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Brandschutztraining in Düsseldorf
So löschen Sie ein Feuer richtig

So löschen Sie ein Feuer richtig
Dass Zuhause oder im Büro ein Feuer ausbricht, gehört zu den schlimmsten Szenarien. Für den Ernstfall bietet die Feuerwehr ein Brandschutztraining an. Wir haben den Kurs bei der Feuerwehr Düsseldorf besucht.  Von Susanne Hamann, Düsseldorf

Wie verhält man sich bei einem Brand richtig? Und wie geht man am besten mit einem Feuerlöscher um? Es sind Fragen, die sich kaum einer stellt, die in einer Gefahrensituation Leben retten können. "Es hilft, sich vorher einmal darüber Gedanken zu machen, wie das Büro aufgebaut ist, wo sich Fluchtmöglichkeiten befinden und wo die Feuerlöscher hängen", sagt Manfried Nadolny. Er ist Leiter des betrieblichen Brandschutzseminars der Feuerwehr Düsseldorf. Täglich kommen Gruppen aus ganz Deutschland zu ihm, um zu verstehen, wie sich ein Feuer ausbreitet, wie man es bekämpft und ab wann es Sinn macht, die Flucht zu ergreifen. 

Vor allem letzteres lässt sich schnell beantworten: "Außer, wenn der Brand in der eigenen Wohnung ausbricht, sollte man sie auf keinen Fall verlassen. Die eigene Wohnung ist der beste Schutz vor dem Rauch", sagt Nadolny. Der Grund ist einfach. Fenster und Türen in der Wohnung halten den Rauch gut ab. Wer sich dagegen ins Treppenhaus bewegt, hat höchstens 90 Sekunden Zeit, bevor er durch den giftigen Rauch bewusstlos wird. "Ist man in einem Bürogebäude mit Großraumbüros, sollte man dagegen versuchen über die Fluchtwege ins Freie zu kommen."

So funktioniert ein Feuerlöscher 

Aber was tun, wenn das Feuer noch nicht zu groß ist? Wenn etwa ein Mülleimer im Büro Feuer fängt, weil jemand eine Kippe hineingeworfen hat? In Situationen wie diesen kann ein Feuerlöscher gute Wirkung zeigen - allerdings nur, wenn man ihn richtig einsetzt.

"Ein Feuerlöscher kann zum Beispiel nur bis zu 45 Minuten nach seiner Aktivierung benutzt werden", sagt Nadolny. "Deswegen ist es wichtig immer mal wieder zu prüfen, ob der Sicherheitsverschluss noch am Gerät angebracht ist oder nicht." Jeder Feuerlöscher hat eine Sicherung, die verhindert, dass er versehentlich benutzt werden kann. Das bedeutet allerdings auch: Wird er unnötig entsichert, ist er im Ernstfall nicht mehr zu gebrauchen.  

Diese Sicherheitsmechanismen gibt es: 

  • Dauerdrucklöscher sind mit einem Gemisch aus Löschmittel und Treibgas gefüllt und stehen daher ständig unter Druck. Um sie in Betrieb zu nehmen, muss lediglich der Auslösemechanismus betätigt werden, meist ein Sicherheitsstift, den man herausziehen kann.
  • Beim Aufladelöscher befindet sich das Treibgas in einer gesonderten Kartusche inner- oder außerhalb des Löschmittelbehälters. Bevor man den Feuerlöscher benutzen kann, muss per Knopfdruck das Treibgas (meistens CO2) in das Löschmittel eingeleitet werden.
  • Im Gaslöscher befindet sich ausschließlich CO2. Es ist in diesem Fall gleichzeitig Löschmittel und Treibgas.

Nach dem Entsichern kann der Auslösehebel gedrückt werden, das Ventil öffnet sich und entlässt das Löschmittel. Das kann aus verschiedenen Substanzen bestehen: Wasser, Schaum, CO2 und Pulver sind die gängigsten Materialien. "Man muss sich aber folgendes klar machen: Wenn man einen Feuerlöscher auslöst, ist das Büro in den meisten Fällen danach verwüstet", sagt Nadolny. "Deswegen sollte man das niemals einfach so tun." 

Diese Löschmittel sind in Feuerlöschern gängig:

  • Schaumlöscher (Kennzeichnung S) enthalten ein Gemisch aus Schaum und Wasser. Es ist entweder bereits fertig oder entsteht bei der Inbetriebnahme des Löschers. Der große Vorteil des Schaumlöschers ist, dass er kaum Verunreinigungen verursacht. Die Schaumreste lassen sich einfach wegwischen. Deshalb wird dieser Feuerlöscher häufig für den Gebrauch zu Hause empfohlen.
  • Pulverlöscher (Kennzeichnung P) sind mit Pulver gefüllt, das unterschiedlich zusammengesetzt sein kann (Metallbrandpulver, ABC-Pulver). Sie bieten eine sehr starke Löschkraft - verursacht aber auch enorm viel Dreck. Das Pulver setzt sich überall fest und ist nur schwer zu entfernen.
  • Wasserlöscher (Kennzeichnung W) funktionieren mit einem Wasserstrahl oder Wassernebel. Sie eignen sich nur für Brände fester Stoffe.
  • Kohlendioxidlöscher (Kennzeichnung K) arbeiten mit CO2 und ersticken das Feuer. Allerdings kann das Gas tiefer liegende Glutbereiche nicht erreichen. Deshalb kann sich beispielsweise Holz später wieder entzünden.

Weil es sein kann, dass das Feuer auch nach dem Löschen noch einmal aufflammt, sollte man immer einen Rest Löschmittel im Feuerlöscher behalten. Damit können dann diese sogenannten Rückzündungen gelöscht werden. 

Was ein guter Feuerlöscher kostet

"Damit die Geräte im Notfall auch einsatzbereit sind, müssen sie regelmäßig gewartet werden", sagt der Brandschutztrainer. Weil das aber relativ teuer ist, lohnt es sich auch nicht, einen billigen Feuerlöscher aus dem Discounter anzuschaffen. "Wenn man sich einen kauft, sollte er nicht unter 60 Euro kosten. Ein Schaumlöscher darf auch zwischen 90 und 120 Euro kosten, als Wiederauflader." Die Leistung des Feuerlöschers wird durch die Zahl und den Buchstaben auf dem Container angezeigt. Für den Hausgebrauch eignen sich die Geräte mit folgenden Brandklassen:

  • A: Feststoff-Brände etwa von Holz oder Kohle, die sich unter anderem mit Wasser löschen lassen.
  • B: Flüssigkeits-Brände etwa von Alkohol, die mit Schaum, Pulver oder Kohlenstoffdioxid erstickt werden können.
  • F: Fett- und Ölbrände

Mit welcher Wucht Flammen an die Decke schlagen, wenn ein Fondue-Topf Feuer fängt, ist ein Teil des Brandschutztrainings. Hier sehen Sie die Szene im Video. Eine Situation, die viele unterschätzen - und in der viele falsch reagieren. "Man darf Ölbrände niemals mit Wasser behandeln", sagt Nadolny. Neben professionellen Löschmitteln der Feuerwehr ist die beste Möglichkeit, einen Fettbrand in einer Pfanne mit einem Deckel zu ersticken - wenn die Flammen nicht zu hoch sind. 

So schnell ist der Löscher leer

Weil das Löschmittel mit großem Druck abgegeben wird, beträgt die Löschdauer meist nur wenige Sekunden. Wie lange genau, hängt vom Fassungsvermögen des Löschers ab. Bei einem 1- bis 2-Kilo-Löscher, kann man von sechs bis zwölf Sekunden ausgehen. Wer ungeübt ist, sollte sich also mindestens einen 2-Kilo-Löscher zulegen, um eine etwas längere Löschdauer zur Verfügung zu haben. 

Das ist zu tun 

Es gibt aber auch noch andere Maßnahmen, die etwa bei einem Brand im Büro beachtet werden müssen:

  1. Feuerwehr alarmieren und Räumungsalarm auslösen
  2. Die Toiletten nach Kollegen absuchen, die eventuell den Alarm nicht mitbekommen haben. 
  3. Auf Menschen Rücksicht nehmen, die das Gebäude auf keinen Fall verlassen wollen. Laut Nadolny, kann es sein, dass die Angst zu groß ist, um sich zu bewegen. Wenn das Feuer nicht zu nahe an den Betroffenen ist und noch keine zu starke Rauchbildung vorhanden ist, können diese Menschen im Gebäude bleiben. Die Feuerwehr kümmert sich um sie. 
  4. Zuletzt sollte man darauf achten, dass die Menschen nur in eine Richtung laufen, also aus dem brennenden Gebäude heraus. Niemand sollte tiefer in die Räume hineingehen, etwa weil er sein Handy oder die Handtasche liegen gelassen hat. Die Gefahr eine Rauchvergiftung zu bekommen, ist zu groß. 

Informationen zum betrieblichen Brandschutzseminar der Feuerwehr Düsseldorf finden Sie hier.

(ham)
 
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