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Holzmechaniker leisten Millimeterarbeit

Die Fachkräfte arbeiten vor allem in der Industrie. Jüngst wurde die Ausbildung modernisiert. Von Sabine Meuter

Sägen, Hobeln, Fräsen: Das Bearbeiten von Holz ist für Lukas Mühlenstädt inzwischen zur Routine geworden. Der 21-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Holzmechaniker. Als er das Abitur in der Tasche hatte, war ihm klar: Für ihn soll der Beruf "was mit Holz" zu tun haben. Das Material hatte es ihm im Kunstunterricht in der Schule angetan. Er hätte auch Tischler werden können. "Aber die Tätigkeit eines Holzmechanikers ist vielseitiger", berichtet Mühlenstädt. Holzmechaniker arbeiten in der Industrie und steuern Produktionsanlagen, mit denen Möbel, Rahmen und sogar Teile von Fertighäusern hergestellt werden.

Um solche computergesteuerten Maschinen bedienen zu können, brauchen Azubis technisches Verständnis. "Auch sollten sie sich für technische Zeichnungen interessieren", erklärt Robert Koisar vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH). Die Zeichnungen sind die Arbeitsgrundlage von Holzmechanikern. Nach den darin angegebenen Maßen müssen die Fachkräfte Holzteile millimetergenau bearbeiten - sonst passt es später bei der Montage nicht.

Sorgfältiges Arbeiten ist wichtig, aber Azubis brauchen auch gute Mathe-Kenntnisse. Sie sind gefragt, wenn man Flächen berechnen muss. Wer sich für den Job interessiert, sollte sich auch mit Physik auskennen. Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Er kann sich zum Beispiel bei Luftfeuchtigkeit verändern. Azubis müssen außerdem körperlich belastbar sein. Leise geht es bei der Arbeit nicht zu, die Produktionsanlagen können für einen hohen Lärmpegel sorgen. "Das ist aber reine Gewöhnungssache", erklärt Mühlenstädt.

Um die Ausbildung zu machen, braucht es keinen bestimmten Schulabschluss. "Die meisten haben einen Haupt- oder Realschulabschluss", sagt Koisar. 2014 wurden nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) 549 Ausbildungsverträge zum Holzmechaniker neu abgeschlossen, darunter waren 60 Verträge mit jungen Frauen. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Zum 1. August 2015 wurde die Ausbildung modernisiert. Neu ist, dass sie seitdem in drei Fachrichtungen angeboten wird.

Lukas Mühlenstädt beschäftigt sich in seiner Fachrichtung mit der Herstellung von Möbeln. Er produziert Tische, Regale und Schränke. Aber auch ganze Ladeneinrichtungen, Treppen sowie Wand- und Deckenverkleidungen aus Holz gehören dazu. In der Fachrichtung Bauelemente und Rahmen kümmern sich Holzmechaniker überwiegend um die Herstellung von Fenstern, Türen, Leisten und Rahmen.

Neu ist die Fachrichtung, in der es um die Montage von Innenausbauten und Bauelementen geht. Azubis lernen dabei, wie sie zum Beispiel den Innenausbau eines Geschäfts machen. Sie befassen sich mit der Elektronik und lernen, wie sie Wasserleitungen oder Lüftungssysteme anschließen.

Außerdem wurde der Rahmenlehrplan um die Zusatzqualifikation CAD/CNC-Technik ergänzt. CNC-Maschinen sind in der Lage, komplexe Werkstücke automatisch herzustellen.

Während ihrer Ausbildung erhalten Azubis bei einer Bezahlung nach Tarif zwischen 630 und 830 Euro im ersten Lehrjahr, im zweiten zwischen 680 und 866 Euro und im dritten zwischen 730 Euro und 907 Euro. Die genaue Höhe ist vom Bundesland abhängig. Nach der Ausbildung können Holzmechaniker je nach Fachrichtung etwa bei Möbel- oder bei Fertighausherstellern, in Sägewerken oder Innenausbauunternehmen arbeiten. Zum Einstieg ist nach BIBB-Angaben ein Bruttostundenlohn von 16 bis 18 Euro möglich.

Quelle: RP
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