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Daimler
Zetsche will autonome Autos in ganz Deutschland testen

Das ist der selbstfahrende Mercedes F 015
Das ist der selbstfahrende Mercedes F 015 FOTO: afp, db/kg
Berlin. Daimler will selbstfahrende Autos künftig in ganz Deutschland testen können. Die Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr gesetzliche Voraussetzungen zur Erprobung solcher Autos schaffen, forderte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag auf dem Neujahrsempfang des Konzerns in Berlin.

Die deutsche Industrie müsse für Probefahrten bisher in die USA ausweichen. "Ich hoffe sehr, dass sich das 2015 ändert", sagte Zetsche. Er befürchte gravierende Nachteile für die deutsche Autoindustrie, wenn die Regierung nicht tätig werde. Der Stuttgarter Autobauer betrachtet sich als Pionier bei der Entwicklung von Autos, die ohne Fahrer am Steuer auskommen. Im Sommer 2013 hatte Mercedes-Benz bereits eine autonom fahrende S-Klasse auf einer Langstreckenfahrt in Deutschland erprobt. Der Konzern hat auch die Genehmigung für Testfahrten in Baden-Württemberg, erklärte ein Sprecher. Doch sei dies auf ein kleines Gebiet beschränkt.

In Deutschland erteilten die Länder die Genehmigung. Daimler wünsche sich eine bundesweite Regelung, um auch über Landesgrenzen hinweg die Autos zu testen. Gelassen äußerte sich Zetsche zum viel beachteten Konkurrenzprojekt des Internet-Konzerns Google, der bis 2020 einen Kleinwagen ohne Lenkrad und Pedale auf den Markt bringen will und im vergangenen Jahr einen Prototyp vorgestellt hatte. "Diese Entwicklung beunruhigt mich nicht", sagte Zetsche der Zeitung "Die Welt". Googles Aktivitäten dienten in erster Linie dazu, Daten zu gewinnen und zu verwerten. "Autos sind für Google Mittel zum Zweck der Datenverwertung, das ist deren Geschäftsmodell, nicht der Bau von Autos."

Daimler dagegen wolle mit den Daten, die bei selbstfahrenden Autos erfasst werden, kein Geschäft machen. Google erklärte unterdessen am Rande der Automesse in Detroit, nicht nur mit Zulieferern, sondern auch Herstellern der Autobranche bei dem Projekt zusammenarbeiten zu wollen. Der Chef des Projektes beim US-Internetkonzern, Chris Urmson, sagte im Reuters-Interview: "Es wäre arrogant, reinzuspringen und zu behaupten, wir können das besser." Der Internetkonzern wäre nachlässig, wenn er nicht mit den Autoproduzenten spräche. "Die haben eine Menge zu bieten." Zu den Autoherstellern, mit denen Gespräche geführt würden, gehörten General Motors, Ford Motor, Toyota Motor, Daimler and Volkswagen. Zudem seien unter anderem die größten deutschen Zulieferer Continental, Bosch, ZF Friedrichshafen sowie LG Electronics an der Entwicklung bereits beteiligt. Ein Daimler-Sprecher erklärte dazu, es gebe keine formalen Gespräche über die Entwicklung eines Autos. Es handele sich nur um informelle Fachgespräche, wie sie im Silicon Valley üblich seien.

 

(REU)
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