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Ratgeber
Rettungsgasse bilden - so wird es gemacht

Rettungsgasse bilden bei 2, 3 oder 4 Spuren auf der Autobahn
Der Idealfall, der leider zu selten anzutreffen ist: Autofahrer bilden auf der Autobahn eine Rettungsgasse. FOTO: ADAC
Düsseldorf. Kommt es auf der Autobahn, in einem Tunnel oder auch in der Stadt zu einem Unfall, ist es wichtig, für Kranken- und Notarztwagen eine Rettungsgasse zu bilden. Doch wenn es drauf ankommt, wissen nur die wenigsten Autofahrer, wohin sie ausweichen sollen. Wir erklären, wie es funktioniert. Von Christoph Schroeter

Immer wieder verlieren die Einsatzkräfte bei der Anfahrt zu einem Unfallort wertvolle Zeit, weil die Autofahrer keine Rettungsgasse bilden. Oft wissen die Verkehrsteilnehmer nicht, dass sie gesetzlich zur Bildung der Rettungsgasse verpflichtet sind.

Auch die Bestimmungen, wie der rettende Weg frei gemacht werden muss, sind häufig unbekannt. Eine Umfrage durch den ADAC ergab, dass nur 39 Prozent der Befragten wussten, wie eine Rettungsgasse gebildet wird.

Was ist also zu beachten, wenn es zu einem Unfall gekommen ist und sich der Verkehr staut?

Wann muss eine Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem Stau sollten Autofahrer schon vor dem Stillstand an die Rettungsgasse denken. Bereits wenn der Verkehr stockt, steuert man das Auto idealerweise an den Rand des Fahrstreifens, rät die Prüforganisation Dekra. Denn sobald die Autos einmal stehen, bereitet es oft große Probleme, Platz für die Rettungsfahrzeuge zu schaffen.

Der ADAC rät, bereits bei stockendem Verkehr fünf Meter Abstand zum Vordermann zu halten, um bei Stau dann noch eine Rettungsgasse bilden zu können. Das gilt auch - und besonders - in Tunneln.

FOTO: ADAC

Wie funktioniert die Rettungsgasse?

Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) erklärt zur Rettungsgasse: "Auf zweispurigen Strecken wird diese in der Mitte beider Spuren gebildet, bei drei Spuren zwischen der linken und mittleren Spur." 

Auf Autobahnen und Straßen mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur also nach links aus. Wer auf dem mittleren oder rechten Fahrstreifen unterwegs ist, orientiert sich nach rechts. Auf vierspurigen Autobahnen in Deutschland ist die Rettungsgasse in der Mitte zu bilden.

Können die Rettungsfahrzeuge nicht den Standstreifen benutzen?

Die Standspur ist nicht an allen Autobahnen durchgehend ausgebaut oder breit genug. Zudem könnten dort Pannenfahrzeuge stehen.

Wie lange muss die Gasse offen gehalten werden?

Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, darf man erst dann auf seine Fahrspur zurück, wenn sich der Stau auflöst.

Künftig sollen Vorgaben für Rettungsgassen auf Autobahnen und großen Bundesstraßen einfacher werden. Dann soll gelten, dass bei Straßen mit mindestens zwei Streifen die Gasse zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen frei zu halten ist - also bei drei Fahrspuren zwischen der ganz linken und den beiden rechten daneben.

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