| 08.42 Uhr

Alle Fragen und Antworten
Was Autofahrer zum drohenden Diesel-Fahrverbot googeln

Was Autofahrer zum drohenden Diesel-Fahrverbot googeln
Ein Messcontainer des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz misst in Düsseldorf die Luftqualität (Archiv). FOTO: dpa, fg fgj aba wie
Düsseldorf. Kommen tatsächlich Diesel-Fahrverbote für deutsche Innenstädte? In Düsseldorf wird das immer wahrscheinlicher. Wir haben die meistgegoogelten Fragen zum Thema zusammengetragen - und beantwortet. Von Christoph Schroeter
  1. "Kommt ein Diesel-Fahrverbot?"
    "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Dieselfahrverbote 2018 kommen, und das ist unabhängig zu sehen vom Dieselgipfel am Dienstag im Kanzleramt", sagt Anja Smetanin vom ACE Auto Club Europa. Denn die EU-Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit der Menschen würden bereits vielerorts und seit langer Zeit überschritten. Städte, die besonders unter zu hohen Stickoxid-Emissionen leiden, müssten der EU jetzt nachweisen, dass die Belastung zurückgehe. Doch in vielen Städten sei kein Fortschritt zu erkennen, sagt Smetanin. Hinzu kämen die anstehenden Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Düsseldorf, München und  Stuttgart.

  2. "Ab wann kommt das Diesel-Fahrverbot?"
    Die Frage ist, wann es frühestens in Kraft treten könnte, wenn es denn kommt. Entscheidend wird das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig am 22. Februar 2018 sein: Dann wird höchstrichterlich zum Thema entschieden.

  3. "Für wen gilt das Fahrverbot?"
    "Voraussichtlich werden Fahrverbote alle Diesel mit der Abgasnorm Euro-5 und älter betreffen", sagt Matthias Knobloch vom ACE. Euro-5-Fahrzeugen könnte ein Softwareupdate helfen, mit dem der Stickoxid-Ausstoß gesenkt würde. Diese Update-Fahrzeuge könnten dann die neue Emissionsklasse Euro 5.5 bekommen und damit vom Fahrverbot ausgenommen werden. Ob die neue Klasse tatsächlich vergeben wird, dürfte laut Knobloch davon abhängig sein, welche Verbesserungen nach dem Update zu erwarten sind. "Hier liegen aber noch keine Erkenntnisse vor", sagt er.

  4. "Diesel-Fahrverbot auch für Euro 5 oder Euro 6?"
    Hier ist noch einiges unklar. "Sollte ein modernes Dieselfahrzeug im Realbetrieb trotz guter Messwerte deutlich zu hohe Stickoxid-Werte haben, wäre ein Fahrverbot für solche Fahrzeuge nicht auszuschließen", sagt Knobloch. Erst ab Emissionsklasse Euro 6d können Verbraucher sicher sein, dass ihr Fahrzeug nicht betroffen ist - denn für Euro 6d gilt der Abgastest im Realbetrieb. Hier muss man nachweisen, dass die Grenzwerte auch auf der Straße eingehalten werden.

  5. "Diesel-Fahrverbot auch für Lkw?"
    Mögliche Fahrverbote gelten nur für Autos und leichte Nutzfahrzeuge. Bei Lastwagen und Bussen werden die Grenzwerte anders berechnet - deshalb sind sie mit den Werten für Pkw nicht direkt vergleichbar. 

  6. "Diesel-Fahrverbot auch für Oldtimer?"
    Für Autos mit H-Kennzeichen gibt es Sonderregeln - deshalb gilt für sie wohl auch kein Fahrverbot.

  7. "Gibt es eine Nachrüstung? Welcher Diesel muss umgerüstet werden?"
    Technisch ist laut ACE-Sprecherin Smetanin eine Umrüstung ab Euro-Norm 4 möglich, teilweise sogar bei noch niedrigeren Emissionsklassen. Grundsätzlich gibt es drei Nachrüst-Lösungen:

    Ein reines Softwareupdate kann die Emissionen verbessern. Ein Euro-5-Fahrzeug erreicht dadurch zwar nicht Euro 6, aber die angedachte, noch zu schaffende Emissionsklasse Euro 5.5.

    Durch eine nachgerüstete SCR-Anlage ist technisch noch mehr möglich: Die Schadstoffwerte der Emissionsklasse Euro 6 oder besser können damit erreicht werden. Auch der Erhalt der blauen Plakette wäre damit möglich - für die sind jedoch die genauen Anforderungen gesetzlich noch nicht geregelt.

    Beim sogenannten BNOx-Verfahren wiederum können die Stickoxide unter realen Fahrbedingungen um etwa 95 Prozent reduziert werden. So wird die Emissionsklasse Euro 6 sogar deutlich übertroffen und der Erhalt der blauen Plakette ist garantiert. Der Verbrauch erhöht sich allerdings, wie bei fast allen Aufrüstungen, um etwa fünf Prozent. "Die Kosten für das System belaufen sich auf etwa 1500 Euro plus Lohnkosten für den Einbau", rechnet Smetanin vor. Wer die Kosten trägt, ist derzeit unklar.

  8. "Diesel-Fahrverbote auch auf dem Land?"
    Dorfbewohner müssen sich keine Sorgen machen: Die Belastung durch Stickoxide ist verkehrsbedingt besonders hoch in Städten - deshalb werden dort Fahrverbote diskutiert. Auf dem Land darf weiter Diesel gefahren werden.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Was Autofahrer zum drohenden Diesel-Fahrverbot googeln


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.