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Ratgeber Autoreparatur
DIY oder Autowerkstatt - was man selber reparieren kann

Autoreparatur: DIY oder Autowerkstatt - was man selber reparieren kann
Zahlreiche Reparaturen kann man auch an modernen Autos noch selber durchführen, Lampenwechsel zum Beispiel. FOTO: dpa, war sir
Düsseldorf. Autos gleichen heutzutage fahrenden Computern. Sind Reparaturen in Eigenregie überhaupt noch möglich? Ölwechsel, Zündkerzen tauschen oder neue Lampen einschrauben - was man selbst erledigen kann, wovon man besser die Finger lässt, lesen Sie hier.

Moderne Autos benötigen weniger Wartung als noch vor 20 Jahren. Umgekehrt steigen die Anforderungen bei Service und kleineren Reparaturen stetig an. Mal ein Birnchen auszutauschen – das geht auch heute noch relativ einfach. Einen ganzen Scheinwerfer, da wird es schon schwierig. 

Was kann man angesichts enorm gestiegener technischer Anforderungen noch selbst erledigen und wovon sollten Autofahrer die Finger lassen? Zehn Tipps vom Tüv Süd:

  • Reifen wechseln

Den Wechsel der Sommer- und Winterbereifung erledigen viele Autofahrer selbst. Ein paar Grundkenntnisse vorausgesetzt, ist das kein Problem. Allerdings ist ein Drehmomentschlüssel nötig. Vibriert das Lenkrad nach dem Tausch der Räder, ist doch die Fahrt zum Auswuchten beim Reifendienst angesagt. 

  • Lack ausbessern

Kleine Lackschäden sind genau das Richtige für Selbermacher. Mit Tupflack lässt sich Rost an Steinschlagschäden stoppen. Geduldige und geschickte Heimwerker erzielen sogar mit Spraydosen akzeptable Ergebnisse. Jedoch darf niemand ein makelloses Finish erwarten wie bei der Werks- oder einer Profilackierung. Das gilt vor allem für Metallic-Farben.

Tüv: Die schrägsten Ausreden der Autofahrer FOTO: Tüv Rheinland
  • Öl wechseln

Früher haben mehr Menschen das Motoröl selbst gewechselt. Eberhard Lang vom Tüv Süd: "Die Wechselintervalle sind inzwischen so lang, dass sie mit anderen Arbeiten in der Werkstatt zusammenfallen. Außerdem brauchen immer mehr Motoren ungewöhnliche Spezialöle." Wer sich bei dessen Auswahl ganz sicher ist, kann auch heute noch selbst wechseln – eine saubere Arbeitsweise und umweltgerechte Entsorgung des Altöls vorausgesetzt. Zum Ölwechsel gehört natürlich der Austausch des Filters.

  • Motor und Unterboden waschen

Es gibt viele Stellen, an denen ein Auto jenseits der Wagenwäsche von einer Reinigung profitiert. "Ein sauberer Motor neigt viel seltener zu Störungen und Reparaturen", sagt Lang. Wer zudem den Unterboden, Achs- und Radaufhängungskomponenten regelmäßig reinigt, verhindert Korrosion. Das erhält den Wert und macht sich spätestens beim Weiterverkauf bemerkbar. Achtung: Motorwäschen sind nur an dafür freigegebenen Waschplätzen erlaubt.

  • Filter wechseln

Der Wechsel von Luftfiltern bereitet in der Regel kein Problem. Zusammen mit den Zündkerzen tragen diese Teile am meisten zu einem sparsamen und umweltfreundlichen Betrieb bei. Nahezu alle neueren Autos haben übrigens einen zweiten Luftfilter – für die Innenraumluft. Er sollte sogar öfter ersetzt werden. Sonst bildet der Pollenfilter einen idealen Nährboden für Krankheitskeime.

  • Zündkerzen wechseln

Zündkerzen versehen 40.000 oder mehr Kilometer klaglos ihren Dienst. Sind sie dann aber abgebrannt, leiden Leistung, Verbrauch und Umwelt erheblich. Für den Austausch empfiehlt sich zur Schonung der Gewinde in Leichtmetallmotoren ein Drehmomentschlüssel. Und Vorsicht: Die Zündung keinesfalls während der Arbeit einschalten. Moderne Zündanlagen arbeiten mit lebensgefährlichen Spannungen.

  • Lampen wechseln

Der Austausch von Blinker- und Standlichtlampen braucht mitunter Zeit und deshalb lässt sich dabei durch Do-it-yourself durchaus Geld sparen. Nach dem Ersatz von Scheinwerferlampen empfiehlt es sich, die Einstellung der Scheinwerfer in der Werkstatt überprüfen zu lassen. Das kostet in aller Regel weniger als der Wechsel. Tabu: Arbeiten am Xenon-Licht - hier treten Spannungen von bis zu 50.000 Volt auf.

  • Beim Riemen sind Schrauber gefragt

Statt eines antiquierten Keilriemens treiben heute aufwändige Flachriemen die Nebenaggregate wie Generator, Servolenkungspumpe oder Klima-Kompressor an. Der Wechsel ist schon wegen der mitunter komplizierten Führung nur erfahrenen Schraubern zu empfehlen.

Das gilt in verstärktem Maß für den vorgeschriebenen Wechsel des Zahnriemens. Wer hier nicht penibel arbeitet und bei der Grundeinstellung der Nockenwellen oder beim Spannen Fehler macht, riskiert einen kapitalen Motorschaden. Den Zahnriemen nicht zu wechseln, birgt die gleiche Gefahr. Reißt er, bedeutet das in aller Regel das Aus für den Motor.

  • Auspuff

Arbeiten an der Auspuffanlage sind von Rost, Schmutz und üblicherweise Flüchen begleitet. Selbst handwerklich geschickte Menschen verzweifeln dabei schon mal an schier nicht lösbaren Schellen und undichten Verbindungen. Anzuraten ist das nur Hartgesottenen. Unbedingt nötig ist zudem eine Hebebühne oder Grube. Ein (sorgfältig!) aufgebocktes Auto bietet für Auspuffarbeiten selten die nötige Bewegungsfreiheit für sperrige Rohre und Töpfe.

  • Finger weg

Bremsen, Lenkung und Radaufhängungen sollte nur geschultes Personal einer Werkstatt reparieren. "Dort sind Fachkenntnisse unbedingt nötig. Wer keine entsprechende Ausbildung hat, muss solche Arbeiten einer Werkstatt überlassen", rät Lang.

(csr)
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