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Jubiläum: 25 Jahre Mazda 121
Kleiner Verwandlungskünstler ganz groß
2012: Mit dem Oldtimer durch Deutschland
2012: Mit dem Oldtimer durch Deutschland FOTO: dpa, Petra Kaminsky
Köln. Er begann als Billigauto und entwickelte sich zum globalen Bestseller. Die erste Generation des Mazda 121 begeisterte die Käufer rund um den Globus. Zum Erfolg trug auch das außergewöhnliche Faltschiebedach der zweiten und dritten Generation bei. Von Wolfram Nickel

Anfänge des Mazda 121

Der Mazda 121 war anfangs nicht mehr als ein preiswertes automobiles  Basisangebot im unauffälligen, kantigen Kleid. Aber genau das begeisterte die Käufer rund um den Globus so sehr, dass der 3,48 Meter kurze Kleine auch heute, ein Vierteljahrhundert nach seinem Debüt, unter anderen Namen unverändert in Produktion ist. Längst Geschichte sind dagegen die zweite und dritte Generation des Japaners. Als kultige Knutschkugel im scheinbar wegweisenden Biodesign machte er ab 1991 Furore, nicht zuletzt dank eines fabelhaften Faltdachkonzepts, das in seiner Variabilität Maßstäbe setzte.

Seine Feuertaufe hatte der 1988 vorgestellte Mazda 121 zwar bereits bestanden, dies aber unter den Modellnamen Kia Pride und Ford Festiva. Seit 1986 fertigten nämlich die kooperierenden und finanziell verflochtenen Konzerne Ford und Mazda den preiswerten Cityflitzer nicht nur in Hiroshima, sondern auch in Südkorea bei Kia. Während der neue Kleine als Festiva nun das weltweite Ford-Programm nach unten ergänzte, fand der Kia Pride als Preisbrecher sogar den Weg nach Europa und Deutschland.

Entwicklung und Fortschritte

Hier war es der serienmäßige Luxus eines Faltschiebedachs, der die Nummer 121 zur Erfolgszahl machte. Hinzu kamen praktische Details wie eine verschiebbare Rücksitzbank und eine vorbildliche Raumausnutzung, mit der Mazda in der Fachpresse Schlagzeilen verbuchte. Nicht einmal die relativ hohen Preise bremsten den Bestelleingang für den Mazda 121 LX. Rund 4.500 Käufer entschieden sich schon im Einführungsjahr für den Kleinen mit dem sogenannten Canvas Top und kraftvollem 1,4-Liter-Benziner, der immerhin 3.000 Mark mehr kostete als der billigste Volkswagen Polo und sogar teurer war als der größere Markenbruder Mazda 323.

Was die Kunden in jenen Jahren fortan suchten, war mehr Lifestyle und Lebensfreude bei den rollenden Einkaufstaschen und dazu zählten Features wie Faltdächer. Nissan (Micra), Ford (Fiesta), Opel (Corsa) und weitere Marken folgten Mazda. Für die Japaner Ansporn, ihren Vorsprung auszubauen und passend zum Frühlingsanfang 1991 die zweite Generation des Mazda 121 in den Handel zu bringen. Mit runden Formen in modischem Biodesign und einem weit nach oben gewölbtem Kuppeldach ermöglichte der neue Viertürer – also ohne die sonst so begehrte Heckklappe! - ein bei Citymobilen noch nicht gekanntes luftiges Raumgefühl. Weltweit einzigartig war das optionale, sogenannte "Drei-Wege-Canvas-Top". Das Faltdach konnte elektrisch von vorn nach hinten, von hinten nach vorn und sogar gleichzeitig in beide Richtungen betätigt werden. Und dies überaus zuverlässig und wasserdicht wie spätere Gebrauchtwagentests bestätigten. In Vergleichstests überzeugten die kultigen Knutschkugeln dagegen durch eine komfortable Fahrwerksabstimmung und dennoch agiles Handling.

Bei der Premiere der dritten 121-Generation glaubten sich die Kunden im Schauraum eines Ford-Händlers, so sehr glich der neue Mazda dem gerade aufgefrischten, in seiner Grundkonzeption aber bereits reichlich betagten Fiesta. Tatsächlich lief der Mazda 121 sogar im britischen Ford Werk Dagenham vom Band, angeblich um Probleme mit der damals für die Europäische Union geltende Einfuhrquote für japanische Automobile zu vermeiden. Tatsächlich suchte Mazda in jenen Jahren jedoch gerade wieder den Weg zurück auf die Überholspur, um an frühere Erfolge anzuknüpfen. Dabei konnte der Fiesta-Klon nur die Rolle eines Lückenfüllers übernehmen. Erst mit der neuen Markenausrichtung ab 2002 und dem dynamischen 121-Nachfolger Mazda2 ging es auch in der kleinsten Klasse wieder aufwärts.

Quelle: SP-X
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