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ADAC und Stiftung Warentest
Viele Winterreifen mit Nässe-Schwächen

ADAC und Stiftung Warentest: Viele Winterreifen mit Nässe-Schwächen
FOTO: Woitschützke/Weber
Düsseldorf. Autofahrer müssen für zufriedenstellende Winterreifen keine teuren Spitzenmodelle kaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie von ADAC und Stiftung Warentest. Von 35 Modellen erhalten vier die Note "mangelhaft", fünf Modelle sind "gut". Von Ludwig Krause

Wer beim Reifenkauf Preise vergleicht und seine Fahrgewohnheiten berücksichtigt, kann auch bei neuen Modellen ein Schnäppchen machen. Insgesamt 35 Winterreifen-Modelle für die untere Mittelklasse und Kleinwagen haben ADAC und Stiftung Warentest geprüft. Fünf Modelle schnitten mit der Note "gut" ab, viermal gab es ein "mangelhaft". 25 von 35 getesteten Reifen erhielten ein "befriedigend". Ein Fazit: Die Hersteller nehmen Schwächen bei Nässe in Kauf, um die Leistungsfähigkeit auf Schnee, Eis und trockener Fahrbahn sowie beim Rollwiderstand und Verschleiß zu verbessern. Pneus, die etwas schwächer in den Kategorien Spritverbrauch oder Verschleiß abschneiden, eignen sich dennoch gut für Zweitwagen, die auf kürzeren Strecken eingesetzt werden. Getestet wurde bei Kleinwagen und in der unteren Mittelklasse.

Wann sollte man Winterreifen nutzen? Die Faustregel heißt "O bis O" - von Oktober bis Ostern.

Fünf Irrtümer über Winterreifen FOTO: dpa, Patrick Pleul

Gibt es eine Winterreifen-Pflicht? Nein. Wenn es nicht friert, sind Autofahrer auch im Winter nicht verpflichtet, mit Winterreifen zu fahren. Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit Sommerreifen fährt, dem drohen dagegen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei. Wird infolge falscher Bereifung der Verkehr behindert, erhöht sich das Bußgeld. Im Schadenfall durch falsche Bereifung drohen Schadenersatzforderungen.

Woran erkennt man Winterreifen? An dem Symbol "M+S" (Matsch und Schnee) in Kombination mit einem Schneeflockensymbol. Die Schneeflocke erhält ein Reifen erst, wenn er einen standardisierten Test durchläuft und besteht.

Reifenwechsel im Selbstversuch FOTO: Seybert, Gerhard

Dürfen bei Schnee und Eis Ganzjahresreifen verwendet werden? Generell ja. Auch hier sollte man auf die "M+S"- und Schneeflocken-Symbole achten.

Wie teuer sind Winterreifen? Das ist je nach Tagespreis unterschiedlich. Die getesteten Modelle schwankten zwischen 33 und 149 Euro. Sowohl für Sommer- als auch für Winterreifen gilt: Am günstigsten sind sie, wenn man sie antizyklisch kauft.

Zehn Tipps für die kalte Jahreszeit FOTO: dpa, crj fdt

Wie teuer ist die Montage eines Reifensatzes auf Felgen? Die Preise liegen je nach Werkstatt zwischen zwölf und 38 Euro. In der Mehrheit verlangen die Anbieter aber weniger als 20 Euro für den Reifenwechsel.

Was haben der ADAC und die Stiftung Warentest geprüft? Das Fahr- und Bremsverhalten der Pneus auf nasser und trockener Fahrbahn, bei winterlichen Straßenverhältnissen, bei Aquaplaning sowie hinsichtlich des Geräuschpegels, des Kraftstoffverbrauchs, der Höchstgeschwindigkeit und des Verschleißes.

Testsieger bei Kleinwagen Besonders ausgewogen und auf hohem Niveau bei den Winterreifen für Kleinwagen sind der Goodyear UltraGrip 9 und der Michelin Alpin A4. Während der Reifen von Goodyear die Bestnote bei Nässe und geringem Verbrauch vorweisen kann, erzielt der Michelin die höchste Laufleistung. Bestnoten bei Schnee und Eis sowie beim Spritverbrauch hat im Test der Dunlop Winter Response 2 erzielt.

Testsieger in der unteren Mittelklasse Der Continental ContiWinterContact TS 850 erzielt Bestnoten bei Nässe, Schnee und beim Verschleiß. Auf trockener Fahrbahn erzielt der Yokohama W.drive V905 die Bestnote.

Quelle: RP
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