Lebenslauf, Vitamin B, Karriere
Die sechs größten Job-Mythen

Die häufigsten Karriere-Irrtümer
Die häufigsten Karriere-Irrtümer FOTO: tmn
Düsseldorf. Ohne Vitamin B kommt man nicht voran und Lücken im Lebenslauf sind schlecht für die Bewerbung - solche Sätze hört man immer wieder. Doch was Mythos und was wirklich karriererelevant? Wir klären auf. Von Susanne Hamann

In Sachen Bewerbung und Karriere gibt es viele Ratschläge. Doch nicht jede vermeintliche Wahrheit muss auch tatsächlich beruflich von Vorteil sein. Denn der Arbeitsmarkt verändert sich. Längst sind nicht mehr nur Menschen mit Einserzeugnis und geradlinigem Lebenslauf gefragt. Gerade die neuen Medien und die höhere Flexibilität in der Arbeitsstruktur sorgen dafür, dass Charackter, Lebenserfahrung und praktisches Können inzwischen mindestens ebenso wichtig sind, wie die klassischen Einstellungs- und Beförderungskriterien.

Wir haben sieben der gängigsten Mythen untersucht - und richtig gestellt:

Lücken im Lebenslauf Zugegeben Lücken im Lebenslauf, die über mehrere Jahre gehen fallen natürlich auf. Ein paar Monate oder sogar mal ein ganzes Jahr jedoch, sind im Gegensatz zum allgemeinen Glauben gar kein so großes Problem. Die meisten Unternehmen legen mehr Wert auf die bisherige Arbeitserfahrung und Referenzen, als darauf, dass wirklich jeder Monat im Leben beruflich genutzt wurde.

Das gilt übrigens auch für alle, die vor kurzem ihr Studium beendet haben. Wer sich nicht gleich danach bewerben will, verspielt deshalb nicht zwingend seine Karrierechancen. Insbesondere, wenn die Zeit eingesetzt wurde, um Erfahrungen zu sammeln, die die so genanneten "soft skills" verbessern. Also nicht die praktischen, sondern die zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Darunter kann eine ausgiebe Reise fallen, bei der neue Sprachkenntnisse erworben werden, und interkulturelle Kenntnisse gesammelt werden. Oder auch eine soziale Tätigkeit wie die ehrenamtliche Mitarbeit bei einer Wohltätigkeits- oder Entwicklungshilfeorganisation gelten nicht als Lücken.

Damit wird soziales Engagement gezeigt und das Interesse neue Themengebiete kennenzulernen.

Ohne Vitamin B geht es nicht Etwa 40 Prozent der offenen Stellen werden über Beziehungen vermittelt, das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt - und Berufsforschung. Die Zahl ist hoch, zeigt aber auch, dass die meisten Jobs noch immer über die Stellenanzeigen, Personaldienstleister und Jobmessen vergeben werden. Wer also keine Verbindungen hat, muss nicht in Panik verfallen.

Sinnvoll ist es, Stellenanzeigen online und in Zeitungen durchzuforsten, Initiativbewerbungen abzuschicken und parallel sein Netzwerk auszubauen. Nützlich hierfür ist vor allem auch das Web 2.0, das mit Platformen wie Xing und Stepstone viele Möglichkeiten bietet sich im Internet gekonnt zu präsentieren und damit Personaler auf sich aufmerksam zu machen.

Auf das Geld kommt es an Es stimmt, ein dicker Gehaltsscheck kann auch die Stimmung verbessern und für eine gewisse Zufriedenheit sorgen. Auf lange Sicht jedoch kann Geld sogar bedrücken. Wie der Psychologe Bas Kast in seinem Buch angibt, kann zu viel Wohlstand auch zu Egoismus führen und damit auf Kosten der persönlichen Beziehungen gehen. Zudem gehören zu einer langfristigen Zufriedenheit noch weitere Aspekte wie etwa Spiritualität, Gesundheit und Selbstverwirklichung. 

Leistung ist das A und O Es wirkt, als ob die meisten Personaler und Führungskräfte vor allem wer auf die Leistung eines Menschen legen. Tatsächlich haben Studien jedoch gezeigt, dass derjenige, der auch mal ein Feierabendbierchen trinkt, schneller beruflich aufsteigt, als derjenige, der sich nur auf die Arbeit konzentriert.

Stress schadet der Gesundheit Permanente Überstunden und pausenloses Durcharbeiten fordern auf die Dauer nicht nur einen psychischen, sondern auch einen gesundheitlichen Tribut. Neben dem schädlichem Stress dem so genannten "Disstress", gibt es jedoch auch "Eustress".

Während der Organismus beim Disstress von einer Bedrohung und Überforderung ausgeht, wird der Eustrress als positiv interpretiert. Dauerhafter Disstress führt zu einer stänidgen Überanspannung des Körpers und kann auf die Dauer zu Bunrout führen. Eustress dagegen wird als positiv und glücksbringend empfunden. Er tritt ein, wenn eine Handlung gerne gemacht wird, und zugleich eine verkraftbare Form von Anspannung aufkommt. So kennt etwa jeder stressige Tage, an denen die Zeit aber so schnell vergeht, weil man tief in seine Aufgaben verstrickt ist und sowohl seinen Job gerne Macht, als auch die Herausforderung genießt.

Dabei werden Glückshorme ausgeschüttet, die die das Immunsysem stärken und die Psyche positiv beeinflussen.

Ohne Weiterbildung keine Beförderung Ja, Fortbildungen machen sich gut im Lebenslauf und als Argument, um auf die nächste Karrierestufe vorzudringen. Dennoch bedeutet das längst nicht, dass jede Weiterbildungsmaßnahme auch sinnvoll ist. Bevor ein Kurs gebucht wird, sollte geklärt sein, ob die Fähigkeiten, die dort erlernbar sind auch wirklich zum eigenen Beruf beziehungsweise Berufsziel passen.

Grundsätzlich sinnvoll sind nur Grundlagenseminare etwa in Business-Englisch oder Computerkurse. Diese Fertigkeiten sollte inzwischen jeder in seinen Beruf mitbringen.

Wer eine Führungsposition anstrebt, sollte über Seminare in Mitarbeiterführung, Mediation und Kommunikation nachdenken. Wer eher praktisch veranlagt ist, kann sich nach Weiterbildungen umsehen, die ihn zum echten Experten auf seinem Gebiet machen. Gerade das Randwissen kann in einem Bewerbungs- oder Mitarbeiterjahresgespräch viel Eindruck machen, und den Ruf wesentlich aufbessern. 

(ham)
 
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