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Heizkosten
Mit einfachen Mitteln die Heizkosten senken
Heizkosten: Mit einfachen Mitteln die Heizkosten senken
Alte Haushaltsgeräte sind einStromfresser. Beim Neukauf sollten Verbraucher auf die Energieeffizienzklasse achten. FOTO: dpa, Kai Remmers
Berlin. Weniger ausgeben heißt nicht unbedingt, jeden Euro zweimal umdrehen. Denn es ist einfach, die Strom- und Heizkostenrechnung zu senken: Mit geschlossenen Zimmertüren und Vorhängen vor den Fenstern. Oder der Kühlschrank bekommt einen neuen Platz.

Die Heizung richtig einstellen oder beim Gerätekauf auf Energieeffizienz achten: Schon mit kleinen Tricks können Verbraucher ihren Wärme- oder Stromverbrauch senken und damit etwas für die Umwelt tun. Das schont auch den Geldbeutel. Richtig viel sparen Verbraucher langfristig aber mit einer zunächst großen Investition - in eine Energetische Sanierung.

Im Herbst und Winter lässt sich am meisten sparen, wenn die Heizkosten unter Kontrolle sind. Wichtig ist vor allem das richtige Öffnen der Fenster. "Zum Lüften sollte man die Fenster mehrmals täglich nur 10 bis 15 Minuten aufmachen und nicht dauerhaft in Kippstellung haben", rät Birgit Holfert, Energieberaterin beim Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Zudem sei es sinnvoll, Thermostatventile zu verwenden, um beim Heizen der Zimmer für eine konstante Raumtemperatur zu sorgen.

Die Wärme in den vier Wänden behalten

In selten genutzten Zimmern empfiehlt Holfert, die Türen geschlossen zu halten und eine geringere Temperatur einzustellen. Auf diese Weise könne man vier bis acht Prozent an Heizenergie sparen, erklärt Michael Bade, Energieexperte des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau.

Er rät zudem, vorborgene Lücken ins Freie wie undichte Fenster aufzuspüren und zu schließen. "Es ist ein geringer finanzieller Aufwand, diese Stellen abzudichten." Auch einfache Mittel schirmen das warme Zimmer zusätzlich ab: Verbraucherberaterin Holfert empfiehlt, im Winter die Jalousien herunterzulassen oder dicke Vorhänge vor den Fenstern anzubringen.

Wer neben Heizenergie auch Strom sparen möchte, sollte laut Holfert an die Haushaltsgeräte denken. Der Standort kann ihren Stromverbrauch verändern. "Je wärmer es ist, desto höher ist auch der Stromverbrauch", erläutert Holfert für Kühlgeräte. Daher sollte die Temperatur in den Räumen, in denen Kühlgeräte in Betrieb sind, nach Möglichkeit nicht über 20 Grad steigen. Auch sollte kein Herd danebenstehen. Zudem kommen am besten keine warmen Speisen in den Kühlschrank, und das Gerät sollte möglichst wenig offen sein.

Bei der Anschaffung neuer Geräte auf den Energieverbrauch achten

Gut ist es natürlich, ein energieeffizientes Gerät zu haben. Gerade alte Kühlgeräte, Geschirrspüler oder Waschmaschinen sind Stromfresser. "Selbst wenn man ein noch funktionierendes altes Gerät hat, kann sich ein Austausch lohnen. Die Kosten amortisieren sich innerhalb weniger Jahre", sagt Holfert. Verbrauch und Effizienz erkennen Verbraucher beim Kauf an den Energielabels der Geräte. Seit kurzem gibt es innerhalb der höchsten Energieeffizienzklasse A auch das Zeichen + für besonders sparsame Modelle.

Die Haushaltsgeräte sollten nicht zu groß sein. "Wer nur zu zweit ist, braucht keinen 200-Liter-Kühlschrank", sagt Holfert. Auch Computertechnik sei ein Stromfresser - das gelte besonders für Rechner, die aufwendige Grafikkarten für komplexe Spiele haben. Laut dem Umweltbundesamt verursachen solche PCs jährlich etwa 151 Euro an Stromkosten, während sparsame Multimediacomputer nur eine Rechnung von 18 Euro produzieren. Deshalb sollten Verbraucher vor dem Kauf überlegen, ob das Wunschgerät für die eigene Anwendung nicht überdimensioniert ist.

Stromfresser sind auch Glühbirnen. Sie wandeln nur fünf Prozent der Energie in Licht um, der Rest verpufft als Wärme in den Raum.Besser seien Energiesparlampen und LED-Lampen, sagt Sophie Fabricius, Kampagnenleiterin der gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online in Berlin.

Egal, ob Lampen oder Geräte: Was nicht benutzt wird, muss ausgeschaltet werden - und zwar richtig. "Sobald an irgendeinem Gerät ein kleines Lichtlein brennt, bedeutet das, dass es noch Strom verbraucht", erläutert Fabricius. Deshalb sollte man herausfinden, ob das Gerät über einen richtigen Aus-Knopf verfügt. Ist das nicht der Fall, sollte es an einer extra abschaltbaren Steckerleiste hängen.
Ansonsten entstehen sogenannte Leerlaufverluste. Allein in Deutschland belaufen sich diese Kosten laut Umweltbundesamt auf mindestens vier Milliarden Euro pro Jahr.

Wer ein bisschen auf seinen Stromverbrauch aufpasst, kann viel sparen. Für einen Haushalt mit 3 bis 4 Personen rechnet Holfert mit etwa 500 Kilowattstunden weniger. Bei einem Verbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden im Jahr beläuft sich die mögliche Ersparnis immerhin auf einen Anteil von gut zwölf Prozent.

Energetische Haussanierung steigert den Wert des Hauses

Doch mit bewusstem Verhalten lässt sich nur begrenzt sparen. Langfristig senken die Verbraucher ihre Kosten mit einer zunächst großen Investition in eine Energetische Sanierung. Die Dämmung der Außenwände ist dabei laut Michael Bade eine der wichtigsten Maßnahmen. "Über die Wände können sonst etwa 30 Prozent der Wärme verloren gehen", erklärt er. Auch die Dämmung der Kellerdecke und des Dachs sei wichtig.

Eine weitere Maßnahme ist der Austausch der Fenster. "Den Heizkessel gegen einen kleineren austauschen, die Heizpumpe erneuern oder den Heizträger wechseln - all das sind Dinge, die zur Steigerung der Energieeffizienz beitragen können", zählt Fabricius die Möglichkeiten auf. "Darüber hinaus steigern solche Maßnahmen den Wert des Hauses enorm. Da ist es klug, langfristig zu denken."

Quelle: dpa
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