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Wie wird man eigentlich Hochzeitsplaner?
Heiraten als Beruf

Wie wird man eigentlich Hochzeitsplaner? Heiraten als Beruf
Wer Hochzeitsplaner wird, braucht Organisationstalent und gute Nerven. FOTO: AP, AP
Detmold. In Hollywood-Filmen sorgen sie für die perfekte Romantik. Einen Wedding Planer nehmen aber auch immer mehr deutsche Paare für ihre Hochzeit in Anspruch. Ständig den schönsten Tag des Lebens zu feiern - das klingt nach einem Traumberuf. Doch für den Job des Hochzeitsplaners braucht man starke Nerven.

Spaß haben sollen schließlich die anderen. Und damit eine Hochzeitsfeier reibungslos läuft, gibt es jede Menge vorzubereiten. Hochzeitsplaner brauchen deshalb Organisationstalent, Verhandlungsgeschick und Gelassenheit.

Profis aus dieser noch recht jungen Branche verstehen sich als Eventmanager der Extraklasse. Und die Erwartungen, die Paare an Hochzeitsplaner haben, sind hoch - "schließlich heiraten die meisten nur einmal im Leben", erläutert Anikó Arzner aus Detmold, die für die Agentur Traumhochzeit arbeitet. "Unsere Aufgabe ist es, dass sie den Kopf freihaben und den Tag wirklich genießen können."

Arzner hat daher immer einen "Notfallkoffer" bei der Trauung dabei: "Darin sind zum Beispiel Tacker und Nähzeug für den Fall, dass die Schleppe reißt." Aber auch ein Ersatz-Ringkissen, Blasenpflaster und Schminke hält sie bereit.

In dem Beruf ist Improvisationstalent gefragt. Wenn der Sekt nicht da ist oder der Fotograf im Stau steckt, muss der Hochzeitsplaner sich schnell etwas einfallen lassen. "Man muss also stressresistent sein", sagt Marion Keller aus Maxdorf bei Ludwigshafen, die den Beruf seit 1996 ausübt. Es wird erwartet, dass der Hochzeitsplaner im Trubel die Ruhe bewahrt und dem Paar eine psychologische Stütze ist.

Schon vor der Trauung gibt es viel zu tun für die Heiratsprofis. Das beginnt bei der Frage, wie und wo ein Paar heiraten will - kirchlich oder nicht, im Heimatort, auf einem Schloss oder am Strand von Mallorca? Dabei sind kreative Vorschläge gefragt. "Man ist in der Rolle ja auch ein Ideengeber", erklärt Keller.

Ist der grobe Rahmen gesteckt, muss der Hochzeitsplaner ein passendes Paket zusammenstellen. Das bedeutet, viel zu telefonieren und zu kalkulieren, erläutert Arzner. Angebote für Raummiete, Essen, Übernachtungen, Fotografen und Musik müssen eingeholt werden. "Da ist viel Verhandlungsgeschick nötig", sagt Keller.

Kein geschützter Beruf

Ein geschützter Beruf ist der Hochzeitsplaner nicht - jeder kann sich im Prinzip so nennen. Fachleute aus kaufmännischen Berufen, dem Eventmanagement oder dem Dekorationsbereich bringen passende Grundlagen mit. Mittlerweile gibt es aber spezielle Schulungen für Hochzeitsplaner. In Zürich bietet der Verband Unabhängiger Schweizerischer Hochzeitsplaner (VUSH) einen "Diplom"-Lehrgang an. Und in Deutschland hat Marion Keller ein Schulungscenter gegründet, dessen Abgänger künftig ein IHK-Zertifikat erhalten.

Dort lernen Teilnehmer, worauf es bei der Suche nach passenden Dienstleistern für eine Hochzeitsfeier ankommt. Außerdem wird ihnen beigebracht, wie sie ein Gewerbe anmelden und was beim Vertragswesen und Marketing zu beachten ist. Denn Hochzeitsplaner arbeiten in der Regel freiberuflich. Sie müssen sich daher gut verkaufen können.

Der VUSH warnt vor übersteigerten Erwartungen: Angehende Hochzeitsplaner sollten damit rechnen, dass sich ihre Arbeit erst nach zwei bis drei Jahren auszahlt. Arzner sieht aber einen großen Vorteil ihres Jobs: Denn für ihre Mühen beim Organisieren einer Hochzeit ernte sie in der Regel viel Lob: "Die meisten sind dann ja einfach nur glücklich und geben einem das auch wieder zurück."

Mehr Infos und Tipps zum Thema Hochzeitsplaner finden Sie in unserem Hochzeits-Special.

Ínfo: www.bunddeutscherhochzeitsplaner.de; www.vush.ch; www.hochzeitsplaner-ausbildung.de 

(dpa/mais/RPO)
 
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