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Verbrennungen drohen
Autofahren bei Hitze – das sollten Sie beachten

Was Autofahrer wissen wollen
Was Autofahrer wissen wollen FOTO: dpa
Düsseldorf. Bei Temperaturen über 30 Grad macht Autofahren keinen Spaß mehr, da hilft oft auch keine Klimaanlage. Verzichten können jedoch nur die Wenigsten auf ihren fahrbaren Untersatz. Auf was Sie bei Hitze im Straßenverkehr achten müssen, erklären wir hier. Von Christoph Schroeter

Auf bis zu 70 Grad Celsius kann sich ein Fahrzeug ohne Klimaanlage bei direkter Sonneneinstrahlung im Innenraum erhitzen. Das lässt den Fahrer schnell ermüden und unkonzentriert werden. Eine Folge: In der heißen Jahreszeit passieren laut Unfallforschung des ADAC häufiger schwere Unfälle, etwa durch Missachtung der Vorfahrt oder Zusammenstöße mit vorausfahrenden Fahrzeugen.

Was es sonst noch zu beachten gibt:

  • Kinder und Tiere

Kinder oder Tiere sollten bei Sommertemperaturen nie im geparkten Auto zurückgelassen werden. Der Innenraum des Fahrzeugs kann sich durch Sonneneinstrahlung pro Minute um 1 Grad aufheizen.

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"Diese Gluthitze führt in der Regel zu Ohnmacht, Kreislaufkollaps und im schlimmsten Fall zur tödlichen Bedrohung", warnen Sicherheitsexperten des Auto Club Europa (ACE). Babys und Kleinkinder seien aufgrund ihrer körperlichen Verfassung besonders gefährdet. 

"Wer bei brütender Hitze im Auto eingeschlossene Kinder oder Tiere entdeckt, sollte unverzüglich Polizei oder Rettungsdienste alarmieren", sagt der ACE. Werden im überhitzten Auto Menschen verletzt, die sich nicht selbst helfen können, droht dem Fahrer eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

  • Verbrennungen drohen

Wer in ein aufgeheiztes Auto einsteigt, sollte auf die Temperatur von Lenkrad und Schaltknauf achten. In der Sonne können sie, wie das Armaturenbrett, so heiß werden, dass man sich daran verbrennen kann. Dagegen helfen beispielsweise helle Handtücher, mit denen man das Lenkrad in der Sonne abdeckt.

Überblick: Neue und abgeschaffte Verkehrsschilder FOTO: dpa, mbk wok
  • Sonnenschutz verwenden

Ein Sonnenschutz kann helfen, das Fahrzeug vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und die größte Hitze draußen zu halten, raten die Experten vom ADAC. Diese Schutzblenden dürfen allerdings das Sichtfeld des Fahrers nicht beeinträchtigen und nur an den hinteren Scheiben angebracht werden.

  • Eincremen

Viele Autofahrer glauben, sie seien hinter den Autoscheiben vor gefährlicher Sonneneinstrahlung geschützt. Das stimmt jedoch nur bedingt, denn lediglich die Frontscheiben filtern in der Regel einen Großteil der UV-Strahlen, nicht jedoch die Seitenscheiben. Diese lassen UV-A-Strahlen meist ungefiltert durch, was auf Dauer zu Hautschäden führen kann, warnt der ADAC.

  • Richtig tanken

Die ACE-Experten raten dringend, bei Hitze den Tank nicht randvoll zu füllen. Grund: Der Kraftstoff dehnt sich bei hohen Temperaturen aus. Er kann über die Tanklüftung entweichen und sich im schlimmsten Fall entzünden. Bei sommerlichen Höchsttemperaturen entspreche das Ausdehnungsvolumen in einem 50-Liter-Tank etwa einem Liter. Mindestens um so viel weniger solle man sicherheitshalber tanken. 

Wildtiere - gefährlich fürs Auto FOTO: dpa, fz
  • Luft im Reifen

Die Gefahr, dass Autoreifen bei großer Hitze platzen, besteht hingegen nicht. "Der Luftdruck wird zwar etwas höher, das beeinträchtigt aber nicht die Sicherheit. Reifen bersten jedenfalls nicht alleine deshalb, weil sie besonders heiß sind", gibt ein ACE-Techniker Entwarnung. 

  • Fenster runter, danach Umluft

Steigt man in ein überhitztes Auto, empfiehlt es sich, zuerst alle Fenster zu öffnen. Das beseitigt den schlimmsten Hitzestau. Danach erst wird bei geschlossenen Fenstern die Klimaanlage eingeschaltet, und zwar mit der Umluftfunktion. So kühlt das Fahrzeug schneller ab, da keine heiße Luft von außen in den Innenraum gelangt. 

  • Klimaanlage nicht zu kalt einstellen

Kühlt die Klimaanlage die Temperatur im Auto zu stark herunter, drohen Erkältungen und Verspannungen. Der ADAC weist auf die Faustregel hin, dass der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen sollte. Das Gebläse sollte auch nicht direkt auf den Körper gerichtet sein. 

  • Blow-ups

Liegen die Temperaturen mehrere Tage lang über 30 Grad Celsius, drohen auf Autobahnen sogenannte Blow-ups. Dort wölbt sich die Fahrbahn an nicht vorhersehbaren Stellen auf oder kann brechen. Das ist gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer, speziell Motorradfahrer sollten besonders vorsichtig fahren.

  • Fahrtzeit richtig wählen

Bei längeren Fahrten, besonders mit Kindern, sollte der frühe Morgen sowie die Abendstunden genutzt werden. Während der Mittagshitze zwischen 12 und 15 Uhr empfiehlt es sich, im Schatten zu rasten.

Bei Nachtfahrten entgeht man zwar der Hitze, diese sollten jedoch nur angetreten werden, wenn sich der Fahrer vorher gründlich ausruhen konnte. Fährt man nachts, gilt: Größeren Sicherheitsabstand halten als am Tag, regelmäßige Pausen einlegen und sich nach Möglichkeit mit dem Beifahrer abwechseln.

  • Viel trinken

Bei sommerlichen Bedingungen sollten Autofahrer möglichst viel trinken – am besten bis zu drei Liter Wasser, Saftschorle oder ungezuckerten Tee am Tag. Wer Warnzeichen wie Kopfschmerzen und Schwindel verspürt, sollte eine Pause einlegen und den Flüssigkeitshaushalt schnell wieder auffüllen.

  • Spraydosen und Getränkeflaschen

Steigt die Temperatur im Auto über 50 Grad, können Dosen mit Deo, Haarspray und Co. explodieren. Das gilt auch für kohlensäurehaltige Getränkeflaschen. Befinden sich solche Behälter im Auto, besser im etwas kühleren Kofferraum lagern.

  • Motorradkleidung

Auch bei größter Hitze sollten Motorradfahrer die komplette Schutzkleidung tragen, rät der ACE. Grund: Baumwoll- und Jeansstoff ist bei einem Unfall schnell durchgerieben, großflächige Abschürfungen drohen.

 
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