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Konflikte ernst nehmen
Raucher brauchen Regeln

München (rpo). Rauchen am Arbeitsplatz sorgt regelmäßig für wogende Emotionen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es einheitliche Regelungen gibt, an die sich alle zu halten. Gerade Vorgesetzte sollten Konflikte um den blauen Dunst ernst nehmen.

"Vorgesetzte dürfen das nicht unterschätzen und das als Kinderkram abtun", sagt Christine Öttl, Coaching-Expertin aus München. "Dabei gibt es ein erhebliches Konfliktpotenzial. Das sollte auch nicht mit dem Hinweis "Regelt das mal unter euch" quittiert werden." Entscheidend bei solchen Konflikten im Betrieb sei, beide Seiten ernst zu nehmen und möglichst frühzeitig über das Problem zu reden.

Neue Regeln, die das Rauchen in bestimmten Bereichen oder sogar in allen Räumen der Firma verbieten, stoßen nach Öttls Einschätzung am Anfang fast immer auf Widerstand. Allerdings seien manchmal sogar die Raucher selbst froh, wenn sie nicht mehr so leicht wie zuvor rauchen können und dann mit weniger Zigaretten auskommen. Daher sei es unter Umständen eine Überlegung, Raucherpausen gar nicht erst zu erlauben.

"In jedem Fall sind klare Regelungen gut", sagt Öttl. Wenn Raucher selbst über ihre Zigarettenpausen bestimmen, vergrößere das die Gefahr, dass nicht rauchende Kollegen sauer werden: "Die rechnen dann nach: Wie oft geht der raus? Und sie stellen dann fest: Der arbeitet von acht Stunden nur sieben." Das sei zwar unter Mitarbeitern, die gut miteinander auskommen, kein Problem. Die Lage könne aber eskalieren.

Raucher sollten sich auf keinen Fall in die "Opfer-Ecke" drängen lassen, empfiehlt Christine Öttl. Wer mit strikten Regeln nicht klar kommt, weil es ohne Nikotin nicht geht, sollte selbst aktiv werden und mit dem Vorgesetzten sprechen. Von Vorteil sei in solchen Fällen, selbst Vorschläge zu machen, wie das Problem gelöst werden könnte. Raucher könnten zum Beispiel anbieten, jeweils vormittags und nachmittags eine zusätzliche Pause zum Rauchen einzulegen.

(gms)
 
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