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Hohe Kosten
Beamte leiden häufiger an psychischen Erkrankungen

Beamte leiden häufiger an psychischen Erkrankungen
Psychische Erkrankungen sorgen für Ausfälle im Betrieb. FOTO: Kieferpix
Berlin. Die Zunahme psychischer Leiden bei Arbeitnehmern belastet die Volkswirtschaft erheblich. So entstanden im Jahr 2014 rund 8,3 Milliarden Euro an Produktionsausfallkosten, weil Arbeitnehmer wegen "psychischer und Verhaltensstörungen" krankgeschrieben waren. Von Eva Quadbeck

Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Die Produktionsausfallkosten sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. 2004 lagen sie noch bei 4,2 Milliarden Euro. 2013 waren es 8,2 Milliarden Euro.

Wie häufig sich Beschäftigte wegen eines psychischen Leidens krankmelden, hängt auch von der Branche ab, in der sie arbeiten. Die meisten Krankmeldungen aus diesem Grund gibt es in der öffentlichen Verwaltung, bei der Bundeswehr und bei Sozialversicherungen. 100 gesetzlich Versicherte aus diesen Bereichen ließen sich im Jahr 2014 insgesamt 467 Tage wegen "psychischer und Verhaltensstörungen" krankschreiben.

Depressive Episoden auf Platz zwei der häufigsten Diagnosen

Mit 422 Tagen waren auch das Gesundheits- und Sozialwesen sowie mit 283 Tagen der Wirtschaftszweig Nahrung und Genussmittel besonders betroffen. Der Durchschnitt für Krankschreibungen wegen psychischer Leiden liegt bei 261 Tagen pro 100 Versicherten und Jahr.

Aus Sicht der Grünen unternimmt die Bundesregierung nicht genug gegen den seit Jahren bestehenden Trend zunehmender seelischer Leiden von Arbeitnehmern. Die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink verwies darauf, dass "depressive Episoden" Platz zwei der häufigsten Einzeldiagnosen von gesetzlich Versicherten überhaupt seien. Bei der Bundesregierung müssten "alle Alarmglocken" läuten, sagte Klein-Schmeink. "Tun sie aber nicht."

(qua)
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