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Checkliste für den Immobilienkauf

Der Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses ist für die meisten Menschen die größte Anschaffung ihres Lebens. Eine erfolgreiche Investition hängt wesentlich von guter Vorbereitung und richtigen Entscheidungen des Käufers ab. Von Brigitte Bonder

Wer sich für den Erwerb eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung entscheidet, sollte zunächst den möglichen Investitionsrahmen ermitteln. Denn erst wenn das Budget feststeht, kann gezielt nach der gewünschten Immobilie gesucht werden. Doch vor dem Kauf gibt es auch noch andere Dinge zu beachten:

Kosten im Voraus berechnen

Käufer müssen bedenken, dass zum Preis der Immobilie noch die sogenannten Kaufnebenkosten hinzukommen. "Diese belaufen sich in NRW auf rund zwölf Prozent", erklärt Axel Quester, stellvertretender Vorsitzender des IVD West. "Mehr als die Hälfte entfallen dabei auf die Grunderwerbssteuer, hier gehört NRW zu den teuersten Bundesländern." Dazu kommen Maklerprovision, Notarkosten und Eintragungs- und Umschreibungskosten beim Grundbuchamt. Wer also ein Haus im Wert von 250.000 Euro sucht, muss zusätzliche 30.000 Euro Kaufnebenkosten mit einkalkulieren.

Beim Erwerb einer Mietwohnung ist zudem das monatliche Hausgeld einschließlich des Verwalterhonorars und der Instandhaltungsrücklagen zu berücksichtigen. Deutlich schwieriger ist die Berechnung der Umbau- und Modernisierungskosten einer gebrauchten Immobilie. "Neben fachlichem Rat eines erfahrenen Handwerkers, eines Bauunternehmers oder eines Architekten empfiehlt es sich, ein wenig Luft für unvorhergesehene Investitionen einzuplanen", rät Immobilienmakler Quester.

Demographische Entwicklung der Region beachten

Bei der Auswahl des Objekts spielt die Lage eine wichtige Rolle. Eine Wohnung sollte mit dem Auto und öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar sein. "Generelle Aussagen zur übrigen Infrastruktur lassen sich jedoch kaum treffen", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. "Ältere Menschen beispielsweise sind sehr an der Nähe zu Ärzten und medizinischen Versorgungseinrichtungen interessiert, junge Leute bevorzugen dagegen Gebiete mit vielfältigen Freizeitangeboten, und Familien mit Kindern achten darauf, dass die Schulen und Betreuungseinrichtungen möglichst zu Fuß zu erreichen sind."

Wer seine Immobilie vermieten möchte, sollte einen Blick auf die demographische Entwicklung der Region werfen. "Die Chance der Vermietung steigt, je größer das Bevölkerungswachstum ist", sagt Schick. Außerdem hätten bestimmte Bevölkerungsgruppen spezielle Wohnbedürfnisse. Ältere Menschen bevorzugten kleine Wohnungen im Erdgeschoss, in Gegenden mit großem Anteil an 25- bis 40-jährigen ließen sich vor allem Drei- bis Vierzimmerwohnungen gut vermieten.

Ausstattung beachten Wer sich ein Haus oder eine Wohnung kauft, sollte zunächst festlegen, welche Merkmale das Objekt auf jeden Fall aufweisen sollte. So sind für viele Interessenten Balkon oder Badewanne ein Muss, andere legen Wert auf einen großen Garten. Mit der persönlichen Liste geht es dann zur Besichtigung. Die Checkliste für die technische Ausstattung hingegen ist lang und reicht von der Abluftanlage im Bad bis zur Sicherheit der Wohnungstür. "Kompromisse sollten nur in Ausnahmefällen gemacht werden", rät Schick. Denn viele Einrichtungen lassen sich später nur mit großem Aufwand verändern.

Außerdem wird die Energieeffizienz immer wichtiger. "Bereits seit Juli 2009 muss beim Verkauf einer Wohnung ein Energieausweis vorgelegt werden", erklärt Ulrich Löhlein, Leiter Servicecenter Immobilienverwaltung im IVD. Aus diesem Dokument geht hervor, wie hoch der Energiebedarf des Objekts ist. Generell kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei Wohngebäuden mit einem Energieverbrauch von unter 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr um ein Haus mit gutem oder sehr gutem energetischen Standard handelt.

Unterlagen vor dem Kauf studieren

Neben dem Energieausweis sollten Interessenten weitere Unterlagen anfragen. "Zu den Klassikern zählen Bauzeichnungen, Flächenberechnungen, Baubeschreibungen, eine Aufstellung laufender Kosten und Abgaben und der Grundbuchauszug", zählt Quest auf. "Bei Wohneigentum kommen entsprechend Protokolle der Eigentümerversammlungen, Teilungserklärung, Abgeschlossenheitsbescheinigung, Betriebskostenabrechnung und Wirtschaftsplan hinzu." Weitere Unterlagen sind situationsbedingt, zum Beispiel Baugenehmigungen zu nachträglichen An- und Ausbauten. Häufig sind aber gerade bei älteren Immobilien nicht immer alle Unterlagen verfügbar.

Quelle: RP
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