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Studium
So fällt das Lernen leichter

Leichter lernen - Tipps im Überblick
FOTO: Bretz,Andreas (abr)
Düsseldorf. Worum ging es in diesem Text noch mal? Ach ja: richtig lernen. Und zwar so, dass man es nicht gleich wieder vergisst. Das müssen Studenten sich oft erst aneignen. Spickzettel sind dabei ausdrücklich erlaubt. Von Tobias Schormann

Es ist wie verhext mit dem Lernen: Die einen büffeln bergeweise Bücher und haben kurz darauf fast alles wieder vergessen. In der Prüfung stehen sie dumm da. Die anderen schaffen es gar nicht erst, sich zum Lernen aufzuraffen. Morgen ist ja auch noch ein Tag, flüstert ihnen der innere Schweinehund zu. Die passende Strategie beim Pauken zu finden, bereitet vielen Studenten Kopfzerbrechen. Denn richtig lernen will gelernt sein. Die wichtigsten Tipps im Überblick:

Lernen 2.0 Es reicht nicht, sich bloß den Stoff stumm durchzulesen und passiv aufzunehmen. Vielmehr müssen Studenten aktiv an die Sache herangehen. So hilft es, Texte mit eigenen Worten zusammenzufassen und Fragen zu stellen. Viele üben aber zu wenig, den Stoff wiederzugeben, hat der Lernexperte und Buchautor Martin Krengel aus Berlin beobachtet. Dadurch bleibt weniger bei ihnen hängen. Und sie sind schlecht auf die Prüfungssituation vorbereitet.

Spickzettel machen Spickzettel können auch im Studium sinnvoll sein - nicht, um sie in die Prüfung zu schmuggeln, sondern zur Vorbereitung. Dazu fassen Studenten die Inhalte für eine Prüfung so weit zusammen, dass sie auf eine DIN-A4-Seite passen, empfiehlt Krengel. Das hat einerseits einen Lerneffekt. "Und es gibt Sicherheit." Denn es ist ein einprägsames Bild, das Studenten sich in der Prüfung vor Augen führen können.

Alles so schön bunt hier Dinge farbig zu markieren, bringt dagegen wenig, erklärt der Lernforscher Professor Frank Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Denn Studienanfänger neigten schnell dazu, zu viel anzustreichen, und am Ende ist der gesamte Text bunt.

Tipps: Wie man mit Prüfungsstress umgeht FOTO: gms

Wir müssen reden Eine gute Übung: "Erzählen Sie einmal Ihrer Mutter, was sie gerade an der Uni machen", rät Reiner Laue von der Lernwerkstatt in der Zentralen Studienberatung der Universität Stuttgart. "Und wenn sie es nicht gleich kapiert, liegt das nicht an Ihrer Mutter." Studenten müssten es dann eben einfacher erklären - egal, ob es um komplexe Dinge in der Luftfahrttechnik oder in der Medizin geht.

Feste Arbeitszeiten "Routine ist der Feind des inneren Schweinehunds", meint Krengel. Es kann daher helfen, sich feste Lernzeiten einzurichten - zum Beispiel wie ein Arbeitnehmer von neun bis 17 Uhr in die Bibliothek zu gehen. Wenn Studenten sich dort dann noch mit anderen zum Lernen verabreden, schafft das zusätzlich Verbindlichkeit. Mehr als fünf bis sechs Stunden netto sollten Studenten sich nicht vornehmen, sagt Krengel. Dann sei Feierabend und Zeit, sich mit etwas Schönem zu belohnen. Ein typischer Fehler sei es dagegen, im Lernstress auf Treffen mit Freunden und Sport zu verzichten. Denn sie schaffen den inneren Abstand, der nötig ist. Und ohne sie werden Studenten mit der Zeit immer gestresster.

Pausen machen Stundenlang durchzuarbeiten, ist nicht effektiv. Daher sollten Studenten regelmäßig Pausen einlegen. Nach 45 bis spätestens 90 Minuten ist der Speicher voll. "Gerade wenn es ums Auswendiglernen geht, ist weniger mehr", erklärt Krengel. Wer etwa als Medizinstudent die Anatomie des Menschen lernen muss, sollte eher alle 20 bis 30 Minuten fünf Minuten pausieren. Dann empfiehlt es sich, zur Abwechslung ein paar Liegestütze oder den Abwasch zu machen. Damit der Stoff hängenbleibt, muss man ihn ab und zu außerdem sacken lassen. Daher braucht das Gehirn zwischendurch längere Auszeiten. Als Faustregel empfiehlt Professor Fischer, dafür zehn Prozent der verbleibenden Lernzeit bis zur Prüfung einzuplanen. Durch solche Phasen zum Verarbeiten des Stoffs steigt die Chance, dass man ihn sich längerfristig merkt.

Abwechslung schaffen Immer dasselbe zu lernen, ist auf Dauer öde. Laue empfiehlt daher unterschiedliche Themenblöcke für das Tagesprogramm. So könnten BWL-Studenten etwa erst ein wenig Statistik und danach Makroökonomie pauken. Ein inhaltlicher Block besteht am besten aus zwei Einheiten à 45 Minuten. Zu Beginn halten sie kurz fest, was sie im anstehenden Block erreichen wollen. Solche kleineren Einheiten sind auch gut für die Motivation. Denn Studenten sehen eher ihre Lernerfolge, wenn sie sich kleine Etappenziele setzen und dann auch erreichen, erklärt Laue.

Tipps gegen den Uni-Frust FOTO: AP

Wiederholen Damit man den Stoff länger speichert, ist es wichtig, ihn zu wiederholen. "Sonst hat man nach rund einer Woche 80 Prozent vergessen, was eine riesige Zeit- und Kraftverschwendung ist", erklärt Laue. Die erste Wiederholung sollte es nach zwölf bis 24 Stunden geben. Dazu können Studenten sich den Stoff auch auf dem Weg zur U-Bahn oder an der Supermarktkasse noch einmal durch den Kopf gehen lassen. "Oder man verabredet sich mit einem Freund abends zum Telefonieren und erzählt sich gegenseitig, was man von der letzten Lerneinheit noch weiß."

Tagebuch führen Klingt altmodisch, hilft aber: ein Lerntagebuch zu führen. Darin tragen Studenten kontinuierlich Dinge ein, die sie durchgenommen haben, erklärt Anke Görres von der Lernwerkstatt der Zentralen Studienberatung an der Universität Oldenburg. Dazu schreiben sie Fragen, die sich ihnen stellen, und Beispiele, die sie damit verbinden. Wichtig dabei: nicht nur Stichpunkte schreiben, sondern ganze Sätze. "Sonst behält man das nicht." Wer mag, kann auch Fotos, Zeichnungen oder Ähnliches hineinkleben.

Erste Hilfe bei Aufschieberitis Morgen, morgen, nur nicht heute - sich zum Lernen aufzuraffen, fällt vielen anfangs schwer. Krengel empfiehlt dann den Zehn-Minuten-Trick, um die erste Hürde zu überwinden. Der geht so: Studenten nehmen sich vor, bloß zehn Minuten für ein Fach zu lernen. So kommt man in Schwung - und will danach in der Regel gar nicht aufhören.

Ablenkungen vermeiden Surfen, E-Mails, SMS - gerade beim Lernen am Laptop gibt es etliche Dinge, die einen vom Lernen abhalten. Um das zu vermeiden, rät Krengel: Handy aus, WLAN abschalten und ein Schild "Bitte nicht stören" an die Tür des WG-Zimmers hängen. Musik ist seiner Erfahrung nach dagegen kein Tabu.

Apps und Programme für Studenten FOTO: Thomas Hartmann
(dpa)
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