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Stau-Tipps zu Weihnachten
Dienstag ab 12 Uhr wird es auf den Straßen voll

Neun kuriose Gründe für Staus
Neun kuriose Gründe für Staus FOTO: dpa, Jürgen Mahnke
Düsseldorf. Rund um Weihnachten wird es voll auf den Autobahnen in NRW. Ein Stauforscher erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion, wann man am besten durchkommt - und wann voraussichtlich gar nichts mehr gehen wird. Von Laura Sandgathe

"Vor allem am Dienstag, 22. Dezember, kommen auf den Straßen drei Verkehrsphänomene zusammen", sagt Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Stauforscher an der Uni Duisburg-Essen. Der 22. Dezember ist für viele noch ein Arbeitstag, gleichzeitig ist es der letzte Schultag vor den Ferien. "Wir haben an diesem Tag zusätzlich zum normalen Berufsverkehr viele Familien, die ihre Kinder direkt von der Schule abholen, um in den Urlaub zu fahren", sagt Schreckenberg. Außerdem sind am Dienstag schon die ersten auf den Straßen, die über die Feiertage Familien und Freunde besuchen wollen. "Unmittelbar nach Schulschluss, also ab etwa 12 oder 13 Uhr, bis in die Abendstunden wird es voll werden", prognostiziert der Stauforscher.

Der Urlaubsverkehr wird an diesem Tag am stärksten sein, vermutet Schreckenberg. Dann sind voraussichtlich vor allem die Fernverkehrsstrecken wie die Autobahnen 1, 2, 3 und 4 betroffen. "Zu den Weihnachtsferien fahren nur wenige Urlauber an die See, die meisten werden in Richtung Süden unterwegs sein", sagt Schreckenberg.

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Hier lesen Sie, auf welchen Autobahnen es rund um Weihnachten besonders voll wird und wo es Sperrungen gibt.

Schon am 23. Dezember wird sich die Lage auf den Straßen wohl wieder etwas entspannen, sagt Schreckenberg. "An diesem Tag fällt der Berufsverkehr weitgehend weg, viele Berufstätige haben schon frei." Vor allem wer früh losfährt, könnte Glück haben und ohne Probleme an sein Ziel gelangen. Zwischen 14 und 18 Uhr wird es aber wahrscheinlich wieder voll. "Dann werden wohl auch einige auf den Straßen unterwegs sein, die noch die letzten Weihnachtsgeschenke besorgen müssen", meint Schreckenberg. Diese "Last-Minute-Einkäufer" belasten aber eher die Straßen in den Innenstädten als die Autobahnen.

Darum brauchen wir Baustellen FOTO: ADAC, gms

An Heiligabend wird es dem Stauforscher zufolge recht ruhig auf den Straßen sein. "Da sind dann die unterwegs, die auf den letzten Drücker fahren", sagt er. Für eine zusätzliche Beruhigung sorgt, dass es über Weihnachten kaum Baustellen geben wird. Schreckenbergs Fazit: "Am besten kommen Sie am 24. durch - aber wer fährt dann schon noch los?" Die meisten Reisenden wollen an Heiligabend lieber schon am Ziel sein.

Wer eine Alternative zum stressigen Im-Stau-Stehen auf der Autobahn sucht, findet sie bei der Bahn nur bedingt. "Bei uns sind die Hauptreisetage der 22. und der 23. Dezember und dann wieder, zur Rückreise, der 27. und 28. Dezember", sagt ein Sprecher. In NRW wird es voraussichtlich auf den Strecken voll, auf denen es immer voll wird und zusätzlich auf den Fernverkehrsstrecken in Richtung Berlin und München. Die Bahn rät dazu, sich einen Sitzplatz zu reservieren und, wenn die Züge ausgebucht sind, nach Ausweichverbindungen zu schauen. "Sie könnten zum Beispiel statt mit dem stark frequentierten ICE mit einem IC fahren", sagt der Sprecher. Ein weiterer Tipp ist es, an den Hauptreisetagen nachmittags zu buchen: "Da gibt es vereinzelt sogar noch Spar-Angebote".

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Entspannter sieht die Lage beim Fernbus-Anbieter "MeinFernbus/Flixbus" aus, wie Sprecher Jörn Roßberg erklärt. Auch bei den Busverbindungen ist die Nachfrage am 22. und 23. Dezember besonders hoch und dann wieder am 30. und 31. Dezember. "Dann fahren die Leute zu den Silvesterpartys", sagt Roßberg. Das Unternehmen setzt zusätzliche Busse ein, um alle Fahrgäste befördern zu können. "Noch sind auch an den beliebten Tagen Plätze frei", sagt Roßberg. Sein Tipp: "Wenn es mit der Wunschverbindung nicht klappt, schauen Sie nach einer früheren oder späteren Verbindung als Ausweichmöglichkeit".

Auf der Karte sehen Sie, auf welchen Strecken in NRW das Staurisiko zu Weihnachten am höchsten ist.

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