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Mit Krallen und Kameras
Sicherheitstipps für Caravan und Wohnmobil

Sicherheitstipps für Caravan und Wohnmobil - Krallen und Kameras
Ungetrübte Campingidylle: Damit das auch so bleibt, raten Experten dazu, Caravans und Wohnmobile gut zu sichern. FOTO: dpa, loe
Düsseldorf. Auch Reisemobile und Wohnanhänger werden gern von Dieben heimgesucht. Mittlerweile gibt es in allen Preisklassen ein breites Angebot an Sicherungszubehör. Aber auch den Schutz der Passagiere sollten die Camper nicht vergessen.

Wer mit einem Reisemobil oder Caravan unterwegs ist, verbringt viel Zeit im rollenden Zuhause. Um nachts oder nach der Rückkehr von einem Ausflug keine böse Überraschung zu erleben, sollte es aber gut sichern.

"Die in aller Regel verbauten Kunststofffenster und Leichtbautüren stellen für Kriminelle keine sonderlich hohe Hürde dar", sagt Heiko Paul vom Fachmagazin "Reisemobil International" und rät zu weiteren Sicherheitselementen wie Zusatzschlössern oder Alarmanlagen.

Nachrüstbare Alarmanlagen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Manche kombinieren Bewegungsmelder mit Türsensoren, andere werden zusätzlich komplett an das Bordnetz angeschlossen und sichern dadurch bei Reisemobilen auch alle Original-Fahrzeugtüren. "Das ist sicherlich die beste Lösung", so Paul. Er weist aber darauf hin, dass sich viele Systeme durch Störsender sabotieren lassen.

Caravaning 2017 - das sind die aktuellen Trends bei Reisemobilen FOTO: dpa, loe

Grundsätzlich gebe es nachrüstbare Alarmanlagen bereits ab 149 Euro und ganz einfache Systeme, die nur einzelne Fenster oder Türen absichern, bereits ab 40 Euro. "Systeme wie Carawarn, die nur eine Tür absichern, sind für Caravans besser geeignet als für Reisemobile", sagt Paul.

Gestohlenes Wohnmobil mit Ortungsdienst wiederfinden

Ist das komplette Fahrzeug verschwunden, helfen nur noch Ortungssysteme, die oft auch als Ergänzung zu Alarmanlagen angeboten werden. Sie funktionieren mit SIM-Karten und können zum Beispiel so programmiert werden, dass der Standort in regelmäßigen Abständen an eine zuvor hinterlegte Telefonnummer verschickt wird.

"Der Vorteil ist, dass das System sehr schnell in jedem Fahrzeug nachgerüstet werden kann und völlig autark über eine eigene Stromversorgung funktioniert", erläutert Markus Teubner von Vodafone.

Das Mobilfunkunternehmen bietet mit dem "Vodafone Vehicle Defence" eine Telematik-Box für knapp 240 Euro an, in der die Daten-SIM-Karte gleich integriert ist. Ein zusätzlicher Mobilfunkvertrag müsse nicht abgeschlossen werden. Ähnliche Systeme gibt es auch von Thitronik oder auch von Ebi-Tec.

Hymer Exsis-I - siebeneinhalb Meter langes Leichtgewicht FOTO: Hymer

Passende Apps zeigen dann auf einer Karte an, wo sich das gestohlene Fahrzeug befindet. Detektiv spielen sollte jedoch kein geschädigter Campingmobilbesitzer, warnt Teubner: "Um die Wiederbeschaffung des Fahrzeugs sollten sich nur die Polizeibehörden kümmern, an die dann alle Daten weitergeleitet werden."

Wildkamera als günstige Alternative

Aber "einfache, mechanische Türsicherungen haben bereits eine hohe abschreckende Wirkung", sagt Johannes Boos vom ADAC. Von Fiamma und Thule etwa gibt es Zusatzriegel ab 50 beziehungsweise 75 Euro, die sich von außen über die Tür schieben. "Damit kann bereits effektiv verhindert werden, dass die Tür in wenigen Sekunden aufgehebelt wird", sagt Paul. Die Erfahrung zeige, dass Diebe schnell von ihrem Vorhaben abrücken, wenn sie nicht wie geplant zum Ziel kommen.

Auch ein heller Strahler mit Bewegungsmelder kann abschrecken. Eine weitere Möglichkeit sind Kamerasysteme. Zu den Highend-Lösungen zählt hier ein System von Tevidi, das die Bilder via WLAN an einen Rechner überträgt und ab rund 2300 Euro kostet.

"Je nach Ausführung gibt es auch die Möglichkeit, sich die Bilder automatisch aufs Handy schicken zu lassen", sagt Paul. Eine einfache und günstige Alternative: sogenannte Wildkameras, die auf Bewegungen reagieren und auch nachts via Infrarot funktionieren. Diese sind bereits ab etwa 60 Euro erhältlich. Einen Alarm jedoch lösen sie nicht aus.

Wohnmobil Eura-Mobil Integra - luxuriös unterwegs FOTO: Eura Mobil

Wertsachen in den Tresor

Für Wertsachen rät der ADAC zu Tresoren. "Sie bieten auf jeden Fall einen besseren Schutz, als wenn man Geldbeträge zum Beispiel im Kleiderschrank aufbewahrt", sagt Boos. Wichtig ist, dass sie fest mit dem Fahrzeug verbunden sind und nicht einfach herausgetragen werden könnten. Einfache Modelle gebe es bereits für rund 20 Euro. Ein Tresor mit einem guten Sicherheitsniveau kostet jedoch laut Paul rund 150 Euro.

Zu den bewährtesten, einfachsten und auch günstigsten Maßnahmen gegen Fahrzeugklau zählt die Parkkralle. "Die Montage dauert nur wenige Sekunden, das Fahrzeug aber ist damit sehr effektiv gegen Diebstahl geschützt", sagt Paul. Hersteller wie Heyner oder Milenco böten solche Systeme ab etwa 70 Euro an. Und für einen Wohnanhänger gibt es bereits ab circa 20 Euro Schlösser für die Anhängerkupplung, die verhindern, dass der Caravan gestohlen werden kann.

Auch an die eigene Sicherheit sollten die Camper denken. Zwar seien Sicherheitslecks im Gassystem die absolute Ausnahme, sagt Daniel Rätz vom Caravaning Industrie Verband. Dennoch: Gaswarner können das Sicherheitsgefühl erhöhen und eine sinnvolle Ergänzung sein.

Sie reagieren in der Regel auf Propan, Butan und Narkosegase, manche zusätzlich auch auf Kohlenmonoxid. Wichtig ist, die Geräte und Sensoren richtig zu montieren: "Für Propan und Butan in Bodennähe, für das viel leichtere Kohlenmonoxid hingegen kurz unterhalb der Decke", erklärt Paul.

Handy als Abschreckung

Trotz aller Hilfsmittel gilt: Ein umsichtiges Verhalten kann helfen, Gefahren bereits im Vorfeld einzudämmen. So rät der ADAC Urlaubern dazu, bevorzugt auf Stellplätzen zu nächtigen, die gut einsehbar sind. "Man sollte sein Fahrzeug auch nicht unbedingt direkt hinter hohen Hecken abstellen", rät Boos.

Generell aber sei die Zahl von Diebstählen auf Campingplätzen sehr gering. "Die meisten Einbrüche gibt es nach wie vor zu Urlaubszeiten und beim Abstellen auf Autobahnrastanlagen." Bewachte Stell- und Campingplätze seien daher immer die bessere Alternative.

Daneben rät der ADAC dazu, immer ein eingeschaltetes Handy parat zu haben. Vor allem Straßenräuber, die beispielsweise eine Panne vortäuschen, würden schnell von ihrem Vorhaben ablassen, wenn signalisiert werde, dass Hilfe per Telefon geholt wird.

(csr/dpa)
 
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