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Köche sind auf der ganzen Welt gefragt

Eine Leidenschaft fürs Kochen allein reicht nicht. In diesem Job werden echte Teamplayer gebraucht. Von Sabine Meuter

Tabea Herkle liebt es, in der Küche zu werkeln. "Schon als Kind habe ich gerne gekocht", erzählt die junge Frau. Inzwischen arbeitet sie im zweiten Ausbildungsjahr als Köchin im "Mövenpick Hotel Stuttgart Airport & Messe". Ihre Leidenschaft für den Beruf ist ungebrochen - trotz des Zeitdrucks, unter dem alle Mitarbeiter mitunter stehen.

Umso wichtiger ist es, dass alle Hand in Hand arbeiten. "Der Job ist definitiv nichts für Einzelkämpfer", berichtet die Auszubildende. Oft fallen Überstunden an. An Wochenenden und Feiertagen müssen Köche regelmäßig arbeiten. "Manchmal ist das hart", sagt sie. Aber unter dem Strich kann sie damit leben.

Der Ausbildungsberuf Koch ist bei Jugendlichen ziemlich unbeliebt. Beim DGB-Ausbildungsreport kommt die Lehre in Bezug auf die Ausbildungsqualität seit Jahren mit am schlechtesten weg. Die Abbrecherzahl ist hoch, viele klagen über eine mangelnde fachliche Anleitung oder haben sogar das Gefühl, ausgenutzt zu werden. Doch der Beruf hat auch schöne Seiten. Ausgebildeten Köchen stehe die Welt offen, erklärt Deborah Schumann, Sprecherin des Verbands der Köche Deutschlands (VKD). Viele arbeiten zumindest zeitweise im Ausland.

Die Essenszubereitung ist dabei nur eine Aufgabe im Job. "Köche müssen heutzutage wirtschaftlich mitdenken, nicht nur in leitender Funktion", erläutert Schumann. Es geht darum, bei Lebensmitteln die Preise und die Qualität zu vergleichen, Veranstaltungen zu planen, die Essensmenge zu kalkulieren sowie Lieferbedingungen auszuhandeln.

Außerdem müssen sie Menüfolgen erstellen und die Gäste beraten. "Kaufmännische Fähigkeiten sind das eine", erklärt Sandra Warden vom Dehoga-Bundesverband in Berlin. Daneben ist handwerkliches Geschick unerlässlich. Das wird etwa gebraucht, um Teller und Platten appetitlich anzurichten und sie schön zu dekorieren. Außerdem spielt Sauberkeit im Alltag eine elementare Rolle. Dieser Aspekt geht in den diversen Kochshows im Fernsehen häufig unter, wie Herkle sagt. Anstelle von Alltagsbekleidung wird in der Profi-Küche Arbeitskleidung getragen - dazu gehört etwa eine Mütze. So geraten keine Haare ins Essen.

Von Bewerbern wird zumindest ein Hauptschulabschluss erwartet. Sie sollten außerdem körperlich belastbar sein, denn mitunter müssen sie schwere Töpfe, Schüsseln oder Pfannen tragen. Wer einen Ausbildungsplatz bekommt, setzt sich in der Berufsschule etwa damit auseinander, was in Nahrungsmitteln genau enthalten ist. Alles Praktische läuft im Betrieb. Das können neben Hotels und Restaurants Kantinen, Krankenhäuser, Pflegeheime oder Catering-Firmen sein. "In den meisten Küchen werden die Aufgaben unterteilt", erklärt Schumann. An einer Station werden kalte Speisen zubereitet, im nächsten Bereich Suppen und Beilagen, dann Fleisch, Fisch und Saucen.

Der Arbeitstag beginnt damit, dass der Koch zunächst seinen Arbeitsplatz in der Küche herrichtet. "Als Erstes muss geprüft werden, ob alle benötigten Zutaten da sind", sagt Herkle. Dann werden Zutaten und Geräte griffbereit platziert. Am Ende müssen Köche alles gründlich putzen.

Die Ausbildungsvergütung ist regional unterschiedlich. Sie liegt laut Bundesarbeitsagentur zwischen 428 Euro im ersten und bis zu 896 Euro brutto im dritten Ausbildungsjahr, kann aber auch deutlich niedriger sein. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung gibt Schumann mit 1600 bis 2000 Euro brutto an. Je nach Arbeitgeber kann es auch mehr oder weniger sein. "Wer sich weiterbildet und spezialisiert, hat nach der Ausbildung höhere Verdienstmöglichkeiten", sagt Schumann.

Quelle: RP
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