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Zwischen Kaffee kochen und Arbeitsunterstützung
Praktikum - So verhalten Sie sich richtig
Diese Rechte haben Praktikanten
Diese Rechte haben Praktikanten FOTO: Jens Schierenbeck
Düsseldorf. Ein freiwilliges Praktikum bietet nicht nur einen intensiven Einblick ins Berufsleben, sondern auch die Möglichkeit einen neuen Nebenjob zu beginnen. Doch gerade bei einem Praktikum über einem längeren Zeitraum gilt: nicht locker lassen. Von Alina Gries

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Der erste Praktikumstag beginnt und gerade dann ist auf so vieles zu achten. Dabei wird vieles vergessen, sodass der Bus dann doch mal vor der Nase wegfährt. Wir haben für Sie eine Checkliste zusammengestellt, wie Sie die Garderobe anpassen können und was zu tun ist, falls gerade einmal keine Arbeit vorliegt.

Was ziehe ich an? Am ersten Praktikumstag sollte der gemütliche Schlabberpullover vermieden werden und besser nach einer schickeren Auswahl an Kleidung gegriffen werden. Dabei gilt für jeden Jobbereich eine andere Arbeitsbekleidung. Der Bäcker trägt beispielsweise etwas anderes als die Kindergärtnerin und die Bürofrau entscheidet sich für eine andere Garderobe als der Bauarbeiter. Deshalb sollte auf den Kleidungsstil der anderen Kollegen geachtet werden, damit das Outfit am nächsten Tag gegebenenfalls angepasst werden kann.

Ein Musterbeispiel für den Bürojob: Männer tragen über den Hemden immer einen Anzug und unter den Hemden nie ein T-Shirt. Das Hemd sollte täglich gewechselt und mit einer anderen einfachen Krawatte kombiniert werden. Neonfarbene oder Entchenkrawatten sind ein absolutes No-Go. Für Frauen gilt in dem Fall dasselbe, nur mit Bluse und Hosenanzug. Passend zum Outfit sollten die Socken immer einen Farbton dunkler als der Anzug gewählt sein. Und der Gürtel sollte farblich immer auf die Schuhe abgestimmt sein.

So nicht Selbst wenn die beste Freundin gerade schwanger ist oder der Partner Ärger auf der Arbeit hat: ein ständig anhaltendes Telefonat, sowie das Simsen am Handy sind beim Arbeitgeber ungern gesehen. Lieber das Telefon in den Lautlosmodus stellen und bis zur Mittagspause warten. Außerdem sollte der freie Internetzugang nicht für Onlineshopping ausgenutzt werden. Wäre doch peinlich, wenn sich dahinter ein Virus verbirgt. Wiederholtes Zuspätkommen oder Lästereien mit Kollegen werfen ebenfalls ein schlechtes Licht auf Sie. Halten Sie sich bei bösen Bemerkungen über den Chef zurück, nachher werden Sie zum Lästeropfer im Unternehmen. Versuchen Sie aber aus den spitzen Witzen ein Fazit zu ziehen, ob Sie sich vorstellen können bei dieser Atmosphäre langfristig in dem betrieb beschäftigt zu sein.

So schon Pünktlichkeit und Höflichkeit sind eigentlich verständliche Eigenschaften, die dem Arbeitgeber und seinem Team Respekt und Ehrgeiz zeigen. Höflichkeit wird auch dadurch bewiesen, indem die unschönen Aufgaben, wie Kaffee kochen und Spülmaschine ausräumen ohne Schimpfen erledigt werden. Wer anschließend nicht weiß, was er tun soll, sollte immer beim Kollegium nachfragen. Das zeigt Interesse und Willenskraft. Oft freuen sich die Mitarbeiter auch, dass Ihnen Arbeit abgenommen wird. Gerade wichtig bei Medien- oder Marketingfirmen ist es die Kreativität unter Beweis zu stellen. Jemand, der sich mit eigenen Ideen und Vorschlägen einbringt, zeigt, dass die richtige Praktikumsstelle ausgesucht wurde.

Rechte Zwar befindet sich der Praktikant ganz unten in der Nahrungskette, aber dennoch muss er sich nicht alles vom Arbeitgeber gefallen lassen. Wenn private Aufgaben der Kollegen an überhand gewinnen und die eigentliche Lernerfahrung in den Hintergrund rutscht, sollte unbedingt das Gespräch mit dem Mentor gesucht werden. Im schlimmsten Fall sollte über den Abbruch des Praktikums nachgedacht werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass die Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten werden darf. In diesem Zeitraum muss eine mindestens 30-minütige Pause eingeplant sein. Mehr zu den Rechten, die Praktikanten haben, finden Sie hier.

Netzwerken Heutzutage werden immer noch mehr als die Hälfte der Stellen intern oder durch Vitamin B vergeben. Daher sollten vor Ende des Praktikums einige Kontakte geknüpft werden. Vorsicht jedoch vor der Verknüpfung bei sozialen Netzwerken, wie Facebook. Der Arbeitgeber überprüft seine Bewerber vorher gerne einmal via Internet. Wer dann Bikinifotos oder alkoholisierte Bilder hochgeladen hat, landet mitsamt der Bewerbungsmappe im Müll. Daher empfiehlt sich bei Kollegen die eingeschränkte Sicht bei Facebook zu aktivieren.

Zukunftsplanung Wenn das Praktikum erfolgreich absolviert wurde ist das Aushändigen des Zeugnisses wichtig. Das dient zu einem lückenlosen Lebenslauf. Dabei sollte beachtet werden, ob Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit oder Respekt übermäßig betont werden. Das zeigt, dass der Praktikant in anderen Bereichen deutliche Mängel vorzuweisen hat.

Wer sich nach dem Praktikum in dem beruflichen Werdegang bestätigt fühlt, sollte beim Arbeitgeber nach einer möglichen freien Stelle für eine Nebentätigkeit nachfragen. Falls zu diesem Zeitpunkt keine freien Stellen verfügbar sind, sollte der Praktikant dennoch nicht aufgeben, sondern telefonisch mit dem Chef in Kontakt bleiben, um somit auf eine baldige Anstellung hinzuweisen.


>> Welche Rechte, Sie als freiwilliger Praktikant haben erfahren Sie in unserer Bilderstrecke  <<

Quelle: ham
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