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Test von ADAC und Stiftung Warentest
Kinder-Fahrradhelme teils mit Schadstoffen belastet

Im Test - Fahrradhelme für Kinder
Im Test - Fahrradhelme für Kinder FOTO: dpa, loe zeh gab
Düsseldorf. Viele Fahrradhelme für Kinder sind in der Dunkelheit schlecht zu erkennen. Das geht aus einem Test des ADAC und der Stiftung Warentest hervor.

Ein guter Fahrradhelm schützt vor schweren oder gar tödlichen Kopfverletzungen. In dem Test wurde geprüft, wie sicher Fahrradhelme für Kinder und Kleinkinder im Alltag sind.

Ergebnis: Knapp die Hälfte der 19 getesteten Helme erhielt die Note "gut". Zwei sind für kleine Kinderköpfe gefährlich groß. Das Hauptproblem bei fast allen: In der Dunkelheit sind sie schlecht zu erkennen.

Bei den elf Kinderhelmen, ausgewiesen für etwa Zehnjährige, schneiden fünf gut ab. Testsieger ist Cratoni, der am besten schützt, dicht gefolgt von Bell. Testverlierer ist Abus. Der Helm fällt durch, da seine Gurte mit dem Schadstoff Naphthalin belastet sind. Der Fischer-Helm verträgt keine Hitze: Er verformt sich bei 75 Grad und wurde deshalb abgewertet. Sein Verstellring kann bei einem Sturz den Hinterkopf sogar verletzten.

Bei den acht Kleinkinderhelmen - gedacht für die Kopfgröße von etwa Dreijährigen - führen Nutcase, Abus und Alpina die Hitliste bei Unfallschutz und Handhabung an. O'Neal und Melon weichen erheblich vom ausgewiesenen Kopfumfang ab.

Vergleich: Fahrradhelme im ADAC-Test 2013 FOTO: ADAC

Daher sitzen sie auf kleinen Köpfen zu locker und fallen bei der Abstreifprüfung durch. Beim Melon fanden die Tester deutliche Mengen an Naphthalin im Gurt, beim Giro hohe Mengen in den Polstern. Der Stoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Problem: Sichtbarkeit im Dunkeln

Alle Helme kommen beim Tragekomfort "gut" bis "befriedigend" weg. Das Schutzniveau ist bei fast allen hoch. Drei Helme waren deutlich mit Schadstoffen belastet, etwa im Kinnband.

Zwei der Kleinkinderhelme fielen deutlich größer aus als vom Hersteller angegeben. Zwei schwächelten bei der Hitzebeständigkeit. Bei der Erkennbarkeit im Dunkeln hapert es durchgängig bei allen Modellen.

Sämtliche Kinderhelme waren nach den Kriterien Unfallschutz, Komfort und Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffe untersucht worden.

Zum Unfallschutz gehört das Prüfen der Stoßdämpfung. Hierfür wird ein Helm auf einen flachen und auf einen kantigen Sockel geschlagen. Eine Rotationsprüfung trug dem neuesten Stand der Kopfverletzungsforschung Rechnung. Insgesamt schneiden alle Helme bei dieser zusätzlich durchgeführten Stoßprüfung "gut" bis "befriedigend" ab.

Beim Unfallschutz ging es auch um die Abstreifsicherheit. Ein Helm darf sich beim Unfall nicht vom Kopf lösen; das Kinnband, das mit einem Schlaggewicht belastet war, durfte bei der Prüfung nicht reißen. Es wurde zudem untersucht, ob die Helme gut zu handhaben, bequem zu tragen, gut an den Kopf angepasst sowie belüftet sind.

- Die Ausgabe 6/2016 der Zeitschrift "test" erscheint am Freitag, 27. Mai 2016, dort ist der komplette Test zu finden

(csr)
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