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Schlechte Sicht und Laub auf der Straße
Herbst ist für Autofahrer besonders tückisch

5 Tipps zum Fahren bei Wind und Sturm
5 Tipps zum Fahren bei Wind und Sturm FOTO: DVR
München. Die Tage werden kürzer und die Sicht aufgrund der Witterungsbedingungen schlechter - der Herbst kann für Autofahrer zu einer gefährlichen Angelegenheit werden. Vorausschauendes Fahren ist ebenso wichtig wie eine funktionierende Technik - allen voran die Bremsen. Von Nicolas Berthold

Wenn Autofahrer in einer Gefahrensituation abrupt die Geschwindigkeit drosseln müssen, zählt jede Zehntelsekunde. Gerade jetzt im Herbst lauern viele Gefahren auf die Verkehrsteilnehmer.

Regen und Nebel verschlechtern die Sicht für Autofahrer. Herabfallenes Laub verwandelt die Straße in eine Rutschbahn. Wildtiere, die plötzlich aus der Dunkelheit auf die Straße hetzen und stehen bleiben, werden zu einer ernsthaften Bedrohung für alle Beteiligten.

Bremsen sind entscheidend

Rücksichtsvolles, vorausschauendes Steuern des Fahrzeugs und ausreichend Abstand zum Vordermann sind ebenso Voraussetzung wie eine eine funktionierende Technik. In der kalten und dunklen Jahreszeit spielen die Bremsen eine entscheidende Rolle.

Bremsen und Bremsscheiben sollten intakt sein. Seit Anfang 2012 gelten bei der Hauptuntersuchung strengere Grenzwerte für die Bremsen. Bei der Prüfung muss mindestens eine Abbremswirkung von 58 Prozent erreicht werden, bis Ende 2011 genügten 48 Prozent. Zudem wird die Bremswirkung nun auch achsweise beurteilt. Das soll die Sicherheit der Autofahrer erhöhen.

Wie lang ist Bremsweg?

Nur die wenigsten Autofahrer haben eine Vorstellung davon, wie der Bremsweg ihres Autos ist. Als Bremsweg wird die Strecke bezeichnet, die ein Auto vom Beginn des Bremsvorgangs zum vollständigen Stopp zurücklegt.

Zwar ist der Bremsweg unter anderem abhängig vom Zustand des Fahrzeugs, der Reifen und Fahrbahn, der Reaktionsfähigkeit des Autofahrers und der Zuladung, jedoch gilt grundsätzlich folgende Faustregel: Teilen Sie die Geschwindigkeit durch zehn und rechnen das Ganze zum Quadrat.

50 Meter bei Tempo 100

Ein Beispiel: Bei Tempo 100 ergibt sich daraus ein "normaler" Bremsweg von 100 Metern. Anders verhält es sich bei Gefahrenbremsungen, also abrupten Bremsungen bzw. Vollbremsungen. Hier raten Experten, den normalen Bremsweg zu halbieren. In diesem Fall also nur noch 50 Meter.

Nicht alle Autofahrer kennen diese Faustregel oder sind entsprechend vorbereitet. Einige vertrauen auf ihr fahrerisches Können, setzen weiter auf Sommerreifen oder versäumen es, ihr Auto einer sorgfältigen Brems-Untersuchung bei Tüv oder Dekra zu unterziehen.

Hohes Risiko mit Sommerreifen

Die wenigen Unbelehrbaren, die ab Oktober nicht auf Winterreifen umgerüstet haben und weiter mit Sommerreifen unterwegs sind, gehen ein hohes Risiko ein. Sommerreifen verursachen einen längeren Bremsweg, verringern die Fahrstabilität in Kurven und gefährden so die Fahrsicherheit.

In einigen Teilen Deutschlands ist am Wochenende bereits der erste Schnee gefallen. Verschneite oder vereiste Steigungen für Autos mit Sommerreifen sind nicht mehr zu bewältigen. Wenn der Autofahrer sein Fahrzeug noch nicht "auf Winter" umgerüstet hat, sollte er sich gut überlegen, ob er das Auto nicht lieber stehen lässt.

Fahrsicherheitstraining ist sinnvoll

Wer im Herbst und Winter noch mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in Flensburg, er nimmt zudem in Kauf, in einer Gefahrensituation einen längeren Bremsweg zu haben.

Der ADAC rät Autofahrern, zumindest einmal an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen. Hier durchfahren Fahrzeughalter mit ihrem Auto Extrem- und Gefahrensituationen - nasse oder glatte Fahrbahnen beispielsweise. Sie lernen, welche Kräfte bei einem Bremsvorgang auf ihr Auto wirken und können anschließend besser einschätzen, wie sie sich verhalten zu haben.

(rpo)
 
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