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Diesel-Fahrverbote
Stopp der blauen Plakette ärgert Umweltschützer

Stopp der blauen Plakette für Diesel-Autos ärgert Umweltschützer
Eine blaue Plakette für Diesel-Autos ist vorerst vom Tisch FOTO: dpa, hsc mhe fpt tmk
Berlin. Umweltschützer reagieren erbost auf das vorläufige Aus für die Blaue Plakette für schadstoffarme Diesel-Autos.

"Es ist enttäuschend, dass das Umweltministerium dem Druck der Autolobby nachgeben will", sagte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Nur mit der Plakette, die die Umweltminister der Länder im April erbeten hatten, könnten Städte Fahrzeuge mit hohem Stickoxidausstoß aus stark belasteten Gebieten fern halten.

Das Bundesumweltministerium hat die Pläne vorerst auf Eis gelegt. Nun soll eine Arbeitsgruppe der Verkehrsministerkonferenz bis Herbst Alternativvorschläge ausarbeiten. Gegen Deutschland läuft ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, weil die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid in vielen Städten Grenzwerte überschreitet. Bisher gibt es in Deutschland rote, gelbe und grüne Plaketten für Autos, dazu sollte eine blaue kommen.

"Die Autokonzerne setzen sich in Sachen Luftreinhaltung einmal mehr durch", sagte der Präsident der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten auszusperren, würde dazu führen, dass die Konzerne nachrüsten. "Der Abgasskandal wäre eine hervorragende Chance für die Bundesregierung gewesen, sich von der Industrie zu emanzipieren", sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Andree Böhling. Diese Möglichkeit werde aber verschlafen.

(crwo/dpa)
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