 Convertible, TVR Tuscan, 

Vauxhall Vectra, Volvo 440, VW Corrado, VW Passat (B3), VW California (T3),

Wartburg 1.3 (VW-Viertaktmotor),

Yugo Florida.            

(csr/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Diese Autos bekommen 2018 das H-Kennzeichen - komplette Liste, u.a. 190er, Vectra, Audi V8, BMW M5


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.