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Sicherheit wird zum Spaßfaktor

Längst werden nicht mehr nur Autos, sondern auch Motorräder sicherheitstechnisch immer weiter aufgerüstet. Bestes Beispiel ist die BMW R 1200 GS. Von Thomas Reisener

64 Prozent der Motorradfahrer in Deutschland sind zwischen 40 und 59 Jahren alt, nur 14 Prozent sind jünger. Entsprechend haben sich die Vorlieben verändert: Mussten Motorräder vor 20 Jahren vor allem noch provokativ wirken, ist das wichtigste Verkaufsargument heute ein umfangreiches Sicherheitspaket.

Kein Zufall, dass BMW sich inzwischen in 26 Ländern als Marktführer behauptet. Niemand rückt die Zweiradsicherheit so ins Zentrum seiner Marke wie die Bayern: 25 Prozent betrug der Marktanteil zuletzt in Deutschland, und ganz vorne auf allen Verkaufslisten steht seit Jahren die große Reise-Enduro R 1200 GS, die sich aller Design-Kritik zum Trotz auch im vergangenen Jahr wieder fast 25.000-mal verkaufte. Rechnet man das Schwestermodell "Adventure" (knapp 20.000-mal verkauft) hinzu, ist die GS eines der erfolgreichsten Motorräder der Geschichte. Und eben auch eines der sichersten. Mit einem ganzen Konzept voller Details zeigt BMW am Beispiel dieses Motorrades, wie weit man dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Kundschaft heute entgegenkommen kann:

Material und Geometrie Im Sattel der GS fühlt man sich sofort geborgen. Die hohe, aufrechte Sitzposition und die weit ausgestellten Spiegel sichern den Überblick und machen die GS leicht manövrierbar. Die Klarheit der überarbeiteten Armaturen und die Materialanmutung schaffen Vertrauen: Alles, was man an diesem Motorrad sieht oder berührt, wirkt solide. Das ist mehr als nur eine Annehmlichkeit. Die Sitzposition wirkt sich auf die Reaktionsschnelligkeit aus.

Motor Beim Druck auf den Startknopf ein kurzes Bellen des Anlassers, und dann blubbert der 1200-Kubik-Boxer abgeklärt vor sich hin. 120 PS ohne nennenswerte Leistungslöcher, die zur Not auch sehr schaltfaul bedienbar sind: Eine beruhigende Leistungsreserve, wenn man sich auf der Autobahn oder bei einem schlecht kalkulierten Überholmanöver mal schnell aus der Gefahrenzone bringen muss.

Bremsen Die drei mächtigen Brembo-Zangen sind dem knapp 240 Kilo schweren Koloss bei jeder Geschwindigkeit gewachsen und lassen sich erstaunlich feinfühlig dosieren. Als einer der ersten Hersteller hat BMW schon vor Jahren konsequent auf den Einsatz von ABS bei Motorrädern gesetzt. Bis dahin traute sich kaum ein Freizeit-Fahrer, seine Motorradbremse energisch zu nutzen, weil ein blockierendes Vorderrad in der Regel zum Sturz führt. Während die ABS-Technik inzwischen auch bei anderen Herstellern Standard wird, verbaut BMW bei der GS schon die nächste Generation: Das sogenannte "Kurven-ABS", das bei BMW "ABS Pro" heißt, ermöglicht sogar scharfes Bremsen in Schräglage.

Dafür misst die Bordelektronik zusätzlich zu den ABS-Parametern den Schräglagenwinkel und dosiert den Bremsdruck so, dass die Maschine sich nicht aufrichtet und beherrschbar bleibt. So ist erstmals sogar in voller Schräglage eine Vollbremsung möglich. Nicht neu erfunden, aber weiterentwickelt hat der Hersteller die Teilintegralbremse: Wer die Hauptbremse am Vorderrad bedient, bremst das Hinterrad automatisch mit ab. Umgekehrt lässt das Hinterrad sich - etwa in Kurven - auch alleine bedienen. Damit wird dem Fahrer in Notsituationen viel Koordinationsarbeit abgenommen.

Sichtbarkeit Zu den größten Gefahren im Biker-Alltag gehört, dass Motorradfahrer übersehen werden. Auch deshalb hat sich das gegen Aufpreis erhältliche LED-Tagfahrlicht der GS bei einer gut einwöchigen Testfahrt als eines der meist genutzten Extras erwiesen. Praktisch auch, dass die GS daran denkt, zu verbergen, was gar nicht sichtbar sein soll: Wenn man nach dem Abbiegen zum Beispiel den Blinker eingeschaltet lässt, schaltet die GS ihn selbstständig ab.

Fahrwerk Die Präzision und Leichtigkeit, mit der die GS sich steuern lässt, kann bei BMW durch aufpreispflichtige Hilfssysteme noch gesteigert werden. Als Sonderausstattung sind per Knopfdruck verschiedene Fahrmodi für die Fahrt im Gelände, bei Regen und auf der Straße einstellbar. Sie passen Gasannahme, Bremsen, Anti-Schlupfregelung und - je nach Ausstattung - auch die Stoßdämpfer an die jeweiligen Gegebenheiten an.

Bei Regen etwa wird der Antrieb besonders weich dosiert, die Anti-Schlupf-Elektronik setzt früher als im Trockenen ein, und das ABS verzögert noch feiner. Auch die Zuladung von Sozia und Gepäck lässt sich programmieren, sodass die GS bei jedem Wetter und Untergrund die bestmögliche Traktion, Straßenlage und Verzögerung hat. Für Puristen ist das der Elektronik-Overkill. Aber die weit entwickelte Fahrassistenz der GS erhöht die Sicherheit dadurch erheblich.

Quelle: RP
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