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Bruttolücke bei 23,2 Prozent
Lohnabstand zwischen Männern und Frauen steigt

Gewinner und Verlierer des Gehalts-Reports
Gewinner und Verlierer des Gehalts-Reports FOTO: AP
Wiesbaden (RPO). Der kleine Unterschied hat große Folgen. Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen klafft in Deutschland immer weiter auseinander. Im Schnitt liegt der Bruttostundenverdienst von Frauen 23,2 Prozent unter dem der Männer. Zum Vergleich: 2006 betrug der Abstand 22,7 Prozent.

Damit liegt der Verdienstabstand in Deutschland auch deutlich über dem Durchschnitt in der Europäischen Union, der 18,0 Prozent beträgt. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit.

Damit ist die Lohnlücke noch größer als in den Vorjahren: Größer als in Deutschland ist das Gefälle beim Bruttostundenverdienst nur noch in Estland (letzter Wert von 2007 30,3 Prozent), Tschechien (26,2 Prozent), Österreich (25,5 Prozent) und den Niederlanden (letzter Wert von 2007: 23,6 Prozent).

Die europaweit geringsten Unterschiede zwischen den Verdiensten von Frauen und Männern gibt es den Statistikern zufolge in Italien (4,9 Prozent), Slowenien (8,5 Prozent), Rumänien und Belgien (jeweils 9,0 Prozent), sowie in Malta und Portugal (jeweils 9,2 Prozent).

Diese Zahlen sind nicht bereinigt, daher lassen sich daraus keine Schlüsse über den Unterschied bei den Verdiensten von Männern und Frauen ziehen, die den gleichen Beruf, eine vergleichbare Tätigkeit und entsprechende Bildungsabschlüsse haben.

Netto dürften die Unterschiede pro Stunde geringer ausfallen, da bei niedrigeren Einkommen die Steuern und Sozialabgaben niedriger sind. Auf den Monat gerechnet wirkt sich für Frauen wiederum negativ aus, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten.

(AFP/mais)
 
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