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Skype oder Google Hangout?
Wie Videokonferenzen die Arbeit erleichtern

Der Knigge für Videokonferenzen
Der Knigge für Videokonferenzen FOTO: Gerhard Schröder, GF der KreativeKK aus Essen
Düsseldorf. Wenn nicht alle Kollegen unter einem Dach arbeiten, ist die Zusammenkunft oft schwierig. Gängige Kommunikationsmittel waren bisher das Telefon, die Mail oder der Brief. Programme wie Skype oder Google Hangout machen die Arbeitsteilung auch über tausende Kilometer hinweg möglich. Wir erklären, wie es funktioniert. Von Nadine Breidscheid

Der Kunde sitzt in Wien, die Belegschaft in Köln und der Chef ist gerade auf Dienstreise in Berlin - eine schnelle und effektive Kommunikation scheint nahezug unmöglich. In vielen Unternehmen geht der Trend daher zur Live-Videokonferenz. Dabei sitzen Kollegen und Co. am virtuellen Besprechungstisch.

Wie es funktioniert

Per Internet werden die Teilnehmer über eine Webcam auf den Bildschirm übertragen. Um eine Videokonferenz zu starten, wird neben der Webcam auch ein Programm benötigt, das vorher installiert werden muss - es sei denn, es ist direkt in einem Webdienst eingebunden. Dafür gibt es gleich mehrere Anbieter am Markt. Das wohl bekannteste Programm ist Skype. Das muss vorab auf das Endgerät installiert werden. Doch auch Google will mit seiner Hangout-Funktion am Markt mitmischen. Der Unterschied bei der Nutzung ist, dass der Nutzer dafür nur noch ein Konto bei Google+ benötigt und kein Programm mehr installieren muss. Wir sagen Ihnen, was die beiden Anbieter können - und was sie nicht können.

>> Knigge: So verhalten Sie sich richtig in der Videokonferenz

Skype Den kostenlosen Internettelefonie-Dienst Sykpe entwickelten zwei Skandinavier bereits im Jahr 2003. Das Programm fand sofort großen Anklang und die üblichen Platzhirsche der Technikbranche rissen sich um die Geschäftsidee. Schon zwei Jahre nach der Gründung kaufte eBay den Dienst für 3,1 Milliarden Dollar und erwirtschafte weitere fünf Jahre später einen Umsatz von 859,82 Millionen Dollar. 2011 verkaufte eBay das Programm wiederum an Microsoft - für 8,5 Milliarden Dollar. Im Jahr 2013 verzeichnet Skype einen Nutzungsrekord von 33 Millionen Stunden Telefonie und Chat täglich. Die wichtigsten Funktionen von Skype im Überblick:

  • Mit seiner Email-Adresse registriert sich der Nutzer und legt ein Skype-Profil an.
  • Die Videoübertragung oder das Telefonieren von Skype zu Skype ist kostenfrei.
  • Sowohl am Computer, als auch über das Smartphone kann Skype benutzt werden.
  • Über eine Suchfunktion findet der Nutzer seinen Gesprächspartner schnell und präzise und kann ihn auch direkt als Kontakt speichern.
  • Die Qualität der Videoübertragung ist bei Skype prinzipiell sehr gut. Für noch bessere Bild- und Soundergebnisse gibt es die Möglichkeit zur kostenpflichtigen HD-Übertragung.
  • Weltweite Anrufe in das Mobilfunk- und Festnetz sind gegen eine Gebühr möglich. Diese sind meist günstiger als Ferngespräche.
  • Sonderfunktionen wie das Teilen des Bildschirminhalts oder Gruppenchats sind nur im bezahlten Premium-Skype enthalten.

Hangout Google entwickelte mit der Gründung des sozialen Netzwerkes Google+ ein eigenes Webtool, genannt "Google Hangout". Das eingebundene Videotool steht seitdem in direkter Konkurrenz zu Sykpe. Es gibt allerdings wesentliche Unterschiede:

  • Es muss kein Programm heruntergeladen werden. Wer ein Google-Konto besitzt, kann das Tool ganz einfach benutzen. Es muss lediglich ein Plug-In heruntergeladen werden, beispielsweise für den Browser Google Chrome. 
  • Statt wie bei Skype nur eine Person live zu übertragen, können bei Google Hangout bis zu zehn Personen gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt werden - und das kostenlos. Bei Sykpe ist der Dienst für eine Konferenz mit mehreren Personen kostenpflichtig.
  • Alle Teilnehmer können gleichzeitig an einem Dokument arbeiten und es über die Videokonferenz gemeinsam entwickeln. Außerdem gibt es die Funktion des Screen-Sharing. Dabei wird den Teilnehmern der eigene Desktop angezeigt. Das Versenden von Dokumenten mit erheblicher Dateigröße per Mail ist damit nicht mehr nötig.
  • Hangout bietet nicht immer ein überzeugendes Bild, die Qualität ist im Vergleich zu Skype häufig etwas niedriger.
  • Mit der Erweiterung "Hangout on Air" bietet Google eine Art Broadcast an. Dabei kann eine unbegrenzte Nutzerzahl ein Video ansehen, ohne aktiv teilzunehmen. Es ist öffentlich auf Google+, im jeweiligen YouTube-Kanal und auf der Website sichtbar. Diese Funktion eignet sich zum Beispiel für Produkt- und Imagefilme oder Online-Seminare.

Fazit Für geschäftliche Besprechungen ist Google Hangout besser geeignet als Sykpe. Hauptgründe dafür sind, dass mehrere Teilnehmer während der Videokonferenz gleichzeitig an Dokumenten oder Projekten arbeiten und sich gegenseitig den Desktop vorführen können. Und das - im Gegenteil zu Skype - völlig kostenlos. Der Nachteil: Ohne einen Google+-Account kann Hangout nicht benutzt werden.

Generell gilt: Auch bei Videokonferenzen sollten Sie auf ihr äußeres Erscheinungsbild sowie ihre Mimik und Gestik achten. Damit ihre nächste Online-Teamsitzung nicht zum Desaster wird, haben wir einige Tipps zusammengestellt.

(sgo)
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