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Kolumne
Engpässe beheben

Die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge in Deutschland steigt täglich. Die Engpässe bei der Versorgung dieser Menschen mit Wohnraum sind häufig dort offensichtlich, wo eine schnelle Unterbringung stattfinden soll.

Der in den vergangenen Jahren deutlich gesunkene Leerstand von Büro- und Gewerbegebäuden und die vielerorts ohnehin vorhandene Wohnraumknappheit bieten meist nicht viele Alternativen für die Unterbringung. Gerade in den Ballungszentren wurden durch den starken Anstieg der Kaufpreise für Wohnungen in den vergangenen Jahren, unabhängig von der Flüchtlingskrise, zahlreiche innerstädtische, vormals gewerblich genutzte Areale bereits zur Wohnnutzung umgewandelt. Die angekündigten staatlichen Hilfen werden von einigen Seiten als eine Art Konjunkturprogramm für die Immobilienwirtschaft gesehen. Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden sind allerdings sicher nur ein temporärer Effekt.

Mittel- und langfristig bleibt abzuwarten, wie der vielerorts vorhandenen Baulandknappheit und dem Mangel an Personal in den Planungs- und Genehmigungsbehörden begegnet wird. Zu Engpässen könnte es in Zukunft auch bei Schlüsselgewerken der Bauindustrie kommen. Dort sind wegen der angezogenen Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen bereits Ressourcengrenzen erkennbar.

Wird die Verknappung in diesen Bereichen nicht beseitigt - und hier kann nur eine staatliche Einflussnahme Veränderungen bewirken - werden sich weitere Preissteigerungen nicht vermeiden lassen.

Ignaz Trombello

Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter von Colliers International Düsseldorf.

Quelle: RP
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