| 13.04 Uhr

EM-Fanartikel im Test
Mit dem Deutschland-Fähnchen auf die Autobahn?

EM-Fanartikel im Test: Mit Deutschland-Fähnchen auf die Autobahn?
Nicht alles, was an Autoschmuck gekauft werden kann, sollte auch am Gefährt angebracht werden. FOTO: dpa, loe sir ink
Düsseldorf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Straßen wieder mit schwarz-rot-gold-geschmückten Autos übersät sind, die EM steht vor der Tür. Jedoch sollte man sich vorher gut überlegen, welches Fähnchen, welchen Überzieher oder sonstigen Schnickschnack man an seinem Gefährt anbringt. Ein Kollaps der Bordelektronik ist nicht auszuschließen.

Bis vor ein paar Jahren war die Auswahl an Fan-Equipment noch überschaubar: Es gab Fähnchen, Minitrikots und Aufkleber. Danach kamen weitere Extras wie Spiegelsocken dazu.

Seitdem wächst das Angebot an Fan-Utensilien stetig: Von A wie Autofinne bis W wie Wischerhand bleibt kaum ein Wunsch offen.

Bei zehn dieser Fan-Gimmicks für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich haben die Tester von ACE Auto Club Europa Montage- und Sicherheitshinweise geprüft und die Utensilien dann auf einer Teststrecke einem Härtetest unterzogen.

Weltmeister! Deutschland ein Autokorso FOTO: dpa, brx nic

Sechs Produkte konnten dabei überzeugen: Neben den Klassikern Fähnchen (in verschiedenen Varianten) eignen sich auch Motorhauben-Bezug und Magnetflagge für das nächste Sommermärchen. Wer etwas Neues ausprobieren möchte, greift auf Fanflosse und Windhose zurück. Sie sind stabil und halten auch höhere Geschwindigkeiten aus.

Autofinne und Fensterflagge konnten die Tester hingegen nicht ganz überzeugen: Die Finne war kniffelig zu montieren. Sie kann wegen der Klebestreifen auch nur einmal verwendet werden. Die Fensterflaggen wiederum sehen zwar gut aus, behindern allerdings die Rundumsicht und damit auch die Sicherheit.

Von zwei Produkten (Spiegelsocken, Heckscheibenwischerhand) raten die Tester aus Sicherheitsgründen ab: Die Spiegelsocken verdecken den integrierten Blinker und brachten beim Testwagen sogar die Fahrassistenz-Systeme zum Absturz, deren Sensoren im Spiegel verbaut sind. Die Wischerhand reißt schon bei Stadt-Geschwindigkeit ab.

Düsseldorfer feiern WM-Titel mit Autokorso FOTO: Krebs, Andreas

Das Fazit: Zwar lässt sich das meiste Equipment einfach anbringen. Doch was die Warnhinweise angeht, müssen alle Anbieter dringend nachbessern: Denn bei fast allen Produkten fehlen wichtige Montage- oder Sicherheitshinweise. Nur bei vier Produkten wird überhaupt eine empfohlene Höchstgeschwindigkeit genannt.

Ausfall von Assistenzsystemen

Und auch wenn einige der Teile durchaus höhere Geschwindigkeiten aushalten: Bei Fahrten außerhalb der Stadt sollte das ganze Equipment abgenommen werden. Denn im Test reißt schon bei niedriger Geschwindigkeit die Wischerhand ab. Passiert das auf der Landstraße, kann das einen nachfolgenden Motorradfahrer unter Umständen aus der Bahn werfen.

Von Spiegelsocken rät der ACE komplett ab – zumindest bei modernen Autos. Im Test verursachen die Überzieher bei einem Mercedes erst den Ausfall des Totwinkel-Assistenten, dann verabschieden sich Verkehrszeichen- und Fernlicht-Assistent sowie das ESP.

Die Socken verdecken außerdem die Spiegelfläche und den integrierten Blinker – beides laut Straßenverkehrsordnung verboten, weil es die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Und bei aller Fußball-Euphorie gilt: Im Straßenverkehr sollte immer die Sicherheit auf dem ersten Platz stehen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

EM-Fanartikel im Test: Mit Deutschland-Fähnchen auf die Autobahn?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.