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Studie
Warum die miese Laune eines Kollegen das ganze Büro ansteckt

Horror-Kollegen: Die neun meistgehassten Büro-Typen
Horror-Kollegen: Die neun meistgehassten Büro-Typen FOTO: shutterstock/ prochasson frederic
Düsseldorf . Es gibt sie in jedem Büro, diese Kollegen, die immer miese Laune haben, nie ein freundliches Wort verlieren und bei einer kleinen Frage schon fiese Sätze schießen. Dieses Verhalten ist nicht nur belastend, sondern auch ansteckend, wie Forscher jetzt herausfanden. Von Susanne Hamann

Wenn der Chef einen Wutausbruch bekommt, dann hat das Auswirkungen. Nicht nur dämpft es die Laune der Mitarbeiter, die es trifft, die Stimmung überträgt sich auch auf sie. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie im Anschluss ebenfalls andere Kollegen herunterputzen oder spätestens Zuhause bei der Familie Dampf ablassen.

Das, so könnte man meinen, ist einfach nur aufgestaute Emotion, die eben irgendwann raus muss. Tatsächlich ist es jedoch wesentlich mehr. Denn wie Wissenschaftler der University of Florida herausgefunden haben, sind Gefühle ebenso ansteckend wie etwa eine Grippe. Und das gilt nicht nur für heftige negative Emotionen, sondern auch für kleinere negative Ausbrüche (Low-Intensity Negative Behaviors).

Um das herauszufinden untersuchten die Forscher, ob sich unfreundliches Verhalten auch schon nach einer einzigen Begegnung im Berufsalltag von einer Person zur nächsten überträgt.

Hintergrund: Was der Chef alles darf – und was nicht FOTO: Shutterstock/ ollyy

Dafür musste etwa ein Proband in einem Buchladen arbeiten und unter anderem auf eine unfreundliche Mail eines Kunden reagieren. Auch indirekte Reize wurden überprüft, etwa indem die Versuchspersonen sahen, wie der Studienleiter einen anderen Teilnehmer, der (natürlich absichtlich) zu spät kam, unfreundlich anredete.

Tatsächlich führten beide Situationen dazu, dass die Teilnehmer im weiteren Tagesverlauf gegenüber anderen Personen unfreundlicher waren als zuvor – und zwar auch zu solchen Personen, die mit der "Aufreger-Situation" gar nichts zu tun hatten.

In einer dritten Studie prüften die Forscher, was sich im Gehirn der Probanden in diesen Situationen abspielte. Die Untersuchungen zeigten, dass Unfreundlichkeit im Gehirn ein gößeres Netzwerk aktiviert. Damit verbunden sind auch die Areale, die für Respektlosigkeit und Unachtsamkeit zuständig sind.

In der Folge wird Verhalten anderer Menschen nach einer unfreundlichen Situation automatisch durch die Brille der Unfreundlichkeit gesehen, bewertet und entsprechend darauf reagiert. Für den Berufsalltag bedeutet das: ein miesmuffeliger Kollege kann per Kettenreaktion das Arbeitsklima des gesamten Büros vergiften.

Die neun meistgehassten Typen im Büro sehen Sie hier.

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