Lohn Beschäftigt ein Rechtsanwalt zwei "Büroaushilfen" für einen Monatslohn von 100 Euro, was bei der geforderten Arbeitsleistung einen Stundenlohn von weniger als zwei Euro ergab, so handelt er wucherisch. Und dies nicht nur zum Schaden der (langzeitarbeitslosen) Beschäftigten, sondern auch des Jobcenters, das trotz der Beschäftigung die vollen Hartz-IV-Leistungen zu erbringen hatte, denn 100 Euro im Monat dürfen anrechnungsfrei hinzuverdient werden. So hat es unter anderem das Landesarbeitsgericht Berlin entschieden. Bei Verdiensten oberhalb von 100 Euro monatlich wird das Arbeitslosengeld II zum Teil gekürzt. Der Rechtsanwalt muss dem Jobcenter deshalb den entstandenen Schaden in Höhe von 3400 Euro ersetzen. (LAG Berlin-Brandenburg, 6 Sa 1148/14 u. a.)

Freistellung Arbeitnehmer in der Freistellungsphase der Altersteilzeit im Blockmodell sind so zu behandeln, als hätten sie ihre Arbeitsleistung - in vermindertem Umfang - in dieser Zeit erbracht. Das hat zur Folge, dass der Arbeitgeber auch in dieser Zeit die Bezüge zu zahlen hat, die er zahlen müsste, wenn die Arbeitnehmer noch aktiv tätig wären - nur eben zur Hälfte. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg: Wäre das Gehalt nur spiegelbildlich zu zahlen, dann würde das Vergütungsniveau des Altersteilzeiters in der Freistellungsphase auf das Niveau von vor fünf Jahren zurückfallen. Umgekehrt habe der Arbeitgeber schon vor fünf Jahren "die werthaltige Arbeitsleistung erhalten", ohne dass er sie schon vergüten musste. "Er kann und muss das angesparte Geld anlegen; Zinsgewinne müssten hingegen an die Arbeitnehmer nicht ausgeschüttet werden." Entsprechendes gelte für Teilzeitkräfte. (LAG Berlin-Brandenburg, 15 Sa 379/14) mehr

Klare Regeln für die Erreichbarkeit

Viele Mitarbeiter haben das Gefühl, geschäftliche E-Mails auch nach Feierabend abrufen zu müssen. Nicht selten liegt das daran, dass unklar ist, was der Chef erwartet. Das berichtet die Zeitschrift "Certo", das Magazin der gesetzlichen Unfallversicherung VBG. Vorgesetzte sollten deshalb verbindliche Vorgaben machen. So könnten sie etwa noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Mitarbeiter abends ihre E-Mails nicht abrufen sollen, wenn sie das nicht möchten. mehr

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Mentoren-Projekt für Berufsstarter

Ministerium fördert ehrenamtliche Unterstützung für Lehrlinge

Ein Mentoren-Projekt soll in den nächsten vier Jahren insgesamt rund 12.000 Jugendliche davor bewahren, ihre Ausbildung abzubrechen. Für rund 11,5 Millionen Euro wird eine individuelle Begleitung durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiter angeschoben, wie das Bundesbildungsministerium (BMBF) am Dienstag in Berlin mitteilte. mehr

#5WordstoruinaJobInterview

Schon nach fünf Worten ist der Traumjob weg

Mit nur fünf Worten können Bewerber die mühsame Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch zunichte machen. In sozialen Netzwerken finden sich zahlreiche Sätze, die Sie nie bei der Bewerbung sagen sollten - es sei denn, sie wollen den Job gar nicht. Von Aaron Clamannmehr

Nur bei konkretem Verdacht

Bundesarbeitsgericht erschwert Überwachung

Das Bundesarbeitsgericht hat der Überwachung von Beschäftigten etwa im Krankheitsfall enge Grenzen gesetzt. Nur bei einem auf Tatsachen beruhenden, konkreten Verdacht einer schweren Pflichtverletzung dürften Arbeitgeber Detektive zur Kontrolle von Mitarbeitern einsetzen, urteilten die höchsten deutschen Arbeitsrichter am Donnerstag in Erfurt (8 AZR 1007/13). mehr

Urteil

Darf der Chef Mitarbeiter nach einer Krankmeldung überwachen lassen?

Heikler Fall vor dem Bundesarbeitsgericht: Der Chef eines Betriebs in Münster ließ seine Sekretärin durch einen Detektiv observieren, nachdem die sich krankgemeldet hatte. Der Profi-Schnüffler filmte die Frau über mehrere Tage; unter anderem wie sie einen Hund begrüßt, an einem Fußweg steht und in einen Waschsalon geht. Jetzt geht es um Schmerzensgeld und die Frage: Wie viel Kontrolle ist erlaubt? mehr

Arbeitsmarktforschung

Immer mehr Frauen haben Teilzeit-Job

Nürnberg. Immer mehr Frauen arbeiten in Deutschland in Teilzeit. Im vergangenen Jahr hatten elf Millionen weibliche Beschäftigte keine volle Stelle, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das waren doppelt so viele wie vor rund 20 Jahren. Fast die Hälfte der Beschäftigten war im vergangenen Jahr weiblich. mehr

Leserforum

Krankschreibung erst nach einer Woche?

Während die Grippewelle über Deutschland rollt, ist eine Diskussion über die Pflicht zur Krankschreibung ausgebrochen. Wie ist Ihre Meinung? Handelt es sich bei der geltenden Rechtslage um Gängelung der Arbeitnehmer oder wird so dem "Blaumachen" ein Riegel vorgeschoben? Schreiben Sie uns. Von Maximilian Plückmehr

Berufsunfähigkeitsversicherung

Versichert trotz Rückenproblemen

Wer unter Rückenproblemen leidet oder beruflich anderen aufs Dach steigt, für den ist es oft schwierig, eine Berufsunfähigkeit abzusichern. Für solche Fälle haben die Assekuranzen die Funktionsinvaliditätsversicherung - mit Vor- und Nachteilen für den Verbraucher. mehr