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Ratgeber
So gelingt die Initiativbewerbung

Wer mit der Bewerbung Eindruck machen möchte, sollte gut recherchieren, was das Unternehmen braucht. Das kostet viel Zeit und Mühe - doch es kann sich lohnen. Von Marie Blöcher

Auf Stellensuche und das passende Angebot ist nicht dabei? Das Wunschunternehmen hat schon länger keine Stelle mehr ausgeschrieben? Dann kann eine Initiativbewerbung die Lösung sein. Der Vorteil: "Mit einer Initiativbewerbung macht man sich für Stellen sichtbar, die nicht ausgeschrieben sind", erklärt Karriereberaterin Brigitte Scheidt. Und das sind nicht gerade wenige: "60 bis 80 Prozent aller Stellen werden ohne eine Stellenausschreibung vergeben", sagt die Diplompsychologin.

Mit einer gelungenen Initiativbewerbung zeigt der Absender außerdem, dass er von sich aus aktiv wird, dass er sich mit den Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers auseinandergesetzt hat und dass er weiß, wo eigene Stärken und Neigungen liegen. Auf dem Weg dahin gibt es aber einiges zu beachten.

Besonders wichtig ist die gründliche Recherche, erklärt Karriereberaterin Julia Funke. Bewerber sollten die Größe, Struktur und Heimatregion des Unternehmens kennen und sich mit der Philosophie vertraut machen. Im nächsten Schritt gleichen sie diese Informationen mit den eigenen Voraussetzungen ab. "Als Bewerber sollte man sich klarmachen, wo man mit der eigenen Ausbildung und den Erfahrungen hineinpasst."

Ratsam ist es, schon vor dem Absenden der Bewerbung die Personalabteilung zu kontaktieren, so Scheidt. So erfahren Jobsuchende, ob Initiativbewerbungen überhaupt erwünscht sind, welche Unternehmensbereiche dafür infrage kommen und wer der richtige Ansprechpartner ist. In der schriftlichen Bewerbung nimmt man dann Bezug auf das Telefongespräch und schafft so einen Anknüpfungspunkt.

Die Formalitäten einer Initiativbewerbung sind laut Funke dieselben wie bei einer regulären Bewerbung. In der Betreffzeile des Anschreibens sollte aber unbedingt stehen, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Dort sollten Bewerber auch den Bereich des Unternehmens benennen, in dem sie arbeiten möchten.

"Viele Bewerber glauben, dass sie höhere Chancen auf eine Stelle haben, wenn sie nur vage formulieren, wo sie sich selbst im Unternehmen sehen", sagt Funke. Doch damit setzen sie ein falsches Signal. "Wer keinen konkreten Bereich benennt, vermittelt den Eindruck, er würde jeden Job annehmen." Besser ist es, die Wunschposition so genau wie möglich zu benennen. Ist dann keine passende Stelle frei, schlägt die Personalabteilung häufig von sich aus eine Alternative vor.

In der Initiativbewerbung sollten vor allem zwei Punkte deutlich werden, erklärt Lothar Wolf, der Menschen bei der beruflichen Neuorientierung berät: Unbedingt sollten Bewerber erklären, warum sie sich genau für das jeweilige Unternehmen interessieren. "Im Gegensatz zu einer Bewerbung auf eine Stellenausschreibung gibt es keine Kriterien, auf die ich mich beziehen kann", sagt der Experte. Außerdem sollte die Initiativbewerbung deutlich erklären, welchen Wert der Absender mit seinen Qualifikationen für die Firma hat. "Schreibt ein Unternehmen eine Stelle aus, ist klar, dass dort Bedarf besteht", so Wolf. "Bei einer Initiativbewerbung muss ich als Bewerber das Bedürfnis wecken."

Bewerber sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass eine Initiativbewerbung mehr Mühe macht als die reguläre Variante. "Eine Initiativbewerbung macht man nicht mal eben zwischendurch", sagt Scheidt. Trotzdem warnt sie davor, eine solche Bewerbung in leicht veränderter Form an mehrere Unternehmen zu schicken. "Aus dem standardisierten Anschreiben lässt sich Beliebigkeit herauslesen, die den Eindruck vermittelt, der Bewerber sei bei der Suche nicht wählerisch."

Wer nach einer Bewerbung vergeblich auf die Antwort des Unternehmens wartet, kann durchaus nachhaken. "Wer nachfragt, zeigt: Ich bin immer noch interessiert", sagt Scheidt. Kommt vom Unternehmen aber der Hinweis, von Nachfragen abzusehen, sollte man sich daran halten.

Quelle: RP
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