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Endlich Schluß mit der Auftrittsangst!
Die besten Tipps gegen Lampenfieber

Endlich Schluß mit der Auftrittsangst!: Die besten Tipps gegen Lampenfieber
Julia Sobainsky ist Schauspielerin und Auftritts-Coach. FOTO: Julia Sobainsky
Düsseldorf. Es passiert immer wieder: Kurz vor der Präsentation wird der Hals trocken, die Hände feucht und der Kopf leer. Ist das Lampenfieber erst mal da, werden es viele nur schwer wieder los. Lesen Sie hier, wie Sie die Panik vor einer Rede in den Griff kriegen können. Von Susanne Hamann

Menschen, denen es schwer fällt, vor anderen eine Präsentation zu halten, kommen vor allem im beruflichen Alltag immer wieder in Probleme. Größere Meetings und sogar Treffen mit dem Chef erfordern oft, souverän zu reden und oder auch mal einen kleinen Vortrag. Doch nicht jedem fällt das leicht. "Viele Menschen empfinden vor Auftritten Lampenfieber", erklärt Auftritts-Coach Julia Sobainsky, Gründerin von "Pro Charisma". Ein gewisses Maß an Aufregung und Anspannung ist zwar ganz normal, doch manche fühlen sich vond er Angst überwältigt. "Ich unterscheide bei der Aufregung vor Auftritten zwischen zwei Formen: Das eine ist das klassische Lampenfieber, und das andere echte Auftrittsangst", sagt Sobainsky. Während die Aufregung bei Lampenfieber als stimulierend empfunden werden kann, und die körperliche Anspannung sogar oftmals hilft eine bessere Präsenz als in normalen Alltagssituationen zu haben, wird Auftrittsangst als sehr unangenehm empfunden. "Den Betroffenen zittern die Knie, die Hände sind nass und die Stimme wird brüchig." Oft trete auch das Gefühl auf, der Kopf sei wie leer gefegt. Für den Vortrag hat diese Angst meistens starke Auswirkungen. Denn die Unsicherheit des Sprechers überträgt sich schnell an den Zuhörer.

Reaktion aus längst vergangener Zeit

Auch wenn die starken körperlichen Reaktionen für die Betroffenen eine große Belastung sind, so machen sie biologisch gesehen sehr viel Sinn. "Vor einer großen Menge zu stehen, signalisiert dem Urinstinkt im Menschen, er sei in Gefahr," erklärt Sobainsky. "Und darauf gibt es traditionell nur drei Reaktionen: Flucht, Kampf oder Todstellen." Da Kampf nicht infrage kommt, versucht das System es mit Todstellen oder Flucht und setzt entsprechende Hormone frei. "Die Stresshormone Cortison und Adrenalin werden ausgeschüttet, und alles auf Abwehrhaltung gesetzt." In der Folge geht der Herzschlag entweder extrem schnell oder sehr langsam. Der Körper verliert Wärme, wodurch kalte und schwitzige Hände entstehen. Außerdem wird das Blut in die Extremitäten abgezogen, um eine schnelle Reaktion zu  ermöglichen, wodurch das Gehirn vorübergehend unterversorgt wird. "Die Großhirnrinde trocknet für eine gewisse Zeit quasi aus, weshalb das Gefühl plötzlich einen leeren Kopf zu haben, gar nicht so verkehrt ist", weiß Auftritts-Coach Sobainsky.

Egal, ob die Angst vor einer Präsentation oder eine Rede sehr groß ist, oder sich noch im Rahmen hält, hilflos ausgeliefert sind Betroffene diesem Zustand nicht. "Es gibt sehr viele Tricks, die man anwenden kann, um sich schnell und gezielt vor Auftritten selbst zu helfen", weiß Sobainsky.

Perspektive - Zum einen kann man dem Lampenfieber einen anderen Aspekt zuweisen. "Dabei geht es darum, sich zu verinnerlichen, dass die Anspannung eben auch etwas Positives für einen tun kann." Der Gedanke ist für viele zunächst ungewohnt, kann aber mit etwas Übung sehr beruhigend wirken.

Bewegung - "Mit Bewegung lässt sich sehr viel Stress vor dem Auftritt abbauen." Hilfreich kann etwa ein Spaziergang zum Auto oder zur Toilette sein. "Wer dafür keine Gelegenheit hat, kann auch mit kleinen Muskelkontraktionen arbeiten", rät der Coach. Kleine Kontraktionen der Beinmuskulatur, häufiges Ballen und Entspannen der Hände oder das Spreizen der Finger etwa sind unauffällige Bewegungen, die auch unter dem Tisch oder im Stehen gemacht werden können, und die Anspannung reduzieren.

Kontakt halten - "Immer wieder liest man den Tipp, dass Redner einen Punkt an der Wand hinten im Raum fixieren sollen. Ich empfehle jedoch eher, sich eine sympathische Person im Publikum zu suchen, und sie quasi direkt anzusprechen", so Sobainsky. Während der Blick an die Wand den Redner ins Leere führt, gibt der Blick zu einer Person Kontakt mit dem Publikum, und damit Sicherheit. "Wenn wir jemanden ansehen, treten wir ja auch in einen indirekten Dialog mit ihm. Der Redner merkt also auch, wie das Publikum reagiert, und kann seine Präsentation spontan besser darauf abstimmen." Auch direkte Fragen an das Publikum seinen hier hilfreich. Dieser Kontakt macht vielen zwar zunächst Angst. Nach Sobainskys Erfahrung merken nervöse Redner letztlich jedoch immer, dass Interaktion mit dem Publikum die eigene Sicherheit stärkt. "Viele meiner Klienten fühlten sich erheblich besser, nachdem sie sich getraut haben mit dem Publikum zu interagieren, also zum beispiel Fragen zu stellen. Da sie plötzlich merkten, dass sie nicht ganz allein da vorne stehen."

Wenn Sie wissen wollen, wie eine brüchige Stimme zu meistern ist, und die Aufregung während des Vortrags kontrolliert werden kann, dann klicken Sie hier.

(ham/csi/ham)
 
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