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Die Immobilie als Altersvorsorge nutzen

Aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase ist für viele Deutsche ein Haus oder eine Wohnung eine gute Alternative. Von Brigitte Bonder

Im Zusammenhang mit der Rentendiskussion der Politik machen sich immer mehr Menschen Gedanken um die Altersvorsorge und versuchen, eigene Rücklagen zu bilden. Bei Tages- und Festgeld gibt es jedoch kaum Zinsen und eine Investition in Aktien erscheint vielen zu unsicher. "Wer sein Geld sicher anlegen möchte, ohne dabei große Risiken einzugehen, für den ist der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die richtige Entscheidung", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland IVD. "Insbesondere bei der Altersvorsorge ist hier ganz klar das Argument der damit einhergehenden Sicherheit ausschlaggebend."

Denn eine Immobilie kann nicht nur vermietet werden, sondern eignet sich auch sofort oder im Alter für die Eigennutzung. Somit stelle der Besitz eines Hauses oder einer Wohnung angesichts der niedrigen gesetzlichen Renten eine optimale Form der Altersversorgung dar. Laut Vermögensbarometer 2015 des Deutschen Sparkassenverbands halten mittlerweile 53 Prozent der Deutschen das Eigenheim für das beste Mittel zum Vermögensaufbau.

Grundsätzlich sollte zunächst entschieden werden, ob die Immobilie selbst genutzt wird oder ob es sich um eine reine Renditeimmobilie handelt. "Bei der Anschaffung einer selbstgenutzten Immobilie mit der Absicht, diese auch im Alter zu bewohnen, sind die Checkpunkte vor dem Kauf naheliegend", sagt Axel Quester, stellvertretender Vorsitzender des IVD West. "Liegt die Immobilie günstig, um auch im Alter vielleicht ohne Auto Geschäfte, Ärzte und andere Einrichtungen zu erreichen? Ist die Immobilie pflegeleicht und stufenlos oder barrierefrei? Kann sich die Immobilie an verändernde Voraussetzungen im Alter anpassen, also kann beispielsweise eine Einliegerwohnung für eine Pflegekraft abgetrennt werden?" Diese Fragen sollte man sich laut dem Immobilienmakler stellen. Lage und Aufteilung müssen jeweils für den individuellen Bedarf stimmen und auch bei Eintritt ins Rentenalter noch passen. Außerdem sollte die Immobilie vor dem Kauf ausreichend geprüft werden - vom Wohnraum über die Haustechnik hin zu Dach und Fassade, denn sie sind wichtige Indikatoren für den Zustand des Objekts.

Wer die Immobilie als Renditeobjekt nutzen möchte, kann später mit den Mieterträgen seine eigene Rente aufstocken. Bei der Wahl des Objekts spielen in diesem Fall andere Aspekte eine Rolle. "Die Immobilie sollte nach Möglichkeit bei Eintritt ins Rentenalter modernisiert sein, denn Sanierungen sind am besten noch während der Erwerbstätigkeit abzuwickeln", empfiehlt Quester. "Wenn das Objekt selber verwaltet werden soll, spielt auch die Entfernung vom eigenen Wohnort eine wichtige Rolle." Darüber hinaus sollten Wohnungsschnitte und -größe eine gute Vermietbarkeit gewährleisten. Vor dem Kauf sind die bestehenden Erträge aus der Immobilie unbedingt zu prüfen, denn die kontinuierlichen Einnahmen durch Vermietung sind die Grundlage für die Rendite. Dazu müssen laufende Kosten bei möglichem Leerstand, die Mieterfluktuation und mögliche Mietsteigerungen analysiert werden.

Relevante Dokumente, die zu dem Objekt zur Verfügung stehen, müssen sorgfältig geprüft werden. Neben der technischen Prüfung ist bei Eigentumswohnungen insbesondere die Eigentümergemeinschaft von Interesse. "Interessenten sollten sich die Protokolle der Eigentümerversammlung, die Hausgeldabrechnungen und den Wirtschaftsplan näher anschauen", empfiehlt Quester. "Daraus ergeben sich die Höhe des Hausgeldes, die angesparten Rücklagen oder möglicherweise geplante, größere Sanierungsmaßnahmen." Inwieweit Rücklagen ausreichend sind, hängt maßgeblich von der Größe der Anlage, dem Zustand und dem Baujahr ab.

"Zudem sollte bei Wohneigentum die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die Teilungserklärung vorliegen, bei vermieteten Wohnungen auch der Mietvertrag inklusive eventueller Nachträge", zählt Quester die nötigen Unterlagen auf. Denn für eine Altersvorsorge durch Renditeobjekte sollten alle Risiken im Blick behalten werden.

Quelle: RP
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