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Schmuckstücke für die Ewigkeit

Goldschmiede fertigen Erinnerungen aus Metall und Edelsteinen. Dafür benötigen sie viel Geduld. Von Sabine Meuter

Scheu vor dem Umgang mit edlen Materialien wie Gold oder Edelsteinen hat Marie Pichol nicht. Respekt aber schon: "Bei der Arbeit kann unglaublich viel schiefgehen", sagt die 19-Jährige. Sie ist im ersten Jahr als Auszubildende bei einem Goldschmiede-Meisterbetrieb. Wer zu viel an einem Metallstück feilt, läuft Gefahr, alles neu machen zu müssen.

Pichol stellt aus Silber oder Gold Ringe, Ketten oder Krawattennadeln her. "Massenware ist das nicht", sagt sie. Jedes Teil wird individuell angefertigt - nach Besteller-Wünschen oder eigenen Ideen. So klein und zartgliedrig die Teile mitunter sind - im Schnellverfahren lassen sie sich nicht anfertigen. "Nötig sind Zeit und Geduld", erzählt Pichol.

Fingerfertigkeit und handwerkliches Geschick sollten Bewerber für einen Ausbildungsplatz mitbringen. Von Auszubildenden wird zumindest ein Hauptschulabschluss erwartet. "Bevorzugt werden jedoch Kandidaten mit Fachoberschulreife oder Abitur", sagt Ingrid Nordmann vom Landesinnungsverband der Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere Nordrhein-Westfalen. Bewerber müssen außerdem fit in Mathematik sein. Denn Zahlen gehören zum Alltag - etwa bei der Berechnung des Materials.

Ein Muss sind daneben gute Fähigkeiten im Zeichnen. Denn bevor Goldschmiede ein Schmuckstück anfertigen, entwerfen sie es auf Papier. "Zum Teil wird auch Computerwissen verlangt, da einige Betriebe mit PC-gestützten Zeichenprogrammen arbeiten", erläutert Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Wer all die Voraussetzungen mitbringt, bekommt aber längst nicht immer einen Ausbildungsplatz.

Jugendliche absolvieren die dreieinhalb Jahre lange Ausbildung im Handwerksbetrieb oder in der Industrie sowie in der Berufsschule. Daneben gibt es eine rein schulische Ausbildung. In der Werkstatt üben die angehenden Fachkräfte das Glühen. Dabei wird das Metall stark erhitzt - entweder im Ofen oder mit der Flamme. Dadurch verändert sich die Dehnbarkeit des Materials. Jetzt können Goldschmiede es etwa walzen oder hämmern, bis es die gewünschte Form erreicht hat.

Die Ausbildung ist vielseitig: Gelernt wird, wie man Schmuck mit Edelsteinen wie etwa Diamanten oder Smaragden besetzt. In einem Goldschmiede-Betrieb kommt neben der handwerklichen Tätigkeit auch die Kundenberatung dazu. Genau diese Mischung reizt Pichol. Um ihrem Traumberuf nachgehen zu können, nimmt sie in Kauf, dass die Bezahlung eher unattraktiv ist. Laut BIBB schwankt sie zwischen 220 bis 850 Euro im ersten, 250 bis 900 Euro im zweiten, 300 bis 980 Euro im dritten sowie 320 bis 1060 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Nach der Ausbildung arbeiten Goldschmiede in der Industrie, im Betrieb, in Galerien, als Restaurator oder Gutachter. Das Einstiegsgehalt beträgt nach BIBB-Angaben zwischen 1500 und 1600 Euro. Es kann auch niedriger sein. Pichol freut sich schon auf ihre Zukunft. Sie will studieren und dann als Goldschmiedin ins Ausland gehen.

Quelle: RP
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