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Chiropraktiker besser als Medikamente
Das hilft wirklich bei Nackenschmerzen

Das sind die wichtigsten Vorsorgechecks
Das sind die wichtigsten Vorsorgechecks FOTO: AOK Mediaservice
Düsseldorf. Chiropraktische Behandlungen erzielten in einer Studie bei akuten Nackenschmerzen ein besseres Ergebnis als die Verordnung von Medikamenten durch den Arzt. Auch häusliche physiotherapeutische Übungen waren den Schmerzmitteln überlegen.

Obwohl akute Nackenschmerzen ("HWS-Syndrom") häufig sind, ist die Therapie selten Gegenstand klinischer Studien.Die meisten Patienten erhalten nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder leichtere Schmerzmittel, die die Beschwerden lindern, die Ursache jedoch nicht beseitigen.

Chiropraxis und Physiotherapie versprechen einen grundlegenden Ansatz. Eine der wenigen Vergleichsstudien wurde jetzt in den "Annals of Internal Medicine" publiziert. Gert Bronfort von der Northwestern University in Minnesota loste 272 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren auf drei Gruppen. Im ersten Studienarm wurden die Patienten medikamentös behandelt.

Ärzte entscheiden lassen

Die Wahl der Wirkstoffe war den Ärzten überlassen. Sie durften neben NSAR und Analgetika auch Narkotika oder Muskelrelaxanzien verschreiben, wenn sie dies für notwendig erachteten. Das "pragmatische" Design der Studie sollte die alltägliche Verordnungspraxis widerspiegeln. Im zweiten Studienarm wurden die Patienten an einen Chiropraktiker überwiesen.

Auch diesem stand es frei, welche Behandlungen er bei den etwa 15 Sitzungen von 20 Minuten Dauer anwendete. Die Bandbreite reicht von schnellen Manipulationen bis zu langsamen Mobilisierungen der Halswirbelsäule. In der dritten Gruppe erlernten die Patienten in zwei einstündigen Sitzungen eine Reihe von Bewegungsübungen für die Halswirbelsäule, die sie später täglich durchführen sollten.

Nach dem Ende der 12-wöchigen Therapiephase erzielte die chiropraktische Therapie die besten Ergebnisse: Etwa 57 Prozent der Patienten gaben eine Schmerzlinderung um 75 Prozent oder besser an. Dieses Ergebnis erreichten unter der medikamentösen Therapie nur 33 Prozent der Patienten. Selbst die häuslichen Übungen waren mit 48 Prozent besser.

Häusliche Übungen enorm wichtig

Das gute Abschneiden der häuslichen Übungen ist für Studienleiter Bronfort die Überraschung der Studie – und ein ermunterndes Signal an die Patienten, die durch Übungen (nach Schulung durch einen Physiotherapeuten) selbst etwas gegen Nackenschmerzen unternehmen können.

Die häuslichen Übungen dürften zugleich eine sichere Behandlung sein, während die chiropraktische Therapie mit dem (allerdings seltenen) Risiko einer Verletzung einer Halsarterie verbunden ist, die einen Schlaganfall auslösen kann.

Im Editorial raten der Mediziner Bruce Walker von der Universität in Murdoch und der Chiropraktiker Simon French von der Universität Melbourne, die chiropraktische Therapie mit langsamen Bewegungen zur Mobilisierung zu beginnen. Die Gefahr einer sogenannten Dissektion jener Halsarterie bestehe nur bei ruckartigen schnellen Manipulationen.

(chk)
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