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Blumen, Bäume, Bilderrahmen
Vintage-Gärten sind im Trend

Blumen, Bäume, Bilderrahmen: Vintage-Gärten sind im Trend
Goldene Laternen und Lichterketten verleihen dem Vintage-Garten Charme. FOTO: Shutterstock
Düsseldorf. Vintage-Gärten sind im Trend und leben vom Stilbruch: Roséfarbene Pflanzen sorgen für romantischen Charme, Accessoires im Industrie-Style und aus vergangenen Zeiten setzen kreative Akzente. Von Natalie Urbig

An den Bäumen hängen große selbstgemachte Pompons, Lichterketten beleuchten den Weg, und aus alten Ölkanistern ragen einzelne Blütenstängel. So könnte ein typischer Vintage-Garten aussehen: romantisch, zart und verträumt auf der einen, modern und industriell auf der anderen Seite. Es ist der Stilbruch, der den Charme ausmacht. "In den vergangenen zwei bis drei Jahren ist dieser Mix immer beliebter geworden", sagt Gianna Carbone, Trendexpertin bei der Erzeugergenossenschaft Landgard. Vintage heißt der Gartentrend deswegen, weil neben klassischen Pflanzenarten auch Accessoires aus vergangenen Zeiten verwendet werden. Erbstücke, Flohmarktfunde und Antiquitäten halten so Einzug in den Garten: Goldene Kerzenleuchter setzen nostalgische Akzente, alte Schalen, Dosen und sogar Plattenspieler können bepflanzt werden.

Romantische Landhausvariante

Seine Wurzeln hat der noch recht junge Trend im Cottage- und Landhausstil, der bereits seit einigen Jahren für Nostalgie im heimischen Garten sorgt. Im Gegensatz zum Vintage-Garten ist die Landhausvariante durch und durch romantisch: Typisch für sie sind weiße, auf alt gemachte Möbel - Shabby-Chic nennt sich das - und Accessoires, die an das Landleben erinnern, etwa bepflanzte Wagenräder, Gießkannen, Holzleitern oder verschnörkelte Vogelkäfige. Elemente, die im Vintage-Garten so nicht zu finden sind: "Die Menschen möchten es sich im eigenen Heim und Garten gemütlich machen, das aber mit den Trends der Großstadt verknüpfen", erklärt die Expertin. "Ein Beispiel: Hat man früher im Cottage-Stil eine alte Milchkanne bepflanzt, kommen im Vintage-Garten eine ausgediente Industrielampe oder ein alter Ölkanister zum Einsatz." Überhaupt werden gerne Accessoires aus einer Fabrik verwendet: Seien es Tische und Stühle im Industrie-Chic oder grobe Lichterketten mit weißen Glühbirnen.

In der Pflanzenwahl zeigt sich der Vintage-Garten dann wieder von seiner romantischen Seite. Er orientiert sich dabei stark am Landhaus-Stil, der mit urwüchsigen Gewächsen aufwartet. Exoten - zum Beispiel Palmen - findet man hier selten. Stattdessen erobern Rosen, Nelken und Lavendel die Vintage-Beete. Eine wildgewachsene Blumenwiese kann ebenso Teil des Gartens werden wie akkurat drapierte Blumen in einer Vase. "Moderne Gradlinigkeit wird kombiniert mit wilder Romantik - ein echter Stilmix eben", sagt Gianna Carbone. Sie empfiehlt außerdem verschiedene Kräuter zu pflanzen, die sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch noch vielseitig einsetzbar, etwa als Küchen- oder Heilkräuter.

Antiquitäten und Fundstücke

Auch für die Dekoration im Vintage-Garten gilt, dass beinahe alles möglich ist: Von antiken Bilderrahmen, die an Baumstämme genagelt werden, bis hin zu Glasflaschen, die als hängende Blumenvasen umfunktioniert werden. "Der Garten lebt von dem Unvorhersehbaren", erklärt die Trendexpertin. Das macht ihn gerade für die experimentierfreudige junge Generation spannend. Mit kreativen Einfällen kann sie dem Garten ihre persönliche Note geben und einzelne Hingucker kreieren. Gold ist eine beliebte Farbe, um Akzente zum roséfarbenen Blütenmeer zu setzen. Und was wäre ein Vintage-Garten ohne seine Accessoires: Antiquitäten und Fundstücke vom Dachboden oder Flohmarkt müssen sich dabei nicht einmal einem bestimmten Jahrzehnt zuordnen lassen, geschweige denn aus derselben Dekade stammen. Es ist diese Mischung von alten Gegenständen, die den nostalgischen, aber auch gemütlich-verträumten Charakter eines solchen Gartens ausmacht.

"Das Wichtigste am Vintage-Garten ist, dass man sich mit seinem Stilmix wohlfühlt", sagt Gianna Carbone. "Schön ist, was gefällt."

Quelle: RP
 
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