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Basel
Auch offen verabreichte Placebos können helfen

Basel. Placebos wirken auch, wenn Patienten wissen, dass sie nur ein Scheinpräparat nehmen. Allerdings gilt dies nur dann, wenn sie vorher über den Placebo-Effekt aufgeklärt wurden. Das legt eine im Fachblatt "Pain" veröffentlichte Studie nahe, die den Placebo-Effekt an 160 Menschen erforschte. Die Ergebnisse könnten den breiteren Einsatz von Placebos in der ärztlichen Praxis rechtfertigen, betont das Forscherteam um Cosima Locher von der Universität Basel. Beim klassischen Placebo-Effekt wissen Patienten nicht, ob sie ein echtes Medikament oder ein Placebo erhalten.

Für Ärzte in der Praxis ist das aber kaum nutzbar, da sie ihre Patienten aufklären müssen. Neue Studien zeigen zwar, dass auch offen verabreichte Placebos wirken. Es war aber bislang kein Zusammenhang mit der Aufklärung dazu untersucht worden. "Die bisherige Annahme, dass Placebos nur wirken, wenn sie mittels Täuschung verabreicht werden, sollte neu überdacht werden", wird Locher in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert. Dazu gehöre auch die Diskussion über eine entsprechend erneuerte Art des ärztlichen Beratungsgesprächs.

(dpa)
 
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