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Gut bezahlter Knochenjob

Maurer müssen bei Wind und Wetter auf ständig wechselnden Baustellen arbeiten. Dafür lockt bereits in der Ausbildung ein relativ guter Verdienst. Von Sabine Meuter

Nach einer Tätigkeit am Schreibtisch stand Tim Staroste nicht der Sinn, als er sich beruflich orientierte. Er wollte raus, im Freien arbeiten. Irgendwann reifte in ihm die Entscheidung, eine Maurerlehre zu machen. Das sorgte bei vielen in seiner Umgebung für Unverständnis. "Du hast Abi und machst so etwas Simples wie Arbeiten auf dem Bau?", wurde Staroste häufig gefragt. Doch dass die Arbeit eines Maurers etwas für einfach gestrickte Menschen sein soll, ist ein Klischee. Die Anforderungen sind hoch, die Aufgaben vielfältig und anspruchsvoll.

"Als Maurer hat man eine enorme Verantwortung", sagt der Azubi. Er ist inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr bei dem Bauunternehmen Hauphoff in Verl. Seine Arbeit muss nicht nur gut aussehen, sondern auch lange Zeit halten - im Idealfall Jahrhunderte. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ein angehender Maurer neben handwerklichem Geschick eine sorgfältige Arbeitsweise mitbringen. "Und es macht einen doch stolz, wenn man Jahre später an einem schön aussehenden Gebäude vorbeikommt und sagen kann ,Hieran habe ich mal mitgewirkt'", sagt Staroste.

Bis ein Bauwerk fertig ist, muss der Auszubildende richtig hart arbeiten. Auch wenn der Einsatz von Geräten und Maschinen die Arbeitsprozesse erleichtert, müssen Maurer kräftig zupacken. Sie erstellen nach der Vorgabe von Architekten Wände, Gewölbe und Stützen her. Außerdem betonieren sie Fundamente und Decken. Baukörper aus Steinen dichten sie gegen Feuchtigkeit ab. Sie errichten Schalungen für Bauteile wie Stützen und Balken aus Beton. Maurer verlegen außerdem Estrich und bauen Dämmstoffe ein.

Gearbeitet wird mitunter auch dann, wenn es draußen eher ungemütlich ist. Staroste sieht jedoch das Wetter bei seiner Arbeit im Freien nicht als Nachteil an: "Man muss sich halt passend anziehen", sagt er. Bei heftigem Regen oder starken Windböen ruht ohnehin der Betrieb auf einer Baustelle. Empfindlich sein dürfen Maurer nicht - im Umgang mit Mörtel, Steinen und Baustoffen werden sie mitunter auch mal schmutzig.

Damit sie genau wissen, was auf sie zukommt, sollten junge Leute vor der Maurer-Lehre ein Praktikum bei einem Bauunternehmen absolvieren, rät Heinz-Willi Maaßen. Er ist Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer Düsseldorf. 2014 haben nach ZDB-Angaben 2459 junge Leute eine Maurer-Ausbildung begonnen, darunter waren 14 Frauen. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, erwartet wird aber von Arbeitgebern häufig ein Hauptschulabschluss. Bewerber müssen teamfähig sein, da in der Regel in Gruppen Hand in Hand gearbeitet wird. Angehende Azubis sollten außerdem fit im Rechnen sein, damit sie zum Beispiel exakt den Bedarf an Baustoffen kalkulieren können. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist ebenfalls wichtig, damit das Arbeiten nach Plänen gelingt.

Die tarifliche Ausbildungsvergütung liegt im ersten Jahr zwischen 629 und 708 Euro, im zweiten bei 864 und 1088 Euro sowie im dritten Jahr bei 1091 und 1374 Euro. Die genaue Höhe ist davon abhängig, ob Jugendliche die Ausbildung in den neuen oder in den alten Bundesländern machen. Nach der Ausbildung bekommen Maurer kein Gehalt, sondern einen Stundenlohn. Er liegt laut Tarifvertrag bei 15,81 Euro (Ost) und 17,07 Euro (West). Der Stundenlohn kann bei nicht tarifgebundenen Betrieben deutlich niedriger oder auch höher sein. Nach der Ausbildung sind Maurer primär im Hoch-, Ingenieur- und Tiefbau tätig. Dort arbeiten sie unter anderem im Wohnungsbau, im öffentlichen Bau oder im Gewerbe- und Industriebau.

Quelle: RP
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