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Experten beantworten Leserfragen
So sparen Sie beim Heizen
Das sind die sieben Todsünden beim Heizen
Das sind die sieben Todsünden beim Heizen FOTO: AP
Düsseldorf. Experten standen bei unserer Leseraktion zum Thema Heizen ausführlich Rede und Antwort.

Ich habe mich schon oft gefragt, wie ich im Winter am effizientesten heizen kann.

Hans-Joachim Hering (Landesinnungsmeister Sanitär, Heizung, Klima in NRW) Grundsätzlich gilt, dass Räume auf einer konstanten Grundwärme gehalten werden sollten. Nachts können die Heizkörper also durchaus zurückgedreht werden, Wohnräume sollten aber nicht völlig auskühlen. Sonst wird zu viel Energie nötig, um sie wieder aufzuheizen. Fußbodenheizungen sind ein Sonderfall: Weil die wegen des langen Wasserkreislaufs sehr träge reagieren, empfiehlt es sich, die Temperatur nicht ständig zu verstellen. Also selbst beim Lüften sollte eine Fußbodenheizung nicht ausgestellt werden. Beim Stichwort Lüften ist wichtig: Niemals Fenster auf Kipp stehen lassen, sondern sie einmal für wenige Minuten weit aufmachen. Stoßlüften spart sehr viel Energie.

Ich habe eine 22 Jahre alte Gasheizung, die modernisiert werden soll. Welche Förderungen gibt es?

Maike Troitzsch (Energieexpertin) Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt etwa Darlehen mit einem Zinssatz von nur einem Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Allerdings ist die Förderung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Etwa, dass der neue Heizungskessel über Brennwerttechnik verfügen muss, eine Hocheffizienzpumpe eingebaut wird und ein hydraulischer Abgleich an den Heizkörpern gewährleistet ist.

Werden Solaranlagen immer noch bezuschusst?

Friedhelm Lentzen (Energieberater der Verbraucherzentrale NRW) Ja, wenn die Solaranlage für den Betrieb der Heizung eingebaut wird. Dann fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Anlagen ab zehn Quadratmeter mit 90 Euro pro Quadratmeter der Kollektorfläche – also mit mindestens 900 Euro.

Wie kann ich sichergehen, dass ich beim Heizen keine Energie verschwende?

Hans-Joachim Hering Wichtig ist zum Beispiel, Heizkörper nicht zu verdecken – etwa weil ein Sofa davorsteht. Auch Vorhänge schlucken sehr viel Wärme. Dann sollte darauf geachtet werden, dass Heizkörper nicht in Nischen eingebaut sind. Sie sollten frei an der Wand montiert sein, damit die warme Luft optimal zirkulieren kann.

Ist Gas als Heizart gefährlich?

Maike Troitzsch Nein, Gasheizungen sind nicht gefährlich, solange sie von einem Fachmann eingebaut wurden.

Woher weiß ich, wann sich eine energetische Sanierung lohnt, an welchen Stellen ich anfangen müsste und welches Heizungssystem geeignet ist?

Friedhelm Lentzen Das ist grundsätzlich nicht ohne einen Experten zu machen. Die gute Nachricht: Derzeit bietet die Verbraucherzentrale an, eine Thermografie zu machen. Dabei werden Bilder von den Außenseiten des Hauses gemacht, die Aufschluss über die energetischen Schwachstellen bieten. Danach empfehlen wir unsere unabhängige Energieberatung, bei der dann die Lösungsmöglichkeiten und die richtige Reihenfolge für Sanierungen besprochen wird. Auch das Heizsystem ist Teil davon. Insgesamt kosten die beiden Angebote rund 180 Euro. Allerdings müssen sich Interessenten bei der Verbraucherzentrale einen Termin geben lassen: 0180-1115999.

Quelle: RP/chk/das
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