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Grundkenntnisse reichen nicht
Englisch ist im Job gefragt

Berlin (RPO). Sprachkenntnisse, die über das Schulenglisch hinaus gehen, werden immer wichtiger. Jeder fünfte Akademiker muss im Job bereits sicher auf Englisch verhandeln können. Wissenslücken lassen sich durch Sprachkurse schließen. Doch die Qualität der Kurse ist oft nicht besonders gut, bemängeln Experten.

Wer sein Englisch für den Beruf ausbauen will, hat eine Reihe von Möglichkeiten: Er kann per Audio-CD und Computerprogramm ebenso lernen wie über Fernkurse und Sprachreisen. Kenntnisse speziell für den Beruf können Arbeitnehmer in Kursen für Wirtschaftsenglisch oder Fachsprachen erwerben. Sandra Mämecke, die als Projektleiterin bei Stiftung Warentest das jüngste Sonderheft "TestSpezial - Sprachen lernen" betreut hat, rät Stellensuchenden und Arbeitnehmern auf Kurssuche, mit dem Arbeitgeber über die genauen Sprachanforderungen für ihren Job zu sprechen.

21 Prozent der Arbeitnehmer in akademischen Berufen müssen sicher auf Englisch verhandeln können, ergab eine Befragung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Fast ein Drittel der Befragten gab an, dass in ihrem Job flüssiges Englisch in Wort und Schrift gefordert werde. Arbeitnehmer ab der mittleren Führungsebene, die ständig mit ausländischen Geschäftspartnern zu tun haben, sollten Sandra Mämecke zufolge daher eher Kurse in Wirtschaftsenglisch belegen. Dort erlernen sie beispielsweise, worauf beim Schreiben von E-Mails oder Geschäftsbriefen oder beim Führen von Verhandlungen auf Englisch zu achten ist.

Die Fachbegriffe in der Fremdsprache kennen

Es reiche aber in vielen Branchen nicht aus, nur auf Englisch verhandeln zu können, sagt Alexander Böhne von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. In fast jedem Beruf müssten Arbeitnehmer außerdem auch mit Fachbegriffen in der jeweiligen Fremdsprechen umgehen können.

Der Stiftung Warentest zufolge gibt es zahlreiche fachsprachliche Kursangebote europäischer und deutscher Institute: In Bereichen wie Recht, Technik, Tourismus und Gastronomie, Industrie und Handel sowie Finanzen können Zertifikate erworben werden. Englischkenntnisse werden nicht nur für Manager immer wichtiger, erklärt Böhne: Fachangestellte, kaufmännische Mitarbeiter, aber auch Meister und Techniker kämen ohne Englisch oft nicht mehr weit. Denn auch für ihre Arbeit werden internationale Kontakte immer wichtiger.

"Wer lange Zeit kein Englisch geübt hat, sollte seine Kenntnisse bei Bedarf wieder auffrischen", empfiehlt der Referent für betriebliche Weiterbildung und Personalpolitik der BDA. Dies gelte vor allem für Arbeitnehmer, die beruflich vorankommen wollen. Diese müssten ihre Englischkenntnisse oft neben der Arbeit ausbauen: "Dann fahre ich vielleicht nicht drei Wochen an den Strand, sondern belege einen Sprachkurs."

(tmn)
 
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