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NRW
Mit Köpfchen durch den Ferienstau

Sommerferien NRW: Mit Köpfchen durch den Ferienstau
Zum Vergrößern auf die Grafik klicken. FOTO: RP
Düsseldorf. Wenn in Nordrhein-Westfalen am Freitag die Ferien beginnen, brauchen Autofahrer viel Geduld. Denn 32 größere Baustellen hemmen in NRW den Verkehr. Das kann dauern - es sei denn, man beachtet einige Grundregeln. Von Simon Janssen

Immer dasselbe zum Ferienbeginn. Kaum sind die Koffer gepackt und der Wagen ist beladen, wird die Vorfreude im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Leider gehört der Stau oft zum Urlaub wie Badehose und Sonnencreme - komplett vermeiden lässt er sich selten. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat nun eine Liste mit 32 Autobahnbaustellen veröffentlicht, an denen während der Ferienzeit erhöhte Staugefahr droht. Große Sperrungen von Autobahnen stünden nach Angaben von Straßen NRW am ersten Ferienwochenende jedoch noch nicht an. Auch einzelne Fahrspuren würden nicht gesperrt und die kurzzeitigen "Tagesbaustellen" erst wieder an den Tagen nach dem Start in die Ferien eingerichtet - ab Freitagmittag um 12 Uhr werde zudem nur gearbeitet, wo die Verkehrssicherheit wieder hergestellt werden muss.

NRW: Die Autobahn-Baustellen in den Sommerferien

Trotz dieser Maßnahmen könne es nach Angaben von Bernd Löchter, Sprecher von Straßen NRW, zu Verzögerungen im Straßenverkehr kommen: "Gerade die A 3 ist als klassische Nord-Süd-Verbindung und am stärksten belastete Autobahn in NRW sehr anfällig. Dort muss man immer mit punktuellem Stau rechnen." Dies sei besonders bei verengten Fahrbahnen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen wie auf der Strecke von Opladen bis Köln-Mülheim der Fall.

Weniger stressig wird die Fahrt in den Urlaub, wenn man sich gut vorbereitet und einige Tipps beherzigt: So rät der ADAC, Autobahnen am Freitag zwischen 14 und 19 Uhr sowie Samstag von 11 bis 18 Uhr zu meiden. Zu diesen Zeiten seien die Autobahnen hoch frequentiert, sinnvoller sei hingegen eine Fahrt am Sonntag. "Dann wird man entspannter ans Ziel kommen", erklärt Andreas Hölzel. Laut des ADAC-Sprechers sei es wichtig, sich vor der Abfahrt entsprechend vorzubereiten - also ausreichend Essen und Trinken einzupacken. Auch eine Beschäftigung für die Kinder sollte nicht fehlen. Hölzel rät zudem davon ab, bei einem Stau die Autobahn zu verlassen. "Viele versuchen, einen Umweg über die Nebenstrecken zu nehmen - darum staut es sich dort dann auch. Man sollte die Ruhe bewahren und auf der Autobahn bleiben, meistens ist man so schneller durch den Stau, als man denkt", so Hölzel.

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Auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen müssen Autofahrer mit Verzögerungen rechnen. Laut dem ADAC seien gerade die Strecken in beliebte Urlaubsländer wie Italien oder Kroatien betroffen. "Der Brenner ist das klassische Nadelöhr. Dort war bereits am vergangenen Wochenende Stau, und so wird es auch am kommenden sein", kündigt Hölzel an. Auf dem Weg nach Kroatien sei insbesondere vor dem Tauerntunnel oder dem Karawankentunnel mit Stau zu rechnen. "Dort können die Wartezeiten schon recht heftig sein. Das gilt auch für die Rückfahrt." Am Karawankentunnel gebe es deshalb an manchen Tagen Blockabfertigungen, also kurzzeitige Sperrungen mit Ampelanlagen.

Reibungsloser soll es laut der Deutschen Bahn auf den Zugstrecken in NRW klappen. Aufgrund des Ferienbeginns seien auf besonders gefragten Strecken, etwa in Richtung Nord- und Süddeutschland, vereinzelt zusätzliche Züge im Einsatz. Man rechne zwar mit einer höheren Anzahl an Fahrgästen, die Gefahr einer Überfüllung bestimmter Waggons bestünde jedoch nicht, wie ein Bahnsprecher sagt. "In der Ferienzeit fallen zahlreiche Pendler weg, das gleicht sich ein Stückweit mit den Fernreisenden aus."

Tipps : Was man auf langen Autostrecken braucht FOTO: gms

Große Baustellen an den Gleisen, die Zug-Fahrten in NRW verzögern könnten, gibt es laut der Bahn keine - lediglich auf einem Abschnitt der S1 zwischen Essen-Steele und Bochum würden während der Sommerferien Gleise ausgetauscht. "Davon werden Fernreisende aber nicht betroffen sein. Die fahren von Bochum direkt nach Essen", so ein Bahnsprecher. Wichtig sei es, sich vor einer Fernreise mit der Bahn entsprechend zu informieren. Denn die Strecken in NRW seien zwar Großbaustellenfrei, dies sei jedoch nicht bundesweit der Fall.

Quelle: RP
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