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Langjährige Mitarbeiter betroffen
Kündigung wegen Privatnutzung von Diensthandys

Frankfurt/Main (RPO). Weil sie ihr Diensthandy für Privatgespräche genutzt haben, hat die Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs einem Medienbericht zufolge 16 Mitarbeiter entlassen.

Die Betroffenen seien seit bis zu 30 Jahren im Unternehmen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe). Eine Konzernsprecherin bestätigte auf ddp-Anfrage, dass Kündigungen ausgesprochen worden seien, wollte sich zu der Anzahl aber nicht äußern.

Bei LSG Sky Chefs sind den Angaben zufolge Privatgespräche mit Diensthandys nur gestattet, wenn sich die Mitarbeiter vom Dienstmodus ab- und mit einer auf der Telefonkarte gespeicherten PIN im Privatmodus wieder anmelden.

Der Betriebsrat und die Gewerkschaft ver.di räumen in dem Bericht ein, dass Fehlnutzungen vorgekommen seien. Allerdings sei in diesen Fällen die fristlose Kündigung langjähriger Mitarbeiter "vollkommen unverhältnismäßig". Nach Angaben des Betriebsrats wurden bereits Leiharbeiter geordert, die am 6. April ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die Lufthansa-Tochter erwäge auch, eine eigene Zeitarbeitsfirma zu gründen, hieß es weiter. Ziel sei es, Lohn- und Gehaltstarife durchzusetzen, die deutlich unter dem Konzerntarifvertrag lägen. Dieser schließe zudem betriebsbedingte Kündigungen für alle Mitarbeiter aus, die länger als 15 Jahre im Unternehmen seien.

Eine Konzernsprecherin widersprach auf Nachfrage der "FAZ" der Vermutung des Betriebsrats, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Vorgehen in der Frage der Diensthandys und dem Wunsch gebe, die Kosten mit Hilfe von Zeitarbeitern zu senken.

(DDP/mais)
 
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